Deutsche Tageszeitung - Torshow gegen Tunesien: DHB-Team wirft sich für K.o.-Runde warm

Torshow gegen Tunesien: DHB-Team wirft sich für K.o.-Runde warm


Torshow gegen Tunesien: DHB-Team wirft sich für K.o.-Runde warm
Torshow gegen Tunesien: DHB-Team wirft sich für K.o.-Runde warm / Foto: © IMAGO/Henning Bagger/SID

Im Schongang zum Schützenfest: Deutschlands Handballer haben sich mit einem Kantersieg aus Herning verabschiedet und sich mit einer Torshow gegen Tunesien für das WM-Viertelfinale warm geworfen. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason deklassierte den krassen Außenseiter zum Hauptrundenabschluss mit 31:19 (18:8) und bricht dank des fünften Siegs im sechsten Spiel mit frischem Rückenwind nach Oslo auf. In der norwegischen Hauptstadt steigt am Mittwoch das erste K.o.-Spiel.

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Das wegen Erkrankungen dezimierte deutsche Team erledigte seine Pflichtaufgabe ohne Probleme. Weil Torhüter David Späth mit 21 Paraden glänzte und die Abwehr von Anfang an einen richtig guten Job machte, konnte das DHB-Team wertvolle Kräfte schonen. So mussten Vielspieler wie Kapitän Johannes Golla, die Rückraumspieler Renars Uscins und Julian Köster sowie Stammkeeper Andreas Wolff am Samstag nicht eingreifen.

Bester deutscher Werfer in der Jyske Bank Boxen war Marko Grgic mit elf Treffern, der erst zum Tunesien-Spiel nachnominierte Marian Michalczik erzielte zwei Tore. Für das deutsche Team geht es am Sonntagmittag per Charterflieger nach Oslo, wo es in der kommenden Woche um die Medaillen geht. Deutscher Viertelfinalgegner ist Portugal oder Brasilien.

Neben den erkälteten Juri Knorr und Rune Dahmke musste die deutsche Mannschaft am Samstagabend kurzfristig auch noch auf Lukas Stutzke verzichten. Dahmke und Stutzke verfolgten die Partie aus dem Teamhotel in Silkeborg, Knorr hält sich aktuell zu Untersuchungen in Deutschland auf. Der Spielmacher, der sich laut Verbandsangaben "auf dem Wege der Besserung" befindet, wird am Sonntag zwar nicht mit der Mannschaft nach Oslo fliegen. Es gehe ihm laut Gislason aber "erheblich besser".

"Ich will die Leute, die sehr viel gespielt haben, soweit schonen, wie ich kann. Ich will aber auch eine gute Leistung sehen", kündigte Gislason unmittelbar vor der Partie im ZDF an. Er erwarte "eine Mannschaft, die so spielt, als würde es um einen Platz in der Finalrunde gehen".

Die Erwartungen des Bundestrainers erfüllte sein Team von der ersten Minute an. Schon als Michalczik mit seinem ersten WM-Treffer auf 3:1 (3.) stellte, deutete sich ein deutlicher Sieg an. In der Folge riss vor allem Späth die Zuschauer aus den Sitzen. Auch dank der vielen Paraden des Torhüters zog die DHB-Auswahl schnell auf 15:4 (22.) davon.

Gislason klatschte seinen Schützlingen von der Seitenlinie immer wieder Beifall, fand aber auch mahnende Worte. "Die Abwehr ist gut", lobte er in einer Auszeit, monierte aber neun technische Fehler. Dies Anzahl in einer Halbzeit seien "Katastrophe - eigentlich". Die fielen aber nicht ins Gewicht, die zwölf parierten Späth-Bälle bis zur Pause und eine Fangquote von zeitweise über 70 Prozent entschädigten für vieles.

"Wir haben zu viele Ballverluste auf dem Weg nach vorne", sagte Rückraumspieler Christoph Steinert in der Halbzeitpause: "Überragend ist die Abwehr und David Späth, der unfassbar gut hält."

Im zweiten Abschnitt bot sich den mehr als 4000 Fans in Herning das gleiche Bild. Zwar gelang im Angriff gegen die nun völlig überforderten Tunesier weiterhin nicht alles, hinten hielt Späth aber weiterhin bärenstark. Beim Stand von 28:13 betrug die Führung zehn Minuten vor dem Ende 15 Tore.

(W.Budayev--DTZ)

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