Deutsche Tageszeitung - "Wir sind heiß": Handballer kämpfen ums Halbfinale

"Wir sind heiß": Handballer kämpfen ums Halbfinale


"Wir sind heiß": Handballer kämpfen ums Halbfinale
"Wir sind heiß": Handballer kämpfen ums Halbfinale / Foto: © SID

Massive Abwehr, starke Torhüter - und ein Juri Knorr als X-Faktor: Deutschlands Handballer gehen mit einem klaren Plan und ganz viel Zuversicht in ihr WM-Viertelfinale gegen Portugal. "Es wird ein sehr enges, umkämpftes Spiel", prophezeite Rückraumspieler Julian Köster und betonte vor der Partie am Mittwochabend (20.30 Uhr/ARD): "Wir hauen alles rein in dieses Viertelfinale. Wir wollen das genießen." Linksaußen Lukas Mertens versprach: "Wir sind heiß."

Textgröße ändern:

Gegen das bei der WM noch ungeschlagene portugiesische Überraschungsteam ist vor allem die deutsche Defensive in höchster Alarmbereitschaft. Denn keine Mannschaft - nicht Dänemark (178) und auch nicht Frankreich (176) - erzielte in der Hauptrunde mehr Tore als die Südeuropäer (179). "Die Portugiesen spielen bislang ein überragendes Turnier, haben eine richtig gute Truppe zusammen. Es wird alles andere als einfach", so Köster. Zuletzt spielte die DHB-Auswahl unmittelbar vor der Heim-EM vor einem Jahr gegen Portugal - und gewann zwei Mal (34:33 und 35:31) knapp.

Das DHB-Rezept diesmal? "Wir müssen eine sehr gute, kompakte Abwehr hinstellen", sagte Köster, auf den Schwerstarbeit zukommen wird. Zusammen mit Kapitän Johannes Golla bildet der Gummersbacher den Innenblock - und damit das Herzstück der deutschen Defensive. Vor allem wird es darum gehen, mit Martim und Francisco Costa das wohl heißeste Brüderpaar der Handball-Welt auszuschalten. Der 22 Jahre alte Rechtshänder Martim erzielte bei dieser WM bislang 33 Tore, sein drei Jahre jüngerer Bruder "Kiko" sogar 36. Beide haben großen Anteil daran, dass Portugal erstmals bei einer WM die Runde der letzten Acht erreichte.

Wenn man den Angriff Portugals mit einer stabilen Abwehr und guten Torhüter unterbinden kann, "ist schon mal sehr geholfen", sagt Köster. Zudem müsse der Rücklauf nach Ballverlusten funktionieren. "Wir wollen denen keine einfachen Tore schenken."

In der Offensive könnte der wieder genesene Spielmacher Knorr, der wegen einer Erkältung zuletzt zwei Mal zusehen musste, zum entscheidenden Joker werden. "Juri macht jedes Team auf dieser Welt nochmal ein bisschen besser", sagte Köster: "Deswegen sind wir froh, dass wir ihn in unseren Reihen haben. Ich denke, er wird uns helfen können."

Nach dem vierten Platz bei der Heim-EM vor einem Jahr und Olympia-Silber im vergangenen Sommer kann das Team von Gislason zum dritten Mal hintereinander bei einem großen Turnier ins Halbfinale einziehen. Der Traum von der ersten WM-Medaille seit 18 Jahren lebt. "Es ist ein Spiel, das uns davon trennt, um die Medaillen spielen zu dürfen", sagte Köster. Mertens gab sich "guter Dinge, dass wir das positiv gestalten können und ins Halbfinale einziehen".

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Bahnrad-WM: Grabosch auf Goldkurs - Klein fährt um Bronze

Sprinterin Pauline Grabosch greift bei der Bahnrad-WM in Shanghai nach der Goldmedaille, Lisa Klein fährt um Bronze. Die Magdeburgerin Grabosch setzte am vorletzten Wettkampftag in der Qualifikation im Zeitfahren über die 1000 m in 1:03,804 Minuten die klare Bestzeit. Der Saarbrückerin Klein gelang in der Einerverfolgung der Sprung ins kleine Finale.

NBA: Sorgen um Franz Wagner - Steinbach glänzt

Sorgen um Franz Wagner: Der deutsche Basketballstar ist kurz vor dem Start der neuen NBA-Saison mit einer Verletzung an der rechten Schulter ausgewechselt worden. Im Vorbereitungsspiel seiner Orlando Magic gegen Miami Heat musste der Welt- und Europameister nach einem erfolglosen Dreierversuch kurz nach der Pause das Parkett verlassen. Laut Headcoach Sean Sweeney soll Wagner zeitnah untersucht werden.

Koch nach Eintracht-Sieg: "War keine einfache Woche"

Robin Koch schenkte nach dem erlösenden Sieg gegen den 1. FC Köln sein Trikot einem kleinen Fan, die Erleichterung war dem Kapitän von Eintracht Frankfurt deutlich anzusehen. "Es war für mich keine einfache Woche. Wir sind sehr froh über den Sieg, das war extrem wichtig", sagte der 30-Jährige nach dem knappen 1:0 (0:0) bei Sky.

Matthäus sicher: Bayern "werden sich fangen"

Lothar Matthäus sieht beim FC Bayern Defizite in der Defensive und der Chancenverwertung, rechnet aber mit einer Steigerung der Münchner in den bevorstehenden großen Spielen. "Sie sind nicht so stabil wie im letzten Jahr. Es fehlt ein bisschen die Konzentration in der Defensive. Viele Torchancen werden liegengelassen. Das haben sie im letzten Jahr besser gemacht", sagte der Rekordnationalspieler bei RTL/Sky.

Textgröße ändern: