Deutsche Tageszeitung - Handballer brennen auf Österreich-Revanche: "Sack zumachen"

Handballer brennen auf Österreich-Revanche: "Sack zumachen"


Handballer brennen auf Österreich-Revanche: "Sack zumachen"
Handballer brennen auf Österreich-Revanche: "Sack zumachen" / Foto: © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images/SID

Andreas Wolff und die anderen deutschen Handballer versuchten erst gar nicht, dem verspielten Punkt in Österreich irgendetwas Positives abzugewinnen. "Ich denke nicht, dass wir nach so einem Spiel mit einem guten Gefühl nach Hause fahren können", sagte Torhüter Wolff nach dem 26:26 (11:13) in Wien. Dass die Ausgangslage auf dem Weg zur EM-Endrunde im kommenden Jahr weiter vielversprechend ist, war ein schwacher Trost.

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"Die Enttäuschung ist groß, weil wir an uns selbst scheitern", sagte Kapitän Johannes Golla. Er und sein Team hatten auf der Zielgeraden der Partie eine Vier-Tore-Führung aus der Hand gegeben. Das 20:24 (51.) war nicht die Vorentscheidung, sondern der Startschuss für eine österreichische Aufholjagd. Zu dieser trug das deutsche Team mit zwei verworfenen Siebenmetern und dem vergebenen letzten Angriff einen großen Teil bei.

Zwar kann das DHB-Team mit einem Sieg beim sofortigen Wiedersehen am Samstag (16.30 Uhr/sportstudio.de) in Hannover das Ticket für die Europameisterschaft bereits klarmachen. Die spielerischen Defizite gegen den Außenseiter sorgten eineinhalb Monate nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM aber eher für weitere Zweifel statt neuer Zuversicht.

Die zahlreichen Ausfälle, unter anderem von Shootingstar Renars Uscins sowie den Kreisläufern Jannik Kohlbacher und Justus Fischer, zog Gislason nicht zur Relativierung des Ergebnisses heran. "Es gibt keine Ausreden für diesen Punktverlust", bekräftigte der Isländer. Auch Golla meinte nach den "richtig schlechten" letzten zehn Minuten: Nicht die Ausfälle, sondern "die Chancenverwertung bricht uns am Ende das Genick".

Während das Trio um Uscins in der österreichischen Hauptstadt gänzlich fehlte, hatte der angeschlagene Knorr die Reise mit angetreten. Dann aber saß der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen 60 Minuten auf der Bank. Auch in der Schlussphase, als die deutsche Angriffseffektivität stark nachließ, verzichtete Gislason auf den Mittelmann. Marko Grgic vergab in der letzten Szene des Spiels aus dem Rückraum den möglichen Siegtreffer.

Als Lichtblick diente die erste Hälfte, und dabei Miro Schluroff. Der Gummersbacher gab wie Tim Freihöfer von den Füchsen Berlin sein Debüt für die Nationalmannschaft und überzeugte vor der Pause mit einer unbekümmerten Spielart. "Ich fand die erste Hälfte sehr gut von ihm. In der zweiten Halbzeit kam er nicht so richtig ins Spiel", fand Gislason. VfL-Teamkollege Julian Köster bescheinigte Schluroff ein "starkes Debüt".

In Hannover muss nun eine Leistungssteigerung her. "Natürlich planen wir mit einem Sieg, genauso wie die Österreicher mit einem Sieg planen", sagte Wolff: "Wir brauchen die Punkte, um auf jeden Fall früh durch zu sein und Komplikationen in den letzten Spieltagen zu vermeiden. Wir hoffen genau wie die Österreicher, den Sack am Samstag zuzumachen."

Der letzte Teil der EM-Quali steht im Mai mit Duellen in der Schweiz und gegen die Türkei an.

(B.Izyumov--DTZ)

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