Bogenschießen: Deutsches Frauen-Team kämpft um Bronze
Die deutschen Bogenschützinnen um Lisa Unruh haben bei den Olympischen Spielen in Tokio das Finale um Gold knapp verpasst. Rio-Silbermedaillengewinnerin Unruh (Berlin), Michelle Kroppen (Jena) und Charline Schwarz (Feucht) verloren am Sonntag das Halbfinale gegen das Trio des Russischen Olympischen Komitees (ROC) mit 1:5, haben im Yumenoshima Park Archery Field um 16.15 Uhr Ortszeit (9.15 Uhr MESZ) gegen Belarus aber noch die Chance auf Bronze.
Unruh und Co. hatten sich zuvor jeweils mit 6:2 gegen Taiwan und Mexiko durchgesetzt. Russland startet auch in Tokio als Strafe für organisierte Dopingvergehen unter neutralem Namen sowie ohne Flagge und Hymne.
Nach einem ausgeglichenen ersten Satz schenkte das deutsche Trio den sicher geglaubten zweiten Satz her, weil Unruh mit einer 2 im letzten Schuss ein seltener Fehler unterlief. Eine 6 hätte in diesem Fall gereicht.
In gleicher Besetzung hatte das deutsche Team bei der EM in Antalya Anfang Juni die Silbermedaille gewonnen. Für Unruh wäre es das zweite olympische Edelmetall, 2016 hatte sie mit einem sensationellen Siegeszug im Einzel Silber gewonnen. Die WM-Vierte Kroppen und die erst 20 Jahre alte Schwarz würden in Tokio ihren größten Karriereerfolg feiern und im Erwachsenenbereich jeweils ihre erste Medaille überhaupt auf Weltniveau holen.
Der Deutsche Schützenbund (DSB) hat seit der olympischen Premiere des Wettbewerbs im Jahr 1988 zwei Medaillen gewonnen. Barbara Mensing, Cornelia Pfohl und Sandra Wagner-Sachse hatten 1996 in Atlanta Silber gewonnen. Vier Jahre später sicherte sich das Trio in Sydney Bronze. Der Olympiasieg ging bislang stets an Südkorea, die Asiatinnen stehen erneut im Finale.
(G.Khurtin--DTZ)