Deutsche Tageszeitung - "Schade": Funkel sagt 1. FC Köln ab

"Schade": Funkel sagt 1. FC Köln ab


"Schade": Funkel sagt 1. FC Köln ab
"Schade": Funkel sagt 1. FC Köln ab / Foto: © IMAGO/pepphoto//SID

Die Party steckt noch in den Knochen, das letzte Kölsch ist kaum verdaut – da folgt für die Fans des 1. FC Köln der Kater: Aufstiegsheld Friedhelm Funkel bleibt doch nicht FC-Trainer. Die ganze Stadt liegt ihm zu Füßen, der 71-Jährige aber sieht sich von den Vereinsgremien nicht ernsthaft gewollt. Er habe "die 100-prozentige Zustimmung" nicht gespürt, sagte Funkel dem Kölner Stadt-Anzeiger. Daher habe er bei einem Gespräch am Freitag abgesagt.

Textgröße ändern:

"Ich hätte die Aufgabe sehr gerne weitergeführt und habe auch sehr viel Rückhalt bei der Mannschaft und bei den tollen Fans gespürt, in den Gremien und beim Präsidenten sieht es aber offenbar etwas anders aus. Das ist schade, aber leider ist es nun einmal so", sagte Funkel. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und "wäre sehr gerne FC-Trainer geblieben", betonte Funkel, der den FC erst Anfang Mai von Gerhard Struber übernommen hatte. Seine Entscheidung sei unumstößlich.

Nach dem Saisonfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern war Funkel mit Lob überschüttet worden. Abwehrspieler Dominique Heintz sagte: "Wir hätten nix dagegen, wenn er noch ein Jahr bleibt." Das deutlichste Plädoyer allerdings hielt sein Trainerkollege Torsten Lieberknecht. "Der ist topfit, da ist kein Gramm Fett dran, er kann feiern wie ein Biest. Von daher kann ich dem 1. FC Köln nur den Rat geben: Macht die Schatulle auf und haltet ihn hier in Köln", sagte der FCK-Trainer.

Auch Funkel hatte schon geredet, als sei alles in trockenen Tüchern. Man müsse "den Verein in ruhige Bahnen zu lenken. Wir wissen, dass die Bundesliga andere Anforderungen und Herausforderungen mit sich bringt und wir sicherlich weniger Spiele gewinnen werden. Wir brauchen jetzt keine Luftschlösser, keine Experimente, das vorrangige Ziel muss der Klassenerhalt sein." Er fügte an: "Unbescheiden darf ich sagen, dass ich über die Erfahrung und das Netzwerk für solche Situationen verfüge."

Mit der Kölner Mannschaft hatte Funkel den siebten Erstliga-Aufstieg seiner Karriere gefeiert. Mit dem Trainer-Dasein soll trotz seiner Absage an die Kölner noch nicht Schluss sein: "Meine Trainerkarriere ist damit nicht beendet. Ich fühle mich dazu einfach zu fit."

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

"Lokomotive" Carapaz stampft an Pogacars Sorgentag zum Bergsieg

Richard Carapaz breitete vor der Traumkulisse der Alpen-Dreitausender die Arme aus, dank sank er völlig erschöpft und überglücklich auf seinem Lenker zusammen. Der Kletterkünstler aus Ecuador hat die Probleme beim offenbar kränkelnden UAE-Team von Superstar Tadej Pogacar genutzt und in seiner unnachahmlichen Art bei der Tour de France den Auftakt der Alpen-Trilogie gewonnen.

Trainersuche in Italien: Auch Ancelotti im Visier

Das Warten auf einen neuen Trainer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft geht weiter. Die neuen Verantwortlichen des Verbandes FIGC wollten sich am Donnerstag nach einer gemeinsamen Sitzung mit Vertretern der Liga nicht zu konkreten Äußerungen verleiten lassen. "Ideal wäre es, innerhalb einer Woche einen Trainer zu ernennen, aber noch wichtiger ist es, auf die Person zu warten, die wir wirklich wollen", sagte Italiens Fußball-Ikone Paolo Maldini, der neue Technische Direktor der FIGC.

Kitzbühel: Hanfmann zieht ins Halbfinale ein

Yannick Hanfmann ist beim ATP-Turnier in Kitzbühel mit einer starken Vorstellung in die Runde der letzten vier eingezogen. Der 34 Jahre alte Karlsruher setzt sich im Viertelfinale mit 6:3, 6:1 gegen den Argentinier Sebastián Baez durch, das Turnier in den Tiroler Alpen erweist sich damit weiterhin als gutes Pflaster für den Routinier.

"Fall Balogun": Norwegen will Beschwerde einreichen

Norwegens Fußball-Chefin Lise Klaveness hat eine formelle Beschwerde des Norwegischen Fußballverbands (NFF) gegen die FIFA im "Fall Balogun" angekündigt. Es sei "sehr wichtig, dass wir offen darüber kommunizieren", erklärte die Verbandspräsidentin in einem am Donnerstag veröffentlichen Interview mit der britischen Zeitung The Times: "Wir alle wissen, dass dieses Urteil von außen beeinflusst wurde und nicht auf einem ordnungsgemäßen Verfahren beruhte."

Textgröße ändern: