Deutsche Tageszeitung - IOC: Russische NS-Vergleiche zu Bach "neuer Tiefpunkt"

IOC: Russische NS-Vergleiche zu Bach "neuer Tiefpunkt"


IOC: Russische NS-Vergleiche zu Bach "neuer Tiefpunkt"
IOC: Russische NS-Vergleiche zu Bach "neuer Tiefpunkt" / Foto: © SID

Das IOC und sein Präsident Thomas Bach haben scharfe Kritik an den verbalen Attacken aus Russland geäußert und sich vor allem NS-Vergleiche verbeten. "Es gab eine Reaktion, die sich auf den Präsidenten, seine Nationalität und den Holocaust bezog", sagte IOC-Sprecher Mark Adams bei einer Pressekonferenz am Mittwoch: "Dies ist total unakzeptabel und stellt einen neuen Tiefpunkt da."

Textgröße ändern:

Bach sagte, dass es "viele Stimmen aus Russland gab, die sehr aggressiv und zum Teil auch sehr persönlich waren." Für weitere Kommentare erteilte er aber Adams das Wort.

Russland hatte zuvor "empört" auf den IOC-Beschluss zum Ausschluss russischer und belarussischer Athleten von der Eröffnungsparade in Paris reagiert. Der Kreml wehrte sich gegen angebliche "Einschüchterung" der Sportlerinnen und Sportler, die an den geplanten "Freundschaftsspielen" teilnehmen wollen.

Maria Sacharowa, Sprecherin des Außenministeriums, warf dem IOC "Rassismus und Neonazismus" vor. Adams äußerte nicht eindeutig, ob er sich auf diese Äußerung bezog.

Sacharowa bezeichnete die IOC-Entscheidungen am Mittwoch als "rechtswidrig, ungerecht und inakzeptabel" und verurteilte die "Diskriminierung". Die Beschlüsse zeigten, wie weit sich das IOC von seinen eigenen Prinzipien entfernt habe, sagte Sacharowa. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow ging das IOC nach einer offensiven Stellungnahme aus Lausanne gegen die "Freundschaftsspiele" an.

Das Internationale Olympische Komitee hatte am Dienstag beschlossen, Russen und Belarussen nur als Zuschauer zur Eröffnungsfeier auf der Seine zuzulassen. Die Sportlerinnen und Sportler beider Länder sind ohnehin nur als "neutrale individuelle Athleten" in Paris zugelassen, Mannschaften sind komplett ausgeschlossen.

In den vergangenen Tagen hatte sich der Konflikt zwischen dem IOC und Russland zugespitzt. Präsident Bach, der jahrelang beste Beziehungen zu Russland gepflegt hat, sagte in einem Interview mit der Zeitung Le Monde: "Die Aggressivität der russischen Regierung wächst von Tag zu Tag, gegen das Komitee, gegen die Spiele, gegen mich."

Die russischen Bemühungen um Konkurrenzveranstaltungen zu den vom IOC ausgerichteten und vermarkteten Olympischen Sommer- und Winterspielen sind bekannt. Laut IOC sollen die ersten Ausgaben im September, wenige Wochen nach dem Ende der Paris-Spiele, in Moskau und Jekaterinburg sowie 2026 in Sotschi ausgetragen werden. Zudem plant Russland für 2025 die Austragung von "Future" und "BRICS Games" jeweils in Kasan.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Torlos gegen Kaiserslautern: Stotterstart von Wolfsburg

Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg hat in der 2. Liga einen Stotterstart hingelegt. Die Niedersachsen kamen am Samstagabend nicht über ein 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern hinaus und kassierten auf der Mission Wiederaufstieg direkt einen ersten Dämpfer.

Doppelpack Freigang: Frankfurt schlägt auch Malmö

Dank eines Doppelpacks von Kapitänin Laura Freigang haben die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt die dritte Qualifikationsrunde der Champions League erreicht. Beim Mini-Turnier im heimischen Stadion am Brentanobad schlug die Mannschaft von Trainer Niko Arnautis im Finale den schwedischen Klub Malmö FF mit 2:0 (1:0) und darf weiter von der zweiten Teilnahme der Vereinsgeschichte am wichtigsten europäischen Wettbewerb träumen.

Sieg auf der längsten Etappe: Vollering übernimmt Gesamtführung

Demi Vollering hat die längste Etappe der diesjährigen Tour de France der Frauen gewonnen und das Gelbe Trikot erobert. Die Niederländerin (FDJ United-Suez) setzte sich auf dem vorletzten Teilstück nach 175 Kilometern in Nizza vor Elisa Longo Borghini (Italien/UAE Team L'IMAD) und der bisherigen Führenden Kasia Niewiadoma aus Polen (Canyon/SRAM/jeweils +0:17 Minuten) durch.

Lionel Messi trauert um seinen Vater

Fußball-Superstar Lionel Messi trauert um seinen Vater und Manager Jorge. Der Jugendverein des achtmaligen Weltfußballers kondolierte am Samstag: "Der Club Atlético Newell's Old Boys verabschiedet sich mit Trauer und tiefem Schmerz von Jorge Messi." Zuvor hatten argentinische Medien übereinstimmend berichtet, der 68-Jährige sei am Freitagabend (Ortszeit) in einem Krankenhaus in Rosario verstorben.

Textgröße ändern: