Deutsche Tageszeitung - Auch Tuchel scheitert an der "Mission Henkelpott": PSG verpasst das Viertelfinale

Auch Tuchel scheitert an der "Mission Henkelpott": PSG verpasst das Viertelfinale


Auch Tuchel scheitert an der "Mission Henkelpott": PSG verpasst das Viertelfinale
Auch Tuchel scheitert an der "Mission Henkelpott": PSG verpasst das Viertelfinale / Foto: ©

Die Titelträume von Thomas Tuchel und Paris St. Germain sind geplatzt, die "Mission Henkelpott" ist wieder einmal frühzeitig und krachend gescheitert: Das Star-Ensemble von PSG verspielte im heimischen Prinzenpark durch die 1:3 (1:2)-Niederlage im Achtelfinal-Rückspiel gegen ein verletzungsgeplagtes Manchester United im dritten Jahr in Folge den Viertelfinal-Einzug in der Champions League. Das Hinspiel im Old Trafford hatte Paris noch 2:0 gewonnen.

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In Paris verwandelte Marcus Rashford (90.+4) in sprichwörtlich letzter Sekunde einen Elfmeter nach einem Handspiel von Presnel Kimpembe und brachte United erstmals seit 2014 wieder ins Viertelfinale - zugleich ist Manchester der erste Klub in der Champions-League-Geschichte der nach einer Heimniederlage mit mindestens zwei Toren noch weiterkam. Paris erlebte dagegen sein nächstes Trauma: 2017 hatte PSG im Achtelfinale gegen den FC Barcelona einen 4:0-Erfolg aus dem Hinspiel noch verspielt und in Katalonien dramatisch 1:6 verloren.

Der belgische Stürmerstar Romelu Lukaku verhalf den von großen Verletzungssorgen geplagten Red Devils nach einem groben Schnitzer von Nationalspieler Thilo Kehrer zu einem Blitzstart (2.) und nutzte einen Patzer von Torwart-Ikone Gianluigi Buffon zum Doppelpack (30.). Der ehemalige Bayern-Profi Juan Bernat (12.) sorgte auf Vorlage von Weltmeister Kylian Mbappe für den zwischenzeitlichen Ausgleich.

2014er-Weltmeister Julian Draxler und Kehrer wurden nach 70 Minuten ausgewechselt. Draxler hatte sich bei einem Flankenversuch kurz zuvor am Oberschenkel verletzt. Die beiden Stürmerstars Neymar und Edinson Cavani verpassten die Partie weiterhin verletzt.

Uniteds Teammanager Ole Gunnar Solskjaer musste in Paris auf zehn prominente Spieler verzichten, darunter den gesperrten Weltmeister Paul Pogba (Gelb-Rote Karte im Hinspiel) sowie Jesse Lingard, Anthony Martial, Juan Mata und Alexis Sanchez. Auf der Bank der Red Devils nahmen in Tahith Chong (19), Mason Greenwood (17), Angel Gomes (18) und James Garner (17) gleich vier Nachwuchsspieler Platz. PSG begann mit der gleichen Elf wie im Hinspiel.

Vor 47.441 Zuschauern im Prinzenpark ermöglichte der ehemalige Schalker Kehrer mit einem verunglückten Rückpass die frühe Führung der Gäste durch Lukaku, der nach 111 gespielten Sekunden alleine vor Buffon cool blieb. Angestachelt von dem Rückstand drängte die Tuchel-Elf sofort auf den Ausgleich. Mbappe (7.) verpasste erst noch eine scharfe Hereingabe von Angel di Maria. Kurz darauf legte der 20-Jährige für die drückend überlegenen Gastgeber zum Ausgleich durch Bernat auf. In den ersten zwanzig Minuten hatte PSG 85 Prozent Ballbesitz.

Bei einem der wenigen Angriffe der Gäste ließ Buffon einen Schuss von Marcus Rashford auf dem bei strömenden Regen glitschigen Rasen abprallen, Lukaku staubte ab. In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie. United war mit Verteidigen beschäftigt und brachte offensiv lange nichts zustande. Ein Treffer der Gastgeber durch di Maria (56.) wurde wegen einer Abseitsstellung zu Recht zurückgepfiffen.

In der Schlussphase wurde es dann dramatisch: Kimpembe wehrte einen Schuss des eingewechselten Portugiesen Diogo Dalot im Strafraum mit der Hand ab, Rashford blieb vom Elfmeterpunkt cool.

(B.Izyumov--DTZ)

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