Deutsche Tageszeitung - Die "Kugeln gut verstaut": Preuß in München gelandet

Die "Kugeln gut verstaut": Preuß in München gelandet


Die "Kugeln gut verstaut": Preuß in München gelandet
Die "Kugeln gut verstaut": Preuß in München gelandet / Foto: © SID

Strahlend, aber müde gelandet: Biathlon-Königin Franziska Preuß ist nach ihrem Triumph in Oslo wieder auf deutschem Boden angekommen. Die frischgebackene Gesamtweltcupsiegerin landete am Montagnachmittag nach dem Final-Drama am legendären Holmenkollen mit drei "gut verpackten" Kristallkugeln auf dem Gepäckwagen und dem Gelben Trikot in der Tasche in München. Skispringer Karl Geiger kam gerade aus dem finnischen Lahti zurück und gratulierte ebenfalls.

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"Heute muss ich erst einmal ein paar Stunden Schlaf nachholen", sagte die 31-Jährige am Flughafen: "Die Abschlussparty hab ich früher schon mal besser weggesteckt, deshalb wird heute nicht mehr viel passieren." Ihren Sieg habe sie zwischen Wachstrucks im Freien zelebriert.

Die Norweger hätten zum Abschied von Biathlon-Dominator Johannes Thingnes Bö eine Party gefeiert. "Es war wie ein kleines Festival, ein cooler Abend", sagte Preuß. Trotz des Dramas mit der Französin und Kristallkugel-Konkurrentin Lou Jeanmonnot war sie viel im "Franzosen-Lager" unterwegs, "die sich alle mitgefreut" hätten.

Preuß war am Sonntag bei ihrem größten Weltcup-Triumph in ein wahres Gefühlschaos gestürzt worden. Jeanmonnot fiel in der Schlussrunde selbstverschuldet, wie sie später zugab, als beide Biathletinnen im Rennen gleichauf an der Spitze lagen. Die Französin hatte vor Beginn des Massenstarts fünf Punkte Vorsprung im Gesamtweltcup und wäre mit Platz eins Gesamtsiegerin geworden. Am Ende wurde es nur der enttäuschende dritte Platz, woraufhin das französische Team Protest gegen die Wertung einlegte, diesen aber wenig später wieder zurückzog.

Im Anschluss an den Showdown habe die DSV-Athletin jedoch direkt versöhnliche Töne angeschlagen und Jeanmonnot "gesagt, dass man die Kugel eigentlich in der Mitte zerschneiden müsste und jeder eine Hälfte kriegt." Auch mit einem Tag Abstand wünsche sie "keinem Sportler eine solche Erfahrung", selbst wenn es für den Biathlon-Sport "eine tolle Werbung" gewesen sei.

Für Preuß war es die mit Abstand beste Saison ihrer Karriere. Im Weltcup feierte sie vier Einzelsiege, sicherte sich die kleinen Kristallkugeln im Sprint und dem Massenstart und glänzte bei den Weltmeisterschaften in Lenzerheide mit vier Medaillen.

Die 31-Jährige ist die sechste deutsche Gewinnerin der großen Kristallkugel. Vor ihr hatten bereits Martina Glagow (2002/03), Kati Wilhelm (2005/06), Andrea Henkel (2006/07), Magdalena Neuner (2007/08, 2009/10 und 2011/12) und Laura Dahlmeier (2016/17) den Gesamtweltcup für sich entschieden.

(L.Svenson--DTZ)

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