Deutsche Tageszeitung - Berufungsanhörung: Prozess zwischen Gräfe und DFB geht weiter

Berufungsanhörung: Prozess zwischen Gräfe und DFB geht weiter


Berufungsanhörung: Prozess zwischen Gräfe und DFB geht weiter
Berufungsanhörung: Prozess zwischen Gräfe und DFB geht weiter / Foto: © IMAGO/Florian Wiegand/SID

Der Rechtsstreit zwischen dem früheren Top-Schiedsrichter Manuel Gräfe und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) geht weiter. Entgegen der Entwicklungen zu Beginn der Berufungsverhandlung kam es nach SID-Informationen zu keiner außergerichtlichen Einigung zwischen den Parteien. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main vermeldete Richter Richard Kästner am Donnerstag nicht den erwarteten Kompromiss, sondern nur Informationen zum weiteren Vorgehen. "Die mündliche Verhandlung wird wiedereröffnet", sagte er zu Beginn.

Textgröße ändern:

Anders als zum Auftakt am 27. März angekündigt, erfolgte auch noch kein Urteil durch das OLG. Damals hatten beide Seiten deutliche Schritte aufeinander zu gemacht, Gespräche waren bis zum 15. Mai von Kästner angeordnet worden. Gräfes Seite hatte erklärt, der 51-Jährige sei "bereit, sich zu einigen", auch in Form einer Rehabilitierung. Er könne sich auch "vorstellen, noch einmal eingesetzt zu werden", hatte sein Anwalt konkret gesagt.

Ansonsten war auch eine außergerichtliche Einigung "in einer bestimmten finanziellen Größenordnung" denkbar gewesen. Stattdessen wird das Verfahren fortgesetzt, keine der Parteien war zur Fortführung in Frankfurt persönlich anwesend. Der DFB soll nun, um offene Fragen und Zweifel zu klären, innerhalb von drei Wochen eine Kopie seiner Satzung vorlegen. Insbesondere die "darin enthaltenen Regelungen über das Schiedsrichterwesen", hieß es.

Das Verfahrensrecht verbietet es, dass das Gericht die Satzung selbst herunterlädt. Die Entscheidung soll dann im schriftlichen Verfahren erfolgen. Gräfe und der DFB werden sich also voraussichtlich nicht mehr vor Gericht gegenüberstehen.

Gräfe hatte den DFB nach unfreiwilliger Beendigung seiner Schiedsrichterlaufbahn am Ende der Saison 2020/2021 nach 289 Einsätzen in der Bundesliga wegen Altersdiskriminierung verklagt. Er hatte mit 47 Jahren aufhören müssen und forderte 830.000 Euro, basierend auf der Annahme, Gräfe hätte noch drei weitere Jahre Bundesliga-Spiele leiten können.

Im Januar 2023 waren ihm zunächst vom Landgericht 48.500 Euro als Entschädigung zugesprochen worden, da es als erwiesen galt, dass Gräfe seine Karriere wegen des Erreichens der als "nicht zulässig" und "unverhältnismäßig" gewerteten DFB-Altersgrenze von 47 Jahren beenden musste. Der von Gräfe geforderte Schadenersatz wurde ihm allerdings verweigert, weshalb er - wie auch der DFB - in Berufung ging.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Bauchmuskelzerrung: Gruda verpasst Länderspiele

Offensivspieler Brajan Gruda muss wegen einer Bauchmuskelzerrung auf seine Reise zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft verzichten. Dies teilte Grudas Klub RB Leipzig am Montag mit. Der 22-Jährige erlitt die Verletzung am Sonntag beim 0:2 in der Fußball-Bundesliga bei Bayer Leverkusen. Er war für den "zweiten" Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp eingeplant und hätte am Sonntag nach Herzogenaurach reisen sollen.

Finale als Ziel? Gwinn hat "Lust auf mehr"

Führungsspielerin Giulia Gwinn hat die großen Ambitionen des FC Bayern in der Champions League vor dem Auftakt der Ligaphase unterstrichen. Dass die Münchnerinnen in der Vorsaison erst im Halbfinale am FC Barcelona gescheitert waren, mache "nur Hunger auf mehr, nur Lust auf mehr", sagte die DFB-Kapitänin am Montag: "Wir haben einfach gespürt in unserer Mannschaft, dass wir bereit sind, noch weiter gehen zu können. Und das ist auch das Ziel für diese Saison."

Bild: Blessin vor Unterschrift in Gladbach

Alexander Blessin steht kurz vor einer Unterschrift als neuer Trainer von Borussia Mönchengladbach. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll der 53-Jährige beim Bundesliga-Schlusslicht einen Vertrag über drei Jahre (zwei Jahre plus Option) erhalten. Eine Einigung mit allen zuständigen Gremien sei erfolgt.

Eralp lehnt Berliner Olympia-Bewerbung ab

Weiterer herber Rückschlag für Berlin im nationalen Olympia-Schlussspurt: Am Tag nach der Abgeordnetenhauswahl in der Hauptstadt hat Elif Eralp, Spitzenkandidatin des Wahlsiegers Die Linke, deutlich Abstand genommen vom Pro-Olympia-Beschluss der bisherigen Landesregierung. "Ich habe ganz klar gesagt, dass ich beispielsweise die sechs Millionen (Euro;d.Red.), die schon für die Olympia-Bewerbung ausgegeben wurden, für eine Steuergeldverschwendung halte. Und es sollen ja noch viele Millionen, Milliarden dazukommen. Ich sehe keinen Vorteil für Berlin. Deswegen haben wir uns dagegen entschieden, Olympia zu unterstützen. Und das sehe ich auch heute noch so", sagte Eralp, deren Partei mit der Regierungsbildung beauftragt ist, am Montag bei einer Pressekonferenz.

Textgröße ändern: