Deutsche Tageszeitung - BDR-Sportchef Moster kritisch: "Können nicht mehr mithalten"

BDR-Sportchef Moster kritisch: "Können nicht mehr mithalten"


BDR-Sportchef Moster kritisch: "Können nicht mehr mithalten"
BDR-Sportchef Moster kritisch: "Können nicht mehr mithalten" / Foto: © imago sportfotodienst/SID

Sportdirektor Patrick Moster vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat sich nach den olympischen Wettbewerben in Paris der teils massiven Kritik mehrerer Verbände und zahlreicher Aktiven am System der Spitzensportförderung in Deutschland angeschlossen. "Wenn sich die Rahmenbedingungen im deutschen Spitzensport nicht verbessern, werden wir allgemein damit rechnen müssen, uns künftig im Mittelmaß wiederzufinden", wird Moster im BDR-Pressedienst zitiert.

Textgröße ändern:

Der dreimalige WM-Teilnehmer und frühere Bundestrainer beschrieb den Ist-Zustand nicht zuletzt für seine eigene Sportart bereits als alarmierend. "Wir können mit anderen Nationen schon jetzt nicht mehr mithalten, weil die Fördergelder zu niedrig sind", sagte Moster und stellte seinen Vorschlag zur Lösung der Probleme als praktisch alternativlos dar: "Wer eine höhere Produktivität will, der muss auch bereit sein, an entscheidenden Stellen zu investieren."

Der BDR gewann in Paris zwei Medaillen. Silber für Sprinterin Lea Sophie Friedrich sowie Bronze für das Trio Friedrich, Emma Hinze und Pauline Grabosch im Teamsprint bedeuteten jedoch lediglich die Erfüllung des von der Verbandsspitze vorgegebenen Minimalzieles. "Wir sind", bilanzierte Moster das Ergebnis, "mit einem blauen Auge davongekommen."

Als Ergebnis seiner Analyse der Ursachen für die durchwachsene Medaillenausbeute der BDR-Aktiven und des Team D insgesamt monierte der 57-Jährige eine Reihe vermeintlicher Schwächen in verschiedenen Bereich des deutschen Sportsystems. "Unsere Trainergehälter sind zu niedrig. Wir haben zu wenig Spitzenveranstaltungen im Sport. Uns fehlen Sportstätten, die internationale Standards erfüllen. Der Bürokratismus und die projektgebundene Vergabe der Fördergelder stellen weitere Hürden in der Effizienz des Sportsystems dar", sagte Moster. Als Bestätigung seiner Bestandsaufnahme wertete der Ex-Profi die relativ hohe Zahl von deutschen Topaktiven, die im Ausland trainieren.

Zur Steigerung der Wertschätzung des Spitzensports sprach sich Moster außerdem für mehr Großveranstaltungen in Deutschland aus: Nur auf diese Weise würde Sport "gesellschaftspolitisch ganz anders wahrgenommen".

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Vizeweltmeisterin Pfeif holt erneut EM-Silber vom Turm

Vizeweltmeisterin Pauline Pfeif hat bei der Schwimm-EM in Paris ihre zweite Medaille im Turmspringen gewonnen. Die 24-Jährige sicherte sich zwei Tage nach Silber im Synchronwettbewerb am Montagabend mit 305,30 Punkten auch im Einzel den zweiten Platz. Ihre Berliner Teamkollegin Elena Wassen kam auf Rang zehn (275,85 Punkte).

Wegen geplatztem Lindström-Transfer: Neapel greift Schalke an

Nach dem kurzfristig geplatzten Wechsel des dänischen Fußball-Nationalspielers Jesper Lindström zu Schalke 04 hat dessen Stammverein SSC Neapel schwere Vorwürfe gegen die Königsblauen erhoben. In einer "Klarstellung" aufgrund "unzutreffender Medienberichte" legte Napoli in einer auf der Vereinswebseite veröffentlichten Stellungnahme seine Sicht der Dinge in Form von zeitgenauen Schilderungen dar - und behält sich darüber hinaus "alle rechtlichen Schritte und Optionen zur Wahrung seiner Interessen vor den zuständigen Gremien vor".

Nach elf Jahren: Gulacsi verlässt RB Leipzig

Die Wege von Torwart Peter Gulacsi und dem Fußball-Bundesligisten RB Leipzig trennen sich nach elf Jahren. Der 36 Jahre alte Ungar wechselt zum spanischen Erstligisten FC Villarreal, wie beide Klubs am Montag bestätigten. Ersatz steht offenbar bereit: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird der norwegische WM-Stammkeeper Örjan Nyland (35), in der Saison 2022/23 bereits bei den Sachsen unter Vertrag, zu RB zurückkehren.

Schwimm-EM: Massenberg/Schauer springen zu Gold

Die Wasserspringer Lou Massenberg und Jonathan Schauer haben bei der Schwimm-EM in Paris für die zweite deutsche Goldmedaille gesorgt. Das Duo aus Halle sicherte sich im Synchronwettbewerb vom 3-m-Brett am Montagabend mit 423,84 Punkten den Titel. Am Samstag hatte sich Moritz Wesemann vom 1-m-Brett bereits zum Europameister gekrönt.

Textgröße ändern: