Deutsche Tageszeitung - "Peinlich und unwürdig": BVB von furiosen Kielern überrumpelt

"Peinlich und unwürdig": BVB von furiosen Kielern überrumpelt


"Peinlich und unwürdig": BVB von furiosen Kielern überrumpelt
"Peinlich und unwürdig": BVB von furiosen Kielern überrumpelt / Foto: © SID

Borussia Dortmund kassiert eine herbe Niederlage in Kiel. Trainer Nuri Sahin gerät immer mehr in Not.

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Kiel (SID) Der fassungslose Kapitän Emre Can, Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton stellten sich gleich nach dem Schlusspfiff den wütenden BVB-Fans, die den weiten Weg in den hohen Norden auf sich genommen hatten und erneut bitter enttäuscht wurden. Als sich seine Spieler noch eine Standpauke anhören mussten, war der schwer angeschlagene Trainer Nuri Sahin längst in den Katakomben des Stadions verschwunden - und Lars Ricken fällte ein vernichtendes Urteil.

"Die erste Halbzeit war unwürdig", sagte der Sport-Geschäftsführer von Borussia Dortmund nach dem desaströsen 2:4 (0:3) bei Holstein Kiel im Sky-Interview: "In solchen Spielen ist es peinlich, beschämend und unwürdig, wie wir die schwarz-gelben Farben repräsentieren." Eine Diskussion um Sahin "brauchen wir gar nicht zu führen", sagte Kehl. Der Trainer stehe nicht zur Disposition.

Auch Can beteuerte: "Es liegt nicht am Trainer, wir Spieler sind dafür verantwortlich." Sahin und Co. hätten immer einen Matchplan, aber "wir kriegen es nicht hin. Wir können so nicht Fußball spielen", sagte er: "Das hat was mit Ehre zu tun. Bei allem Respekt vor Kiel."

Der Schlussspurt des BVB genügte nicht zum Unentschieden. In dieser Form droht Dortmund, die Champions-League-Plätze früh aus den Augen zu verlieren. Die Zweifel am sportlichen Kurs von Coach Sahin nehmen deutlich zu.

Shuto Machino brachte den Außenseiter in Führung (27.). Der Jubel war kaum abgeklungen, da legte Phil Harres gegen die erstaunlich unsortierte BVB-Abwehr per Kopf nach (32.). Und es kam noch schlimmer für die Westfalen: Alexander Bernhardsson erzielte kurz vor dem Halbzeitpfiff auch noch den dritten Treffer für den entschlossenen Tabellenvorletzten (45.+4).

Der BVB kämpfte sich nochmals heran, kam aber nur zu Treffern von Giovanni Reyna (71.) und Jamie Gittens (77.). Kiels Lewis Holtby (86.) sah kurz nach seiner Einwechslung die Rote Karte. Fiete Arp (90.+8) sorgte für den Schlusspunkt.

Holstein schöpfte große Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Beim BVB schrillen dagegen die Alarmglocken, selbst das Minimalziel Platz vier ist in echter Gefahr.

Den Auftrag für die Partie in Kiel hatte Sportchef Sebastian Kehl klar umrissen. Nur ein Sieg zähle, sagte er bei Sky. Seine Profis bemühten sich zunächst, verloren dann gegen gut organisierte Hausherren Mitte des ersten Durchgangs aber total den Faden.

Sahins personelle Optionen waren nach dem 2:3 gegen Bayer Leverkusen am Freitag deutlich größer geworden - die arg lästige Grippewelle scheint langsam abzuklingen. Doch auch mit Nico Schlotterbeck, Emre Can und Ramy Bensebaini wirkte die Abwehr schon zu Beginn nicht sattelfest.

Finn Porath startete über Kiels linke Seite durch und schüttelte Can ab, scheiterte aber an Torhüter Gregor Kobel (5.). Die fußballerisch schwer enttäuschenden Gäste versuchten es selbst ein ums andere Mal über ihren Dribbler Jamie Gittens, der sich aber in den ersten 45 Minuten nicht durchsetzen konnte. Und die Konterabsicherung war dann ungenügend.

Sahin wechselte doppelt, brachte Waldemar Anton und Maximilian Beier, doch auch in veränderter Besetzung war von Dortmunder Dominanz im zweiten Durchgang wenig zu spüren. Kiel verteidigte im engen Verbund und den Gäste fehlten lange die Ideen. Erst zum Ende des Spiels drängte der BVB Kiel weit zurück.

(M.Travkina--DTZ)

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