Deutsche Tageszeitung - Von wegen Angstgegner: Zverev krönt sich gegen Medwedew zum Besten der Besten

Von wegen Angstgegner: Zverev krönt sich gegen Medwedew zum Besten der Besten


Von wegen Angstgegner: Zverev krönt sich gegen Medwedew zum Besten der Besten
Von wegen Angstgegner: Zverev krönt sich gegen Medwedew zum Besten der Besten / Foto: ©

Mit der süßen Revanche an seinem vermeintlichen Angstgegner hat Olympiasieger Alexander Zverev die beste Saison seiner Karriere gekrönt. In einem herausragenden Endspiel bei den ATP Finals in Turin brach der gebürtige Hamburger seinen Fluch gegen den favorisierten Vorjahressieger Daniil Medwedew, mit einem verdienten 6:4, 6:4 stürmte er zum zweiten Titel beim Saisonfinale der besten Tennisprofis nach 2018.

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Zuvor hatte der Weltranglistendritte Zverev gegen den einen Platz besser klassierten US-Open-Champion aus Russland fünf Niederlagen in Folge kassiert, zuletzt erst am Dienstag in der Gruppenphase. Mit der eindrucksvollen Revanche beim letzten Großereignis des Jahres sicherte sich der 24-Jährige vor seinem Malediven-Urlaub seinen 19. Turniersieg - den sechsten des Jahres - und einen Scheck von rund 1,9 Millionen Euro.

Mit dem zweiten Paukenschlag nach dem beeindruckenden Halbfinalsieg gegen Branchenführer Novak Djokovic sendete Zverev im Hinblick auf die neue Saison auch ein dickes Ausrufezeichen an die Konkurrenz. In der 52-jährigen Geschichte des Abschlussturniers der besten Tennisprofis des Jahres holte er den insgesamt sechsten deutschen Sieg. Vor dem Goldmedaillengewinner von Tokio hatten Boris Becker (1988, 1992, 1995) und Michael Stich (1993) triumphiert.

Dabei hatten die Vorzeichen klar gegen Zverev gesprochen. Das herausragende 7:6 (7:4), 4:6, 6:3 gegen den Topfavoriten Djokovic am späten Samstagabend hatte viel Kraft gekostet - Medwedew hatte seinen ungefährdeten Finaleinzug gegen den Norweger Casper Ruud rund acht Stunden früher klargemacht und wesentlich weniger Körner gelassen. "Ich glaube, das Match war hundertmal physischer als das von Daniil", klagte die deutsche Nummer eins.

Doch Zverev mobilisierte für einen letzten heißen Tanz nochmals all seine Kraftreserven. Schon beim stimmungsvollen Einlauf in den Pala Alpitour warf er der Siegertrophäe einen sehnsüchtigen Blick zu, und er kam deutlich besser aus den Startlöchern. Wie schon gegen Djokovic agierte er druckvoll und sicherte sich mit einem Netzroller das Break zum 2:1. Zverev wirkte bestens regeneriert und bewegte sich gut, der Aufschlag war wieder eine Bank.

Schon bei seinem Titelgewinn vor drei Jahren hatte Zverev in der Gruppenphase gegen Djokovic verloren und sich im Endspiel revanchiert. Das nahm er auch gegen Medwedew als gutes Omen. "Ich weiß, dass ich es schonmal geschafft habe", sagte der 24-Jährige vor der Partie, und genauso selbstbewusst trat er auch auf.

Hatte Zverev gegen Medwedew am Dienstag, als er knapp im Tiebreak des dritten Satzes verlor, noch oft zu passiv agiert, dominierte er nun die Ballwechsel. Kam sein erster Aufschlag, machte der Deutsche im ersten Satz gegen den starken Returnspieler fast jeden Punkt (16/18). Und Zverev ließ seinen Gegner nicht aus dem Schwitzkasten, mit einem weiteren Break eröffnete er den zweiten Durchgang.

Mit der Dominanz eines Champions servierte er weiter und ließ keine Zweifel aufkommen, Medwedew kam in der gesamten Partie zu keiner einzigen Breakchance. Nach nur 1:15 Stunden beendete Zverev den saisonübergreifenden 9:0-Lauf des Russen bei den ATP Finals - und veredelte das ohnehin schon erfolgreichste Jahr seiner Karriere, in dem ihm lediglich der Premierentitel bei einem Grand-Slam-Turnier verwehrt blieb.

(G.Khurtin--DTZ)

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