Deutsche Tageszeitung - Schwache Bayern retten Punkt in Leverkusen

Schwache Bayern retten Punkt in Leverkusen


Schwache Bayern retten Punkt in Leverkusen
Schwache Bayern retten Punkt in Leverkusen / Foto: © SID

Lattenglück, kaum Chancen - aber ein großer Schritt zum Titel: Bayern München hat den Angriff von Bayer Leverkusen abgewehrt und den aufmüpfigen Rivalen auf Distanz gehalten. In einem hitzigen Bundesliga-Gipfeltreffen erkämpfte sich der erschreckend ungefährliche Rekordmeister mit reichlich Dusel ein 0:0 beim Double-Gewinner aus Leverkusen. Die Vorentscheidung im Meisterkampf blieb zwar vorerst aus, der Vorsprung des Spitzenreiters beträgt aber weiter komfortable acht Zähler.

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Die Bayern blieben im Kampf um die Vormachtstellung im deutschen Fußball zum sechsten Mal nacheinander gegen Leverkusen sieglos und warten seit September 2022 auf einen Erfolg - doch der Punktgewinn half dem Tabellenführer aus München deutlich mehr als den Leverkusenern, die ihre vielleicht letzte große Chance auf neue Spannung im Meisterrennen ungenutzt ließen. Glück hatten die vollkommen harmlosen Münchner bei zwei Lattentreffern von Jeremie Frimpong und Nathan Tella in der ersten Halbzeit.

Das erste Statement hatten die Bayern vor dem Anpfiff gesetzt. Nach monatelangem Hin und Her verkündete der Rekordmeister in alter "Mia-san-mia"-Manier ausgerechnet am Tag vor einem der wichtigsten Spiele der Saison die Verlängerung mit Jamal Musiala. Als "starkes Signal an alle" bezeichnete Sportvorstand Max Eberl den Mega-Deal bis 2030 - also auch an Leverkusen?

Zumindest auf den Wirbel um Florian Wirtz, den Bayern-Patron Uli Hoeneß ("Wir wollen Wirtz") im Vorfeld losgetreten hatte, reagierte Bayer gelassen. Wie erwartet startete der Jungstar, Trainer Xabi Alonso, der den Rekordmeister vor ziemlich genau einem Jahr gedemütigt (3:0) und damit den Weg zum Titelgewinn geebnet hatte, verzichtete dafür gegen die Bayern erneut auf einen echten Stürmer - und doch begann Leverkusen mutiger.

Bayern-Coach Vincent Kompany ließ es defensiver angehen, Musiala rieb sich in einigen harten Zweikämpfen mit DFB-Teamkollege Jonathan Tah auf. Wirtz gelang es dagegen, dem Duell der Ausnahmekönner umgehend seinen Stempel aufzudrücken: Der Jungstar scheiterte nach einem Super-Solo an Manuel Neuer, im Nachsetzen köpfte Frimpong an die Latte (21.). Dazu versuchte es Wirtz einmal frech aus über 50 Metern (33.). Zuvor hatte auch Tella aus besserer Position nur den Querbalken getroffen (25.).

Die Münchner überstanden die Bayer-Drangphase unbeschadet - und fingen sich etwas. Die gefürchtete Offensive der Bayern, die im Vergleich zum Champions-League-Spiel bei Celtic Glasgow (2:1) auf vier Positionen wechselten und erstmals mit Hiroki Ito in der ersten Elf aufliefen, blieb ungefährlich. Wenig erinnerte an die beiden jüngsten Duelle, die die Bayern trotz Überlegenheit nicht gewinnen konnten (ein Remis, eine Niederlage).

Topstar Harry Kane, aber auch Musiala sorgten nach der Pause kaum für offensive Akzente. Unsicherheiten leisteten sich die Münchner dazu defensiv weiter zuhauf. Bezeichnend war eine verunglückte Faustabwehr von Torhüter Neuer, nach der daraus folgenden Ecke verpasste Tella (59.) mit einem Seitfallzieher nur knapp die Führung für Bayer.

Diese wäre Mitte des zweiten Durchgangs für engagierte Rheinländer durchaus verdient gewesen - spätestens, als Ito in höchster Not einen Tella-Kopfball von der Linie kratzte (66.). Kompany handelte und wechselte vierfach: Doch auch nach der Einwechslung von Leroy Sané, Leon Goretzka, Serge Gnabry und dem Ex-Leverkusener Josip Stanisic änderte sich wenig.

Bayer drückte mit aller Macht auf einen Treffer. Neuer rettete nach einer flachen Flanke mit dem Fuß vor dem einschussbereiten Wirtz (83.). Erst in der 87. Minute nahm Alonso einen Wechsel vor, für Tella kam aber weder Patrik Schick noch Victor Boniface, sondern der schnelle Amine Adli. Adli scheiterte kurz nach seiner Einwechslung aus kurzer Distanz, Neuer reagierte glänzend. Den Abpraller schoss Wirtz knapp am linken Pfosten vorbei (90.+1).

(G.Khurtin--DTZ)

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