Deutsche Tageszeitung - Sabalenka gestürzt: Keys siegt sensationell in Melbourne

Sabalenka gestürzt: Keys siegt sensationell in Melbourne


Sabalenka gestürzt: Keys siegt sensationell in Melbourne
Sabalenka gestürzt: Keys siegt sensationell in Melbourne / Foto: © SID

Am Ziel ihrer Träume riss Madison Keys fassungslos die Arme in die Luft und vergrub das Gesicht in ihrem Handtuch - dann zeigte sie ihr breitestes Grinsen und weinte vor Freude. Die US-Amerikanerin hat die Königin von Melbourne entthront und sich sensationell ihren ersten Grand-Slam-Titel geschnappt. Keys schlug nach einer beeindruckenden Leistung im Finale Aryna Sabalenka und verhinderte den Titel-Hattrick der Weltranglistenersten bei den Australian Open.

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Das 6:3, 2:6, 7:5 in einer umkämpften Partie machte Keys zur ersten amerikanischen Grand-Slam-Siegerin seit Coco Gauff bei den US Open 2023. Nach gut zwei Stunden verwandelte die 29-Jährige ihren zweiten Matchball - und krönte im bereits 46. Anlauf bei einem Major-Turnier ihre Karriere. Garniert wird der Sensationserfolg mit einem Preisgeld von mehr als zwei Millionen Euro.

Keys hatte vor Turnierbeginn bereits sechsmal das Halbfinale und einmal das Finale eines Majors erreicht, den letzten Schritt aber nie gehen können. Im Halbfinale von Melbourne besiegte sie dann überraschend bereits die Weltranglistenzweite Iga Swiatek aus Polen.

Die geschockte Sabalenka verpasste es hingegen, sich zur ersten Spielerin seit der Schweizerin Martina Hingis (1997-1999) aufzuschwingen, die dreimal hintereinander das Turnier gewann. Enttäuscht flüchtete sie nach dem Matchball erstmal in die Katakomben der Rod Laver Arena.

Nach 20 Siegen in Folge endete Sabalenkas beeindruckende Serie in Melbourne zu einem bitteren Zeitpunkt - die Spitzenposition in der Weltrangliste hat die 26 Jahre alte Belarussin bei den Australian Open aber verteidigt.

Begonnen hatte der Abend mit einer aufwendigen Musikshow in der vollbesetzten Arena. Auf sportlicher Ebene gab anschließend zunächst die Weltranglisten-14. den Ton an. Keys zeigte eine hochkonzentrierte Leistung und nahm der nervös wirkenden Sabalenka, die mehrere Doppelfehler produzierte, gleich zu Beginn des ersten Satzes den Aufschlag ab.

Die US-Amerikanerin konnte sich wie schon bei ihrem Überraschungssieg über Swiatek im Halbfinale auf ihren Aufschlag verlassen, auch mit ihren starken Grundschlägen stellte sie Sabalenka vor Probleme. "Die ist so im Flow, diese Madison Keys", schwärmte Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner am Eurosport-Mikrofon. Folgerichtig ging der erste Satz nach nur 35 Minuten an die Außenseiterin, auch wenn sich Sabalenka langsam sammelte.

Die Titelverteidigerin hatte ihre Spitzenposition in der Weltrangliste bereits durch das Aus ihrer großen Rivalin Swiatek gesichert. Und wie eine Nummer eins spielte Sabalenka dann auch endlich zu Beginn des zweiten Satzes. Die 26-Jährige brachte in einer Pause einige ihrer Schläger zum Besaiter und sich selbst schnell mit zwei Breaks in Führung. Sabalenka nahm damit die Spur von Steffi Graf wieder auf, die zwischen 1988 und 1990 dreimal in Melbourne triumphiert hatte.

Es sei "verrückt", hatte Sabalenka vor dem Match gesagt, möglicherweise bald in einem Atemzug mit gleich mehreren "Legenden" genannt zu werden. Im sehr emotionalen Entscheidungssatz aber verpasste sie es, sich diese Ehre zu verdienen. Die nervenstarke Keys entschied die hochklassige Partie mit einer Willensleistung für sich.

(W.Novokshonov--DTZ)

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