Deutsche Tageszeitung - "Herablassende Polemik": Kircher kritisiert Kwasniok

"Herablassende Polemik": Kircher kritisiert Kwasniok


"Herablassende Polemik": Kircher kritisiert Kwasniok
"Herablassende Polemik": Kircher kritisiert Kwasniok / Foto: © IMAGO/Jürgen Kessler/SID

Schiedsrichter-Chef Knut Kircher hat Trainer Lukas Kwasniok vom SC Paderborn für dessen Äußerungen zu den Unparteiischen am vergangenen Spieltag scharf kritisiert. Die Aussagen Kwasnioks über Schiedsrichter Florian Heft und Video-Assistentin Katrin Rafalski nach der Zweitliga-Partie gegen Hertha BSC (1:2) am Sonntag bezeichnete Kircher auf der DFB-Homepage als "verfehlt und teilweise unangemessen polemisch".

Textgröße ändern:

Kwasniok hatte sich nach dem Spiel in Interviews und auf der Pressekonferenz über die Schiedsrichter geäußert und unter anderem gesagt, es gebe eine Vorgeschichte zwischen Paderborn und dem VfL Osnabrück und er glaube nicht, dass jemand aus Osnabrück bei dieser Vorgeschichte komplett unparteiisch sein könne. Kwasniok spielte dabei auf die Rivalität zwischen den beiden Vereinen an, Schiedsrichter Heft lebt laut DFB rund 30 Kilometer von Osnabrück entfernt.

"Zu suggerieren, dass der Schiedsrichter aufgrund seiner Herkunft oder seines Wohnortes nicht neutral sein könne, ist ein No-go", sagte Kircher: "Es gibt überhaupt keinen Zweifel an der Unparteilichkeit von Florian Heft - weder in diesem Spiel noch grundsätzlich." Der 35-Jährige sei "ein erfahrener Zweitliga-Referee, der in über 90 Einsätzen in dieser Spielklasse seine Qualität unter Beweis gestellt" habe, sagte der Geschäftsführer Kommunikation und Sport der DFB Schiri GmbH.

Deutliche Kritik hatte Kwasniok auch an Video-Assistentin Rafalski geäußert. "Wir sind hier nicht in Spanien, wir sind in Deutschland. Hat die Siesta gemacht? Die muss ihm auch helfen", hatte der Coach im ARD-Hörfunk gesagt: "Wir müssen gucken, dass alle bei der Sache sind und nicht nebenbei die Wiederholung der Lindenstraße sich anschauen."

"Eine derart herablassende Polemik ist inakzeptabel und stellt die Integrität von Katrin Rafalski infrage. Das ist nicht tolerierbar", sagte Kircher. Kwasniok war vor allem eine Szene in der Schlussphase ein Dorn im Auge, als Herthas Abwehrspieler Deyovaisio Zeefuik Paderborn-Stürmer Sven Michel im Strafraum zu Fall gebracht hatte und Heft weiterspielen ließ.

Die Kritik Kwasnioks bezeichnete Kircher als "gänzlich unberechtigt". Ein "klares, ahndungswürdiges Aufstützen" habe nicht vorgelegen, nicht auf Strafstoß zu entscheiden, sei "angemessen" gewesen. Des Weiteren habe Video-Assistentin Rafalski in den spielrelevanten Situationen korrekt gehandelt, dies betreffe auch den Zweikampf von Zeefuik und Michel.

Kircher habe Verständnis für Emotionen im Spiel, betonte aber: "Wenn suggeriert wird, dass der Schiedsrichter womöglich befangen sein könnte, und der Video-Assistentin unterstellt wird, Seifenopern zu verfolgen statt des Spiels, geht das deutlich zu weit."

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Auf eigenen Wunsch: Krösche bei Frankfurt freigestellt

Sportvorstand Markus Krösche (46) ist bei Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt auf eigenen Wunsch freigestellt worden. Das teilte die Eintracht am Sonntagabend mit. Demnach habe der Verein dem Wunsch von Krösche nach einer sofortigen Freistellung entsprochen. Der bis zum 30. Juni 2028 laufende Vertrag besteht angepasst fort.

Tischtennis: Kaufmann verpasst EM-Gold

Annett Kaufmann hat die Goldmedaille bei der Tischtennis-EM in Ljubljana nach einem Krimi verpasst. Die 20-Jährige vom SV DJK Kolbermoor verlor nach einem herausragenden Turnier im packenden Finale gegen die Russin Elizabet Abraamian 3:4. In den Runden zuvor hatte Kaufmann ihre beiden Teamkolleginnen Han Ying (4:0) und Nina Mittelham (4:3) geschlagen. Für Mittelham blieb immerhin Bronze.

Bayern wieder vorbei: Freiburg patzt in Leverkusen erstmals

Der FC Bayern bleibt oben: Die Überflieger des SC Freiburg haben eine schnelle Rückkehr an die Tabellenspitze verpasst - und gehen "nur" als Herausforderer ins Duell mit dem Rekordmeister. Beim 1:2 (1:1) im Bundesliga-Topspiel bei Bayer Leverkusen patzten die Breisgauer erstmals in dieser Saison und mussten Platz eins nach nur einem Spieltag wieder räumen.

Tischtennis-EM: Qiu verliert im Halbfinale

Tischtennisprofi Dang Qiu hat bei der EM in Ljubljana das Finale verpasst und muss sich mit Bronze begnügen. Der Europameister von 2022 verlor das Halbfinale gegen den Schweden Anton Källberg, Qius Teamkollege beim Bundesligisten Borussia Düsseldorf, mit 2:4. Källberg fordert am Nachmittag (17.50 Uhr/Dyn) im Finale den französischen Weltranglistenzweiten und Topfavoriten Félix Lebrun heraus.

Textgröße ändern: