Deutsche Tageszeitung - Paschkes Tournee-Traum schwindet: Tschofenig fliegt davon

Paschkes Tournee-Traum schwindet: Tschofenig fliegt davon


Paschkes Tournee-Traum schwindet: Tschofenig fliegt davon
Paschkes Tournee-Traum schwindet: Tschofenig fliegt davon / Foto: © AFP

Jetzt muss ein Wunder her: Pius Paschke hat im Kampf um den ersten deutschen Tournee-Titel seit 23 Jahren wohl entscheidend gepatzt. Während Daniel Tschofenig beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen die Siegesserie der österreichischen Skispringer fortsetzte, kam der fünfmalige Saisonsieger Paschke nicht über Rang neun hinaus - wohl zu wenig.

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"Es fehlt etwas die Lockerheit. Der zweite war wichtig, der war gut. Das hat auch Spaß gemacht", sagte der fünfmalige Saisonsieger Paschke: "Die Phase vor Engelberg war unglaublich. Natürlich will man da wieder hin, aber das ist heute leider nicht mehr die Realität."

Paschke zeigte drei Tage nach seinem vierten Platz in Oberstdorf einen mäßigen ersten Sprung auf 129,0 m, ehe er mit einem Traumflug auf 143,5 m sein Können unter Beweis stellte. Für das Podest reichten die 275,9 Punkte aber erneut nicht. Dort stand Tschofenig ganz oben, gefolgt vom Schweizer Gregor Deschwanden und dem neuen Schanzenrekordler Michael Hayböck (Österreich). Auch in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee liegt Tschofenig nun vorne, Paschkes Rückstand ist kaum noch aufzuholen.

Schon in Oberstdorf hatte Österreich durch Stefan Kraft, Jan Hörl und eben Tschofenig überragt, es war der erste Dreifachsieg einer Nation bei einer Tournee seit 13 Jahren. Eine Wiederholung blieb aus, weil sowohl Hörl (5.) als auch Kraft (8.) Federn ließen - dafür sprang Hayböck in die Bresche. Der erste Tournee-Sieg für Österreich seit zehn Jahren wird somit immer wahrscheinlicher, zumal die Heimspiele in Innsbruck (Samstag) und Bischofshofen (Montag) folgen.

Paschke braucht dort ein Wunder, um als erster Deutscher seit Sven Hannawald 2002 doch noch den Goldadler zu holen. An Neujahr blieb dieses aus, nach dem ersten Durchgang lag er nur auf dem 16. Rang. Am Ende war er dann auch nur zweitbester Deutscher: Karl Geiger flog auf Rang sechs und setzte nach dem achten Platz in Oberstdorf seine starke Tournee fort. Andreas Wellinger (Ruhpolding) durfte als Zehnter halbwegs zufrieden sein.

"Noch ist nichts entschieden, auch nicht gegen Pius. In Innsbruck kann viel passieren", sagte ARD-Experte Hannawald. Der Trend spricht aber gegen Paschke: In den ersten acht Springen des Winters war er siebenmal auf dem Podest gelandet, nun reichte es zum vierten Mal in Folge nicht für das Treppchen.

Für ein Glanzlicht sorgte Hayböck, als er im ersten Durchgang mit 145,0 m den Schanzenrekord des Polen Dawid Kubacki um einen Meter verbesserte - und sogar einen Telemark setzte. "Das war volle Attacke", sagte der 33-Jährige, der nach Rang acht in Oberstdorf mit seinen Teamkollegen feiern durfte. "Wir sind froh, dass wir die Form mit ins neue Jahr nehmen konnten", sagte Hayböck.

In den zweiten Durchgang schafften es aus deutscher Sicht auch Philipp Raimund (Oberstdorf/19.) und Felix Hoffmann (Goldlauter/25.). Hoffmann empfahl sich damit für einen Platz im Weltcup-Team - anders als Rückkehrer Markus Eisenbichler, der als 32. ebenso wie Constantin Schmid (Oberaudorf/34.), Stephan Leyhe (Willingen/36.) und Luca Roth (Messstetten/38.) vorzeitig ausschied. Vor allem Leyhe droht die Abstufung ins B-Team.

22.000 Zuschauer an der Olympiaschanze hatten schon ab dem Morgen für mächtig Stimmung gesorgt, viele hatten Plakate für Paschke, Wellinger und Co. mitgebracht. Paschke war nach einer kurzen Silvesternacht dann auch voller Tatendrang an die Schanze gekommen. "Ich lag vor Mitternacht im Bett, konnte aber nicht ganz schlafen, es war ein bisschen laut", sagte der 34-Jährige. Auf der Schanze verlief aber schon die Probe mit Rang elf eher mäßig - der erste Durchgang bestätigte dieses Ergebnis dann.

Am Donnerstag wartet auf Paschke und Co. der zweite Ruhetag der Tournee, schon am Freitag steht die Qualifikation für das erstmals seit 2016 ausverkaufte Bergiselspringen an. Dort waren in den letzten Jahren in unschöner Regelmäßigkeit die deutschen Tournee-Träume endgültig geplatzt. Nun droht Pius Paschke ein ähnliches Schicksal.

(U.Beriyev--DTZ)

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