Deutsche Tageszeitung - Piastri ringt Norris nieder - Ferrari disqualifiziert

Piastri ringt Norris nieder - Ferrari disqualifiziert


Piastri ringt Norris nieder - Ferrari disqualifiziert
Piastri ringt Norris nieder - Ferrari disqualifiziert / Foto: © SID

Papaya an der Macht, Debakel für Ferrari: Oscar Piastri hat McLarens neue Ausnahmestellung in der Formel 1 untermauert und gleichzeitig ein spannendes Duell beim Traditionsrennstall eingeläutet. Der junge Australier gewann das zweite Saisonrennen in China vor Vizeweltmeister und Teamkollege Lando Norris, der beim Auftakt in Australien gesiegt hatte - es war der 50. Doppelsieg in der Geschichte McLarens, und dieser Zweikampf könnte nun die ersten Wochen der noch jungen Saison prägen.

Textgröße ändern:

Für Ferrari nahm der ohnehin enttäuschende Grand Prix dagegen ein desaströses Ende. Charles Leclerc und Lewis Hamilton wurden wegen Verstößen gegen das technische Reglement disqualifiziert. Leclercs Bolide unterschritt das Minimalgewicht, an Hamiltons SF-25 wurde eine zu starke Abnutzung im Bereich des Unterbodens festgestellt. Dasselbe Schicksal ereilte Alpine-Pilot Pierre Gasly, auch sein Bolide war zu leicht, auch der Franzose wurde aus der Wertung genommen.

Bei Piastri war hingegen alles in bester Ordnung. "Das war ein unglaubliches Wochenende, ich bin einfach stolz, ich habe mir das verdient", sagte er. In zwei gemeinsamen Jahren hatte Norris den Australier bislang gut im Griff, nun scheint Piastri reif für den Titelkampf. "Das hoffe ich", sagte er grinsend.

Wie schon beim Start in Melbourne zeigte sich aber auch George Russell im Mercedes wehrhaft, holte erneut Platz drei. Ferrari dagegen gibt bislang Rätsel auf: Einen Tag nach Lewis Hamiltons überraschend souveränem Sieg im Sprint von Shanghai hatte die Scuderia wieder Probleme. Charles Leclerc und Hamilton holten zunächst nur die Ränge fünf und sechs hinter Max Verstappen im Red Bull - später wurden dann beide aus der Wertung genommen.

Auch der Rennstall des Weltmeisters läuft den Ansprüchen hinterher. "Wir sind besorgt, aber es ist nicht so, dass wir die Flinte schon ins Korn werfen", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko bei Sky. Im WM-Klassement führt weiterhin Norris mit nun 44 Punkten, Piastri (34) machte allerdings einen Sprung: In Australien war er nach einem späten Fahrfehler noch weit zurückgefallen, in China holte er nun in Sprint (Platz zwei) und Grand Prix satte Punkte und liegt nur noch zehn Zähler zurück. Es geht allerdings durchaus eng zu: Auch Verstappen (36) und Russell (35) bleiben in Schlagdistanz zur Spitze.

Für Nico Hülkenberg im Sauber brachte das Wochenende in China derweil Ernüchterung. Nach der Überraschung mit Rang sieben in Melbourne landete er dieses Mal nur auf dem 18. Platz, später rückte er durch die Disqualifikationen noch auf. Schon in der ersten Runde war der Deutsche beim Beschleunigen in den Dreck gerutscht und hatte dadurch einige Plätze verloren.

Vorne wackelte Piastris Führung am Start, Russell kam von Rang zwei gefährlich nahe - musste dann in der langgezogenen "Schneckenkurve" aber zurückstecken und fiel sogar hinter Norris zurück. Die beiden McLaren führten also früh das Rennen an, hinter Russell folgte das Ferrari-Duo: Verstappen war von Startplatz vier hinter Hamilton und Leclerc zurückgefallen.

Vorne etablierte sich die Reihenfolge dann zunächst, erst die ersten Boxenstopps in der 14. und 15. Runde brachten wieder Bewegung: Norris verlor seinen Platz zunächst an Russell, erkämpfte ihn sich wenig später aber auf der Strecke zurück. Dahinter wurde immer deutlicher, dass Leclerc an diesem Tag der schnellere Ferrari-Pilot war. Der Monegasse hing trotz eines beschädigten Frontflügels in Hamiltons Nacken und verlor dadurch offensichtlich Zeit. "Das ist eine Schande, ich habe die Geschwindigkeit", funkte er an die Box. In Runde 21 musste Hamilton ihn auf Ansage des Teams dann vorbeilassen. Leclerc kam nun sehr schnell nah an Russell heran, aber nicht vorbei.

Davor fuhr Piastri an der Spitze ein kontrolliertes Rennen, gut drei Sekunden betrug der Vorsprung auf Norris, zur Rennhalbzeit schienen die Positionen bereits verteilt - und es tat sich in der Tat nicht mehr viel. Eine größere Rolle in der Schlussphase fiel dann aber Verstappen zu: Der Niederländer fand spät sein Tempo, setzte Leclerc im Duell um Rang vier unter Druck und ging drei Runden vor Schluss vorbei.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Viele Chancen, keine Tore - Klopp zittert ums Viertelfinale

Einpeitscher Jürgen Klopp und seine dominanten Ballzauberer sind im Hexenkessel von Saloniki an sich selbst gescheitert. Starke Überlegenheit, einige Chancen, aber keine Tore - die deutsche Nationalmannschaft kam trotz eines guten Spiels mit zahlreichen Abschlüssen nicht über ein 0:0 gegen lange mauernde Griechen hinaus und muss nach verpasster Revanche um das Nations-League-Viertelfinale zittern.

Klopp nimmt drei Wechsel vor

Jürgen Klopp nimmt nach seinem ersten Sieg als Bundestrainer drei Veränderungen vor. Lennart Karl, David Raum und Jonathan Burkardt ersetzen gegenüber dem souveränen Erfolg gegen Serbien (2:0) beim Nations-League-Spiel in Griechenland (20.45 Uhr/RTL) Serge Gnabry, Maximilian Mittelstädt und Nick Woltemade.

DFB-Frauen: Kapitänin Gwinn fällt für Länderspiele aus

Kapitänin Giulia Gwinn fällt für die anstehenden Länderspiele der deutschen Fußballerinnen aus. Nach ihrer verletzungsbedingten Auswechslung im Topspiel des FC Bayern bei Eintracht Frankfurt hat die 27-Jährige für die Härtetests gegen Australien und Japan abgesagt, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Sonntagabend mitteilte. Eine Diagnose steht auch laut Verein noch aus.

Golla reagiert auf Wechsel-Diskussion: "Nicht 'nur' Heimweh"

Nach den Diskussionen über eine schnelle Rückkehr zur SG Flensburg-Handewitt hat sich DHB-Kapitän Johannes Golla erstmals öffentlich zu seinem Wechselwunsch zu Wort gemeldet. "Menschen, die mich gut kennen, haben längst gesehen, dass es mittlerweile nicht mehr 'nur' Heimweh ist, sondern meine mentale Gesundheit ernsthaft gefährdet ist", schrieb der 28-Jährige bei Instagram. Er sei sich "im Klaren darüber, dass die Entscheidung für den Vertrag in Melsungen verfrüht war."

Textgröße ändern: