Deutsche Tageszeitung - Kein Johaug-Happyend: Karlsson holt "Körperverletzungs"-Gold

Kein Johaug-Happyend: Karlsson holt "Körperverletzungs"-Gold


Kein Johaug-Happyend: Karlsson holt "Körperverletzungs"-Gold
Kein Johaug-Happyend: Karlsson holt "Körperverletzungs"-Gold / Foto: © SID

Norwegens Skilanglauf-Königin Therese Johaug hat auch im letzten WM-Rennen von Trondheim das ersehnte Gold verpasste, die Schwedinnen haben der Gastgeber-Nation die nächste schmerzhaften Niederlage beigebracht. Beim Triumph von Frida Karlsson bei der hammerharten Weltmeisterschafts-Premiere des 50-km-Rennens im freien Stil musste sich die 36 Jahre alte Johaug mit Platz drei begnügen. Der Traum vom 15. WM-Gold ihrer Karriere bleibt für die Rückkehrerin unerfüllt.

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"Ich habe natürlich auf Gold gehofft. Aber bei den Bedingungen und diesem Rennverlauf konnte ich meine Stärken nicht ausspielen", sagte Johaug: "Die ganze WM lief etwas seltsam für mich." Angesichts der Quälerei über fast zweieinhalb Stunden sagte der deutsche Cheftrainer Peter Schlickenrieder: "50 Kilometer sind bei normalen Bedingungen schon hart - aber das hier grenzte an Körperverletzung."

Bei der "Tiefschnee-Expedition" im Dauerregen von Trondheim setzte sich Karlsson nach 2:24:55,3 Stunden in einem packenden Finale vor Johaugs Landsfrau Heidi Weng (+2,1 Sekunden) durch und holte ihren ersten WM-Titel in einem Einzelrennen. Johaug lag 2,9 Sekunden zurück. Die Schwedin Ebba Andersson verpasste ihr viertes Gold in Trondheim nach einem Sturz kurz vor dem Ziel und landete auf Platz vier. Damit ging Gold in sämtlichen sechs Langlauf-Entscheidungen der Frauen im Land des Erzrivalen an Schweden.

Den traditionellen Fünfziger der Männer hatte am Samstag Johaugs Landsmann Johannes Hösflot Kläbo gewonnen und mit seinem sechsten Gold im sechsten Rennen Geschichte geschrieben. Kläbo knackte den Rekord der russischen Skilangläuferin Jelena Wälbe, die 1997 ebenfalls in Trondheim als zuvor einzige fünfmal Gold bei einer WM gewonnen hatte.

Johaug, die nach Olympia 2022 ihrer Karriere beendet hatte und nach der Geburt ihres ersten Kindes für die Heim-WM zurückgekehrt war, hatte zuvor dreimal Silber in Trondheim geholt. Über 10 km und im Skiathlon hatte sie sich knapp Andersson geschlagen geben müssen, auch in der Staffel hatte es für die Norwegerinnen in einer engen Entscheidung nur zu Platz zwei hinter der Erzrivalinnen gereicht. Ob Johaug bis Olympia 2026 weitermacht, ist fraglich.

Erstmals waren die Frauen bei einer WM über 50 km an den Start gegangen. Bislang betrug die längste Distanz 30 km, nun wurde aber das Rennprogramm der Frauen und Männer angeglichen.

Beste Deutsche war Pia Fink auf Platz 13 mit 11:14 Minuten Rückstand. Nur zwei deutsche Läuferinnen waren zum Abschluss am Start. Die Olympiasiegerinnen Victoria Carl und Katharina Hennig verzichteten. Die derzeit zweitplatzierte Carl konzentriert sich auf den Kampf um ein Topergebnis im Gesamtweltcup, Klassik-Liebhaberin Hennig ist keine Freundin der langen Freistildistanz.

(I.Beryonev--DTZ)

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