Deutsche Tageszeitung - Die Eintracht erlöst sich und greift nach dem DFB-Pokal

Die Eintracht erlöst sich und greift nach dem DFB-Pokal


Die Eintracht erlöst sich und greift nach dem DFB-Pokal
Die Eintracht erlöst sich und greift nach dem DFB-Pokal / Foto: © SID

Endlich wieder ein Sieg! Eintracht Frankfurt kann doch noch gewinnen und darf nach dem Absturz in der Bundesliga weiter auf die Teilnahme am Europapokal hoffen. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner zog durch ein schwer erkämpftes 3:2 (0:1) beim Abstiegskandidaten VfB Stuttgart ins Finale des DFB-Pokals ein und hat am 3. Juni in Berlin im Duell mit Titelverteidiger RB Leipzig ihre wohl letzte Chance, sich noch für die Europa League zu qualifizieren.

Textgröße ändern:

Ein Doppelschlag durch Evan Ndicka (51.) und Daichi Kamada (55.) sowie ein Elfmetertreffer von Randal Kolo Muani (77.) bescherten dem anfänglich leidenschaftslos wirkenden Europa-League-Champion die neunte Finalteilnahme im DFB-Pokal. Vize-Weltmeister Kolo Muani stellte mit seinem sechsten Tor im laufenden Wettbewerb den Vereinsrekord von Bum-Kun Cha (1980/1) und Bernd Hölzenbein (1973/74) ein.

Zuletzt und zum fünften Mal gewonnen hatten die Frankfurter die goldene Trophäe 2018. Für die Eintracht war der Halbfinalsieg erst der zweite in den vergangenen zwölf Pflichtspielen. Tiago Tomas hatte die zunächst weitaus bissigeren Stuttgarter in Führung gebracht (19.). Der eingewechselte Enzo Millot (83.) verkürzte. In der Schlussphase sah Borna Sosa Gelb-Rot (86.).

Die Eintracht nähme bei einem Pokalsieg wie in der Saison 2021/22 an der Europa League teil. Bei einer Niederlage könnte ihr der siebte Rang zur Teilnahme an den Play-offs der Conference League reichen - vom dort platzierten VfL Wolfsburg trennen sie drei Punkte. Die Stuttgarter dagegen können und müssen sich wieder auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren: den Verbleib in der Bundesliga.

Das Spiel begann mit einer kurzen Verzögerung, weil Frankfurter Anhänger zahlreiche Bengalos abfackelten und sich beißender Rauch über das Stadion legte. Die Schwaden verzogen sich nur langsam, auf dem Rasen ging es unterdessen gleich zur Sache: Mario Götze (4.) und Djibril Sow (5.) bei der Eintracht sowie Serhou Guirassy (9.) beim VfB sahen nach Fouls jeweils Gelb von Schiedsrichter Daniel Schlager.

Stuttgart hatte mehr vom Spiel, war auf ein frühes Tor aus und nutzte die erste Chance des Spiels erstaunlich konsequent aus: Neu-Nationalspieler Josha Vagnoman legte vor den Augen von DFB-Teammanager Rudi Völler und Ex-Bundestrainer Joachim Löw klug auf Tiago Tomas ab, der harte Schuss des Portugiesen schlug im kurzen Eck ein.

Frankfurt war erst nach einer halben Stunde besser im Spiel, gewann auch zunehmend die Oberhand, kam aber kaum zu guten Abschlüssen. Der erste, allerdings harmlose Schuss aufs Tor gelang Daichi Kamada (44.). Dafür hätten Silas (35.) und Tiago Tomas (45.+2) fast den zweiten VfB-Treffer erzielt, Schlussmann Kevin Trapp parierte beide Male.

Aus der Kabine kam die Eintracht dann wie verwandelt und mit klar erkennbarem Siegeswillen - und sie nutzte ihre Chancen. Ndicka traf nach geschickter Vorlage von Kolo Muani, Kamada schloss knapp vier Minuten später im Strafraum mit Glück gegen ungünstig stehende Stuttgarter ab.

Für den VfB war es im sechsten Spiel unter Trainer Sebastian Hoeneß die erste Niederlage. Der Aufwärtstrend in der Bundesliga ist freilich noch nicht nachhaltig: In der Tabelle trennt die auf Rang 15 platzierten Schwaben nur ein Punkt von Schalke 04 auf dem ersten direkten Abstiegsplatz. Der VfB fährt allerdings ebenfalls nach Berlin: Am Samstag trifft er dort im Abstiegs-Duell auf Hertha BSC.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Heim-WM ohne Satou Sabally: "Muss auf meinen Körper hören"

Für Basketballstar Satou Sabally ist der Traum von der Teilnahme an der WM in ihrer Heimatstadt Berlin endgültig geplatzt. "Darauf habe ich jahrelang hingearbeitet und immer alles gegeben", schrieb die WNBA-Spielerin von New York Liberty am Mittwoch bei Instagram. "Ich muss jetzt auf meinen Körper hören, meine Gesundheit an erste Stelle setzen und mich auf mein vollständige Genesung konzentrieren."

Springen: Deutscher Blitzstart in der Soers - aber Vogel patzt

Richard Vogel klopfte seinem Pferd lobend den Hals, die Enttäuschung konnte der Europameister beim Ritt aus dem Hauptstadion allerdings nicht verbergen. Beim Auftaktspringen der Heim-Weltmeisterschaften in Aachen hat sich die deutsche Equipe dank einer geschlossen starken Mannschaftsleistung die zwischenzeitliche Führung gesichert - doch ausgerechnet Topfavorit Vogel patzte.

Goldener Schuh: Kane die "Numero uno" in Europa

Mit einem strahlenden Lächeln nahm Harry Kane den Goldenen Schuh entgegen. Der Superstar des FC Bayern ist am Mittwoch mit der begehrten Trophäe als bester Torjäger Europas geehrt worden. "Ich bin sehr stolz auf diesen Titel. Letzte Saison war die beste Saison meiner bisherigen Karriere. Ich bin vielleicht auf dem Gipfel. Ich fühle mich wohl hier bei Bayern München", sagte Kane bei der Zeremonie im Museum der Allianz Arena bewegt. Er gilt nun sogar als Favorit auf den Ballon d'Or 2026.

Deutschland Tour: Del Toro gewinnt Prolog

Topfavorit Isaac del Toro hat direkt zum Auftakt der 40. Deutschland Tour ein Ausrufezeichen gesetzt und sich das Blaue Trikot des Gesamtführenden gesichert. Der Mexikaner vom Team UAE Emirates-XRG, Dritter der diesjährigen Tour de France, setzte sich am Mittwoch auf dem 2,6 km langen und technisch anspruchsvollen Prolog im hessischen Bad Orb durch. Zweiter wurde der französische Radprofi Paul Magnier (Soudal Quick-Step), der Sieger der Cyclassics in Hamburg lag im Ziel nur zwei Sekunden zurück.

Textgröße ändern: