Deutsche Tageszeitung - Nach Flaschenwurf: Strafe für Lyon und Treffen mit Innenminister geplant

Nach Flaschenwurf: Strafe für Lyon und Treffen mit Innenminister geplant


Nach Flaschenwurf: Strafe für Lyon und Treffen mit Innenminister geplant
Nach Flaschenwurf: Strafe für Lyon und Treffen mit Innenminister geplant / Foto: ©

Nach dem Flaschenwurf im Erstligaspiel zwischen Olympique Lyon und Olympique Marseille wollen sich Vertreter der Politik mit Verantwortlichen des französischen Fußballs beraten. Wie das Sportministerium der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, soll am Dienstag ein entsprechendes Treffen am Beauvau-Platz, dem Sitz des Innenministeriums, stattfinden.

Textgröße ändern:

Dort empfängt Innenminister Gerald Darmanin den Bildungs- und Sportminister Jean-Michel Blanquer, die Sportministerin Roxana Maracineanu sowie Vertreter des Liga-Verbands LFP und des französischen Fußball-Verbands FFF. Der LFP-Disziplinarausschuss ordnete bereits eine Strafe für Lyon an. Der Klub muss bis zur "Verkündung der endgültigen Maßnahme", die am 8. Dezember erwartet wird, hinter verschlossenen Türen spielen. Dies betrifft die Partie am 1. Dezember gegen Stade Reims.

Die Partie in Lyon war am Sonntagabend nach einem Flaschenwurf auf Gästespieler Dimitri Payet nach nur wenigen Minuten abgebrochen worden. Der Vize-Europameister von 2016 wollte einen Eckball ausführen, als ihn eine aus dem Publikum geworfene Wasserflasche am Kopf traf.

"Das war eine schwarze Nacht für den Fußball. Dimitri wird psychologisch betreut. Das ist alles nicht normal", sagte ein erschütterter Marseille-Präsident Pablo Longoria bei Amazon. Keiner, der Fußball möge, "kann glücklich sein. Wir verurteilen jede Form von Gewalt."

Beide Teams waren nach dem Skandal in die Kabine gegangen. Nach mehr als einer Stunde Pause sollte das Spiel zunächst fortgesetzt werden. "Entgegen der Ankündigung hat der Schiedsrichter entschieden, das Spiel nicht fortzusetzen, da er die Sicherheit der Spieler als nicht gewährleistet ansieht", informierte der Stadionsprecher allerdings zwei Stunden nach dem Vorfall die Zuschauer über den Abbruch.

Lyon-Präsident Jean-Michel Aulas nannte die lange Unterbrechung "unverständlich". Die Disziplinar-Kommission der Liga berief für Montag ein Notfalltreffen ein.

Die Person, die für den Wurf der Flasche verantwortlich sein soll, wurde zudem nach Angaben des Stadionsprechers mittlerweile festgenommen. Es handele sich um "eine Einzeltat", hieß es weiter. Lyons Mannschaft war zwischenzeitlich zum erneuten Aufwärmen auf das Spielfeld zurückgekommen, die Gäste aus Marseille dagegen blieben geschlossen in der Kabine.

Der französische Fußball wird seit mehreren Monaten immer wieder von Ausschreitungen überschattet. Payet war erst im August beim Auswärtsspiel bei OGC Nizza ebenfalls von einer Flasche getroffen worden, OGC wurde daraufhin ein Punkt abgezogen. Marseille wiederum muss sein nächstes Heimspiel nach Ausschreitungen in der Partie gegen Paris St. Germain ohne Zuschauer austragen.

Das Spiel zwischen Nizza und Marseille war am 22. August gut 15 Minuten vor dem Ende abgebrochen und zwei Monate später in voller Länge an einem neutralen Ort (Troyes) ohne Fans wiederholt worden.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Nach UEFA-Drohung: Auch CONCACAF lehnt Investoren-Pläne ab

Nach der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat auch der Kontinentalverband CONCACAF den Investoren-Deal von FIFA-Präsident Gianni Infantino einstimmig abgelehnt. Das teilte der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik nach einer Sitzung am Donnerstag mit, der unter anderem die Präsidenten der 41 Mitgliedsverbände sowie CONCACAF-Präsident Victor Montagliani beiwohnten.

Olise-Verbleib bei Bayern: "Könnte der Kaiser von China kommen"

Das gefürchtete Offensiv-Trio Michael Olise, Harry Kane und Luis Díaz wird definitiv beim FC Bayern bleiben - das bekräftigte Ehrenpräsident Uli Hoeneß am Donnerstag mit markigen Worten. Über die Transfergerüchte rund um den Franzosen Olise habe er sich "totgelacht", sagte Hoeneß am Rande des Testspiels gegen den FC Rottach-Egern (15:0): "Ich habe nur nachgeschaut, wie lange er Vertrag hat. Drei Jahre. Das ist für mich überhaupt kein Thema. Da könnte jetzt der Kaiser von China kommen und wir würden mit ihm nicht mehr reden."

Hoeneß: Eberl bleibt zu "100 Prozent" beim FC Bayern

Ehrenpräsident Uli Hoeneß erwartet einen langfristigen Verbleib von Sportvorstand Max Eberl beim FC Bayern. Die Chancen, dass Eberl über seinen bis 2027 laufenden Vertrag hinaus beim deutschen Fußball-Rekordmeister arbeiten darf, würde er "im Moment auf 100" Prozent beziffern, sagte Hoeneß auf eine entsprechende Frage am Rande des Testspiels gegen den FC Rottach-Egern (15:0). Im Mai hatte Hoeneß die Chancen auf einen Eberl-Verbleib im Spiegel-Interview noch mit "60:40" angegeben.

Hoeneß: Wettbewerb ohne Europa "kannst du in die Tonne treten"

Uli Hoeneß sieht den geplanten Investoren-Deal von FIFA-Präsident Gianni Infantino nach dem angedrohten Boykott der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zum Scheitern verurteilt. "Ich persönlich glaube, dass die Europäer noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind. Einen Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten", sagte Bayern Münchens Ehrenpräsident am Rande des Trainingslagers am Tegernsee: "Wenn die Europäer wirklich einig sind, wenn sie konsequent daran arbeiten, dann wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen."

Textgröße ändern: