Deutsche Tageszeitung - Zverev kämpft sich ins Halbfinale von München

Zverev kämpft sich ins Halbfinale von München


Zverev kämpft sich ins Halbfinale von München
Zverev kämpft sich ins Halbfinale von München / Foto: © IMAGO/Jürgen Hasenkopf/SID

Als schon alles verloren schien, gelang Alexander Zverev doch noch die kaum für möglich gehaltene Wende. Tallon Griekspoor aus den Niederlanden schlug bereits zum Matchgewinn auf, da witterte der Lokalmatador nach einigen geglückten Schlägen noch einmal seine Chance - und riss ein bereits verloren geglaubtes Viertelfinale aus dem Feuer: Nach einem 6:7 (6:8), 7:6 (7:3), 6:4 steht der Weltranglistendritte damit beim ATP-Turnier in München in der Runde der letzten vier. Dort wartet entweder der Ungar Fabian Marozsan oder Zizou Bergs aus Belgien.

Textgröße ändern:

Das Publikum auf dem Centre Court des MTTC Iphitos erlebte einen Zverev mit zwei Gesichtern. Der Hamburger war bis zum 4:5 im zweiten Satz teilweise von der Rolle, produzierte vor allem mit der Vorhand zahlreiche Fehler, wirkte zudem uninspiriert, fast lustlos. Dann gelang ihm das Rebreak, auch der Zwischenruf eines Zuschauers ("Hau ab, du scheiß Frauenschläger") kurz darauf schien ihn zusätzlich zu motivieren. Zverev kämpfte, riss nun auch das Publikum mit. Nach zähen 3:14 Stunden nutzte er seinen vierten Matchball.

Für Zverev ist es nach den Australian Open, wo er im Endspiel glatt gegen den derzeit wegen Dopings gesperrten Weltranglistenersten Jannik Sinner verlor, erst die zweite Teilnahme an einem Halbfinale in diesem Jahr. Vor den BMW Open war er bei seinen sechs Turnierteilnahmen jeweils spätestens im Viertelfinale gescheitert. Erstmals seit dem Grand Slam von Melbourne gelang ihm nun ein dritter Sieg in Serie - trotz einer lange Zeit sehr schwachen und insgesamt nicht sehr überzeugenden Leistung.

Gegen Griekspoor, auf Platz 37 der Weltrangliste geführt, vermittelte Zverev zunächst zu keiner Zeit die Zuversicht, die er zuvor ausgestrahlt hatte. Nur selten konnte er den wuseligen Niederländer unter Druck setzen, vor allem mit seiner Vorhand unterliefen ihm immer wieder leichte Fehler, mehrfach blickte er deshalb ratlos in seine Box zu Vater und Trainer Zverev Senior und Bruder Mischa.

Dass er im Match blieb, hatte Zverev nicht zuletzt Griekspoor zu verdanken, dem ebenfalls viele Schläge misslangen - vor allem, als er im zweiten Satz die Gelegenheit besaß, mit eigenem Aufschlag zu gewinnen. Die deutsche Nummer eins dagegen war nach einigen gelungenen Schlägen und dem Zwischenruf mit einem Mal wie verwandelt. Zverev spielte nicht besser - nutzte aber seine Chance zum entscheidenden Break zum 4:3 im dritten Satz.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Müller verlängert bei den Whitecaps

Thomas Müller hat seinen Vertrag bei den Vancouver Whitecaps aus der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) bis zum Sommer 2027 verlängert. Die Vereinbarung gilt damit für die "sprint season", die nur von Februar bis Mai dauert - danach synchronisiert die MLS ihre Saison mit den europäischen Ligen. Der Weltmeister von 2014 war im August 2025 nach Vancouver gewechselt, im Dezember unterlagen die Whitecaps im Endspiel Inter Miami mit Lionel Messi (1:3).

"Das ist mein Leben": Alonso bleibt der Formel 1 treu

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso bleibt der Formel 1 über das Saisonende hinaus erhalten und hat seinen Vertrag bei Aston Martin verlängert. Dies teilte das Team am Dienstag mit, ohne dabei die Laufzeit zu nennen. Alonsos alter Vertrag wäre zum Saisonende ausgelaufen. Auch sein Teamkollege Lance Stroll (Kanada) bleibt bei Aston Martin.

DFB-Frauen: Gwinn und Freigang zurück, Berger pausiert

Wieder mit Giulia Gwinn und trotz des Dopingtest-Wirbels auch Laura Freigang, aber ohne Ann-Katrin Berger starten die deutschen Fußballerinnen in die WM-Saison. Kapitänin Gwinn ist nach überstandener Schulterverletzung wieder an Bord, Freigang kehrt für die Härtetests gegen Australien und Japan in Karlsruhe und Bremen (9./13. Oktober) ebenfalls in das Aufgebot von Bundestrainer Christian Wück zurück.

DFB-Neulinge: "Man will seinen Fußabdruck hinterlassen"

Gleich neun mögliche Debütanten stehen bei Jürgen Klopps XXL-Casting im "Kader zwei" der deutschen Nationalmannschaft für die Nations League, drei davon stellten sich am Dienstag vor - mit hohen Ambitionen. Mika Baur, Finn Jeltsch und Vitaly Janelt wollen der wankenden DFB-Elf sofort helfen. "Man will seinen Fußabdruck hinterlassen", sagte Baur, Sohn des früheren Handball-Weltmeisters Markus Baur und Mittelfeldmann von Celtic Glasgow. Er betonte: "Man will alles aufsaugen, die Erfahrung machen. Auch Spaß haben, es genießen. Aber natürlich möchten wir alle spielen, Minuten sammeln."

Textgröße ändern: