Deutsche Tageszeitung - Fachanwalt Lambertz: "Ich sehe kein Bosman 2.0"

Fachanwalt Lambertz: "Ich sehe kein Bosman 2.0"


Fachanwalt Lambertz: "Ich sehe kein Bosman 2.0"
Fachanwalt Lambertz: "Ich sehe kein Bosman 2.0" / Foto: © SID

Der renommierte Düsseldorfer Fachanwalt Paul Lambertz erwartet nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Transfersystem des Fußballweltverbandes FIFA keine großen Umwälzungen. "Das ganz große Beben bleibt für mich aus - ich sehe kein Bosman 2.0", sagte der 44 Jahre alte Fachanwalt für Sportrecht im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Die Aufregung über den Fall, ergänzte er, sei eher "ein Sturm im Wasserglas".

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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte am Freitag bekanntgegeben, er halte "einige" der derzeit geltenden Transferregeln der FIFA für nicht vereinbar mit EU-Recht. Die Richter in Luxemburg sehen "die Freizügigkeit der Spieler" und den "Wettbewerb zwischen den Vereinen" behindert, weil die FIFA im vorliegenden Fall Spieler und aufnahmebereiten Verein "gesamtschuldnerisch" in Haftung genommen hatte. Dies sei "im Gesamten unionsrechtswidrig", so Lambertz.

Ausgelöst hatte den Fall der Franzose Lassana Diarra (39). Weil ihm sein damaliger Verein Lokomotive Moskau im August 2014 das Gehalt gekürzt hatte, sah er sich Diarra nicht mehr an seinen Vertrag gebunden. Der Klub verklagte ihn auf Vertragsbruch, die FIFA verhängte eine Geldstrafe von zehn Millionen Euro gegen den Spieler und drohte Vereinen, die ihn verpflichten wollten, ebenfalls mit einer Geldstrafe.

(M.Dylatov--DTZ)

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