Deutsche Tageszeitung - "All or Nothing": WM-Aus "in der Summe verdient"

"All or Nothing": WM-Aus "in der Summe verdient"


"All or Nothing": WM-Aus "in der Summe verdient"
"All or Nothing": WM-Aus "in der Summe verdient" / Foto: © FIRO/SID

"All or nothing" - es wurde nichts. Und doch hat der angeschlagene Bundestrainer Hansi Flick nach dem WM-Debakel in Katar offenbar nie an einen Rücktritt gedacht. Auf die entsprechende Frage in der Schlusssequenz der Amazon-Doku über das blamable Vorrunden-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Katar antwortete Flick mit einem deutlichen "Nein!"

Textgröße ändern:

Direkt nach dem WM-K.o. hatte er in der Kabine von einer "brutalen Enttäuschung" gesprochen. Es sei aber "in der Summe der Spiele verdient" gewesen. "Es reichen keine 89 Minuten, keine 85 Minuten und keine 79", sagte Flick zu seinen geknickten Stars und fügte an: "Auch wenn wir keine Champions sind, aber Champions gehen ihren Weg weiter. Ich bin kein Freund davon, alles zu negativ zu sehen."

Nach dem 4:2 gegen Costa Rica, das nicht fürs Achtelfinale reichte, hatte in der Kabine Totenstille geherrscht - ehe Thomas Müller kurz das Wort ergriff. "Es lohnt sich für jeden von uns, alles zu investieren, um an so was noch mal teilzunehmen - für Deutschland", sagte die Ikone vom FC Bayern. Dies zeigt die letzte Folge der TV-Dokumentation "All or Nothing".

Dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) derartige Einblicke erlaubte, war intern lange Diskussionsthema gewesen. "Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt, machen wir das, wollen wir das. Es ging um Authentizität. Das Risiko war allen bekannt", sagte DFB-Mediendirektor Steffen Simon bei der Vorstellung der letzten Folge am Donnerstag in München. Man wollte nichts beschönigen, "das wird uns dann auch zum Vorwurf gemacht. Das noch mal zu sehen, ist für jeden im DFB aber eine schmerzhafte Angelegenheit."

In den ersten drei Folgen waren Risse in der Mannschaft erkennbar gewesen. Es war auch der Eindruck entstanden, dass Flick seine Mannschaft zwar nicht verliert, aber doch irgendwie an ihr vorbeiredet. Zudem wurde deutlich, dass Diskussionen um die Regenbogenbinde oder die Quartierwahl die Spieler, aber auch Flick nerven und belasten. Ein vor der WM von Flick gezeigter Motivationsfilm über Graugänse wird zum klassischen Eigentor.

Die vier Teile der Doku werden ab 8. September auf Prime Video zu sehen sein.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Schreckmoment um Musiala bei Bayern-Sieg

Jungstar Jamal Musiala hat beim "Telekom Cup" für einen Schreckmoment gesorgt. Der Nationalspieler brach ohne gegnerische Einwirkung beim Testspiel gegen RB Leipzig kurz vor Schluss zusammen. Sofort eilten die Betreuer auf den Platz, seine Kollegen leisteten erste Hilfe. Nach minutenlanger Behandlung konnte der 23-Jährige wieder aufstehen. Er musste aber ausgewechselt werden und verließ unter dem Applaus der Fans den Platz.

Turn-EM: Kevric erstmals Europameisterin am Stufenbarren

Rückkehrerin Helen Kevric hat sich bei der Turn-EM in ihrer Paradedisziplin am Stufenbarren erstmals zur Europameisterin gekrönt. Gemeinsam mit Karina Schönmaier, die Silber am Sprung gewann, bescherte sie dem Deutschen Turner-Bund (DTB) nach dem Mehrkampf am Donnerstag die ersten Medaillen bei den Titelkämpfen in Zagreb.

Traumstart für Klose: Nürnberg gewinnt 277. Frankenderby

Miroslav Klose und der 1. FC Nürnberg haben ihren Traumstart in der 2. Fußball-Bundesliga mit einem Prestigeerfolg im 277. Frankenderby veredelt. In einem intensiven Traditionsduell mit der SpVgg Greuther Fürth setzte sich der Club trotz zweimaligen Rückstands mit 4:2 (2:2) durch und feierte den zweiten Sieg im zweiten Spiel.

Hertha mit perfektem Start

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Hertha BSC hat trotz zahlreicher Abgänge einen perfekten Start in der 2. Fußball-Bundesliga hingelegt. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl feierte einen 4:1 (3:0)-Erfolg gegen Bundesligaabsteiger 1. FC Heidenheim und wahrte damit die weiße Weste.

Textgröße ändern: