Deutsche Tageszeitung - Geflüchtete belarussische Sprinterin Timanowskaja: "Ich habe Angst"

Geflüchtete belarussische Sprinterin Timanowskaja: "Ich habe Angst"


Geflüchtete belarussische Sprinterin Timanowskaja: "Ich habe Angst"
Geflüchtete belarussische Sprinterin Timanowskaja: "Ich habe Angst" / Foto: ©

Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja wird mehr als drei Monate nach ihrer Flucht von den Olympischen Spielen in Tokio nach Polen immer noch bedroht. "Ich habe Angst. Und immer wieder erhalte ich Drohungen, auch auf Instagram. ’Wir brechen dir Arme und Beine’, schreiben sie etwa", sagte die 35-Jährige im Interview mit dem Magazin stern.

Textgröße ändern:

Während der Olympischen Spiele in Tokio war Timanowskaja nach eigenen Angaben von ihrem Trainer und dem stellvertretenden Leiter des nationalen Trainingszentrums unter Druck gesetzt worden. Sie sollte gegen ihren Willen noch vor ihrem 200-m-Rennen in die Heimat fliegen, nachdem sie ihre Trainer für eine sportliche Entscheidung öffentlich kritisiert hatte.

Aus Angst vor Konsequenzen im autoritären Belarus wandte sie sich an die Polizei und fand schließlich Hilfe bei der polnischen Botschaft. Der Entschluss habe ihr Leben "völlig durcheinandergewirbelt", sagt Timanowskaja: "Aber ich würde heute wieder genauso handeln."

Vor einer Rückkehr in ihr Heimatland hatte Timanowskajas Großmutter sie gewarnt. "Sobald ich in Belarus landen würde, sollte ich in eine psychiatrische Klinik gebracht werden. Alles war vorbereitet", sagte die Leichtathletin.

Zeitgleich gelang ihrem Mann Arsenij Sdanewitsch, ebenfalls ein Sportler, die Flucht aus dem vom Lukaschenko-Regime geführten Belarus. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen lebt das Ehepaar nun im Exil in der polnischen Hauptstadt Warschau. Dort bereitet sich Timanowskaja auf ihr sportliches Comeback vor und hofft, bald bei internationalen Wettbewerben für Polen antreten zu können.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

NHL: Dämpfer für Draisaitl - Debüt-Treffer für Peterka

Eishockey-Star Leon Draisaitl hat bei der Jagd nach dem lang ersehnten Stanley Cup gleich zum Auftakt einen Dämpfer kassiert. Unter dem neuen Trainer Mike Babcock unterlag der 30-Jährige mit den Edmonton Oilers den Vancouver Canucks zum Saisonstart mit 5:6 nach Verlängerung.

WNBA: Fiebich mit New York im Halbfinale

Basketball-Nationalspielerin Leonie Fiebich ist mit New York Liberty in das Halbfinale der WNBA-Playoffs eingezogen. Im zweiten Duell mit dem favorisierten Hauptrundensieger Minnesota Lynx setzte sich das Team um die 26-Jährige mit 87:71 durch und entschied die Best-of-three-Serie somit für sich.

Gegen Serbien: Klopp bringt weitere Debütanten

Alles neu! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird im Nations-League-Spiel gegen Serbien am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in München nicht mehr wiederzuerkennen sein. Nach dem 0:1 gegen Griechenland hat Jürgen Klopp seinen Kader nahezu komplett ausgewechselt, seine Startelf für Spiel drei der Nationenliga dürfte er vollständig verändern.

Nach Blitztor von Yamal: Spanien besiegt Kroatien

Nach einem Blitztor von Doppel-Torschütze Lamine Yamal hat sich Fußball-Weltmeister Spanien in der Nations League erneut keine Blöße gegeben. Dem spektakulären Auftaktsieg in England (3:2) ließ die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente in der Gruppe A3 ein überzeugendes 4:1 (2:1) im Heimspiel gegen Kroatien folgen. Die Spanier sind seit nunmehr 40 Spielen unbesiegt - das Finale der Nations League 2025 gegen Portugal hatten sie erst im Elfmeterschießen (2:2 n.V.) verloren.

Textgröße ändern: