Deutsche Tageszeitung - Langlauf-Team mit WM-Sorgen: Gimmler krank, Gepäck weg

Langlauf-Team mit WM-Sorgen: Gimmler krank, Gepäck weg


Langlauf-Team mit WM-Sorgen: Gimmler krank, Gepäck weg
Langlauf-Team mit WM-Sorgen: Gimmler krank, Gepäck weg / Foto: © IMAGO/CARL SANDIN/SID

Keine Koffer, dafür diverse Kranke: Das deutsche Skilanglauf-Team hat kurz vor dem Start der Nordischen Ski-WM in Trondheim mit reichlich Problemen zu kämpfen. Die zumindest zum erweiterten Favoritenkreis zählende Laura Gimmler fällt für ihre Spezialdisziplin Klassiksprint am Donnerstag aus, die ebenfalls stark eingeschätzte Coletta Rydzek ist deutlich geschwächt. Hinzu mussten die deutschen Sportler wegen 40 fehlender Gepäckstücke improvisieren.

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"Es hat uns schon einigermaßen hart getroffen. Quasi das gesamte Sprint-Team hatte Fieber", sagte Langlauf-Cheftrainer Peter Schlickenrieder dem SID am Donnerstag im Granasen-Skicenter: "Coletta ist zwar jetzt wieder gesund, aber nach der Krankheit noch nicht wieder voll da. Für Laura ist es ganz bitter, die war echt super drauf."

Die Oberstdorferin Gimmler, die Ende Januar im italienischen Cogne als Dritte im Klassiksprint zum ersten Mal in ihrer Karriere einen Podestplatz erreicht hatte, wäre am Donnerstag (Qualifikation 10.00 Uhr/K.o.-Runden 12.15 Uhr/ZDF und Eurosport) zumindest mit Finalchancen ins Rennen gegangen, hat sich aber vor Ort einen Infekt zugezogen.

Das gesamte deutsche Team und das Gros der anderen Nationen sind im riesigen Scandic-Hotel in Trondheim untergebracht, alle essen in einem gewaltigen Speisesaal. Es herrschen in der deutschen Mannschaft Vorsichtsmaßnahmen wie zu Coronazeiten.

Neben Rydzek, die nach dem letzten Weltcuprennen in Falun erkrankt und zuvor zweimal unter die besten sechs gesprintet war, starten in der ersten von 25 WM-Entscheidungen Teamsprint-Olympiasiegerin Victoria Carl, Helen Hoffmann und Sofie Krehl. Letztere hatte zuletzt auch mit Krankheitsproblemen zu kämpfen und hat gerade erst die "Quarantäne" verlassen. Für Allrounderin Carl ist es der eher druckfreie Auftakt einer WM mit großen Hoffnungen. Die Thüringerin kommt für alle Strecken infrage, soll aber ebenso wie Katharina Hennig, mit der sie 2022 in Peking Olympiagold geholt hatte, dosieren.

"Die Strecken sind brutal hart, da müssen wir abwägen", sagt Schlickenrieder, der deshalb wohl eher auf die Teamwettbewerbe setzt: "Mit einer Einzelmedaille wird es sehr, sehr schwer. Fairerweise muss man sagen, dass die Frauenstaffel unsere einzige realistische Medaillenchance ist."

Bei den Männern sind einzig Friedrich Moch in den Einzelrennen Top-10-Platzierungen zuzutrauen. Der Allgäuer hatte wie diverse andere Teammitglieder unter dem temporären Gepäckverlust zu kämpfen. "Der Fri ist heute mit einer rosa Mütze gelaufen, hat sich die Mütze von der Laura ausgeliehen", sagte Schlickenrieder: "Früher war das ein Mordsdrama. Jetzt wird von Zimmer zu Zimmer gegangen, dann hat man in einer halben Stunde das Zeug zusammen. Das ist Teamstärke."

(M.Travkina--DTZ)

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