Deutsche Tageszeitung - Löchrige Abwehr: DHB-Frauen verlieren Olympia-Härtetest

Löchrige Abwehr: DHB-Frauen verlieren Olympia-Härtetest


Löchrige Abwehr: DHB-Frauen verlieren Olympia-Härtetest
Löchrige Abwehr: DHB-Frauen verlieren Olympia-Härtetest / Foto: © IMAGO/Maximilian Koch/SID

Hinten löchrig, vorne fehlerhaft: Deutschlands Handballerinnen haben zum Start der heißen Vorbereitungsphase auf die Olympischen Sommerspiele einen Dämpfer kassiert. Das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch verlor den Härtetest gegen Panamerika-Meister Brasilien 31:36 (17:20) und offenbarte dabei insbesondere in der Defensive große Lücken.

Textgröße ändern:

Linksaußen Antje Döll und Spielmacherin Alina Grijseels (je 5 Tore) erzielten am Samstag vor knapp 9000 Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle die meisten Tore für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Zwölf Tage vor der Rückkehr auf die olympische Bühne nach 16 Jahren lief Deutschland von Beginn an hinterher und bekam in der Abwehr - sonst das Prunkstück des Teams - kaum Zugriff. Auch im Angriff ließen die DHB-Frauen nach der Pause zu viel liegen.

In der kommenden Woche bestreitet Gaugischs Team in Stuttgart gegen Ungarn (19. Juli/19.45 Uhr) und erneut gegen Brasilien (21. Juli/15.00 Uhr/beide Sport1) zwei weitere Länderspiele vor der Abreise nach Frankreich.

Olympia-Teilnehmer Brasilien präsentierte sich anfangs insgesamt aggressiver und brach unter anderem in Eins-gegen-Eins-Duellen immer wieder durch. Torhüterin Katharina Filter bekam kaum eine Hand an den Ball - auch, weil ihre Mitspielerinnen viel zu oft einen Schritt langsamer als die flinken Südamerikanerinnen waren.

Die Folge war ein zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Rückstand (8:13/16.). Gaugisch forderte in seiner ersten Auszeit "mehr Beinarbeit" - und Kapitänin Emily Bölk appellierte mit Blick auf die Zusammenarbeit in der Defensive: "Helfen, helfen, helfen!"

Der Weltmeister von 2013 blieb giftig und agil, Deutschland stellte sich aber etwas besser auf die Spielweise ein und arbeitete sich langsam heran - allerdings nur zeitweise. Beim 16:18 (26.) betrug der Rückstand erstmals seit langer Zeit nur zwei Tore, Brasilien schaltete nach Wiederbeginn aber einen Gang rauf und zog erstmals auf sechs Tore davon - 18:24 (37.).

Die DHB-Frauen trafen nun auch im eigenen Angriff zu oft die falschen Entscheidungen und ließen wie Julia Maidhof bei einem Siebenmeter (45.) beste Chancen liegen. Die Zeit für eine Aufholjagd wurde immer knapper.

Im olympischen Turnier trifft das DHB-Team am 25. Juli - noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier - zunächst auf Südkorea. Es folgen die weiteren Partien der Gruppe A gegen Schweden (28. Juli), Slowenien (30. Juli), Dänemark (1. August) und Norwegen (3. August). Die vier besten der zwei Sechsergruppen ziehen ins Viertelfinale ein.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Medien: Infantino ruft FIFA-Mitarbeiter zu Krisentreffen

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat offenbar hochrangige Mitarbeiter des Fußball-Weltverbandes zu einer Krisensitzung in die marokkanische Hauptstadt Rabat einberufen. Dies berichteten die Times und Sky UK am Dienstagabend übereinstimmend. Das Treffen im Co-Gastgeberland der WM 2030, in dem sich Infantino derzeit aufhält, soll demnach am Mittwoch stattfinden.

Schwimm-EM: Hentschel und Turmduo verpassen Medaille

Die deutschen Wasserspringer haben am fünften EM-Tag in Paris ihre sechste Medaille verpasst. Lena Hentschel kam zwei Tage nach Bronze im Mixed-Synchron im Einzelfinale vom 3-m-Brett im Centre Aquatique Olympique am Stade de France nicht über den fünften Platz mit 297,65 Punkten hinaus, knapp 15 Zähler fehlten der Berlinerin zum Podest. Die Dresdnerin Jette Müller sprang auf Rang sechs (287,00). Den Titel gewann die italienische 1-m-Europameisterin Chiara Pellacani (358,05) vor der Britin Yasmin Harper (318,70) und der Russin Nadeschda Trifonowa (312,40).

Schwimm-EM: Avila Sanchez und Eikermann verpassen Medaille

Luis Avila Sanchez und Jaden Eikermann haben die sechste Medaille für die deutschen Wasserspringer bei der Schwimm-EM in Paris verpasst. Im Synchronfinale vom Turm kam das Duo aus Berlin und Aachen am Dienstag im Centre Aquatique Olympique am Stade de France auf 392,43 Punkte und Platz fünf. Zu Bronze fehlten den WM-Sechsten knapp 14 Zähler. Der 20-jährige Avila Sanchez hatte am Sonntag mit seiner Vereinskollegin Lena Hentschel im Mixed-Synchronspringen vom 3-m-Brett Bronze gewonnen.

Tour de France Femmes: Sieg und Gelb für Reusser

Favoritin Marlen Reusser hat das Einzelzeitfahren bei der vierten Etappe der Tour de Frances Femmes gewonnen und erstmals das Gelbe Trikot übernommen. Die 34 Jahre alte Schweizerin vom Movistar Team, amtierende Weltmeisterin im Einzelzeitfahren, führt das Gesamtklassenment nach ihrem Sieg auf welligen 21 Kilometern von Gevrey-Chambertain nach Dijon nun vor der Niederländerin Demi Vollering (+0:14 Minuten/FDJ United-Suez) und Cédrine Kerbaol (+0:54/EF Education-Oatly) aus Frankreich an.

Textgröße ändern: