Deutsche Tageszeitung - Badminton-Verband befürchtet WM-Aus wegen Mittelkürzungen

Badminton-Verband befürchtet WM-Aus wegen Mittelkürzungen


Badminton-Verband befürchtet WM-Aus wegen Mittelkürzungen
Badminton-Verband befürchtet WM-Aus wegen Mittelkürzungen / Foto: © SID

Der Deutsche Badminton-Verband ächzt angesichts "drastischer" Mittelkürzungen durch den Bund - und befürchtet sogar ein finanziell bedingtes Aus für die Team-WM. "Wir versuchen uns bereits seit Jahren bestmöglich selbst zu helfen, diese Einschnitte bedrohen jedoch endgültig die internationale Wettbewerbsfähigkeit", sagte Chef-Bundestrainer Hannes Käsbauer in einer Stellungnahme des DBV.

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Der Verband erhält eigenen Angaben zufolge rund 200.000 Euro weniger für die Jahresplanung und damit für Turnier- und Maßnahmenkosten. Dies ist vor allem auf fehlende Erfolge bei Olympia in Paris zurückzuführen und bedeute eine Haushaltskürzung von etwa 40 Prozent mit entsprechend weitreichenden Folgen für den Leistungs- und Nachwuchssport. So stehe akut in Frage, ob der DBV nach Bronze bei der EM in Baku seine Athleten zur Team-Weltmeisterschaft Ende April in China schicken kann.

"Wir werden uns vermutlich abmelden, denn eine Team-WM in China kostet ganz schnell 50.000 Euro, Geld, das wir hinten und vorne nicht haben", sagte Käsbauer: "Unsere aktuelle Planung reicht bis zum Sommer. Selbst die WM Ende August ist finanziell zur Zeit nicht gedeckt, ganz zu schweigen von den anschließend kommenden Weltranglistenturnieren." Im Verband arbeite man intensiv an "smarten und nachhaltigen Ideen", mit denen man die "Zukunft in Angriff" nehmen und könne.

Ralf Michaelis, Präsident des DBV, übte unterdessen deutliche Kritik am umstritten PotAS-System zur Verteilung der Fördermittel an die olympischen Sportverbände. "Das Potenzialanalysesystem als objektiviertes Verfahren der Verbandsförderung bei der Mittelvergabe hat erhebliche Schwächen und ist nur sehr bedingt geeignet den Abschwung des deutschen Sports aufzuhalten", sagte Michaelis. Die Mittelkürzungen seien "ein grundlegender Fehler" und hemmten den Sport in seiner weiteren Entwicklung.

Der DBV steht mit seiner Kritik nicht allein da. Unter anderem der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), der Deutsche Volleyball-Verband (DVV), der Deutsche Basketball Bund (DBB) und der Deutsche Judo-Bund (DJB) hatten PotAS deutliche Schwächen attestiert.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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