Deutsche Tageszeitung - Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Österreich

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Österreich


Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Österreich
Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Österreich / Foto: © SID

LANDO NORRIS: Der Brite bewies mit einer starken Fahrt zum Sieg eindrucksvoll, dass mit ihm im Kampf um die WM doch noch zu rechnen ist. Auch in brenzligen Situationen blieb er am Sonntag gegen Teamkollege Oscar Piastri cool und schien zwei Wochen nach dem McLaren-Knall in Kanada seine Leichtigkeit wiedergefunden zu haben. Der Druck konnte ihm dieses Mal nichts anhaben, das muss sich Norris für den Rest der Saison bewahren. Nur 15 Punkte fehlen ihm noch auf Piastri, das schnellte dem 25-Jährigen wohl auch direkt nach der Zieleinfahrt durch den Kopf. "Großartige Arbeit, lasst uns das fortsetzen", funkte er. In Spielberg könnte Norris den Grundstein für einen Turnaround gelegt haben, trotzdem stehen ihm vorerst noch weitere Bewährungsproben bevor - die nächste in Silverstone.

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OSCAR PIASTRI: Über das gesamte Wochenende war der WM-Führende unterm Strich langsamer als Norris. Dass er sich im Rennen einen beinahe folgenschweren Verbremser leistete und seinen Widersacher im zweiten Papaya-Boliden knapp verfehlte, war ziemlich ungewohnt. Immerhin zeigte er sich nach der Zielflagge einsichtig: "Sorry für die Aktion, mein Fehler", ließ er Teamchef Andrea Stella und Co. am Kommandostand wissen. Piastri muss beim anstehenden Großen Preis von Großbritannien am kommenden Sonntag zurückschlagen, um das Momentum wieder auf seine Seite zu bringen. An Ideen, dies umzusetzen, scheint es nicht zu mangeln. "Es gibt ein paar Sachen, die man sich vielleicht anschauen kann, um zu sehen, ob ich was besser machen kann", sagte er.

MAX VERSTAPPEN UND RED BULL: Sein siebter Startplatz ließ schon erahnen, dass für den Niederländer beim Heimspiel seines Teams nicht viel geht. Dass es durch den unverschuldeten Unfall mit Kimi Antonelli im Mercedes zu solch einem Debakel werden würde, war aber nicht zu erwarten. Der Kampf um die Titelverteidigung scheint durch seinen Ausfall ziemlich aussichtslos, 61 Punkte fehlen nun auf Piastri. "Der Rückstand auf McLaren ist jetzt fast nicht mehr aufholbar. Wenn nicht etwas ganz Außergewöhnliches passiert, müssen wir davon ausgehen, dass die WM dahin ist", resümierte Motorsportberater Helmut Marko. Stand jetzt stehen Verstappen und Red Bull eine eher düstere Zukunft bevor.

NICO HÜLKENBERG UND GABRIEL BORTOLETO: Zum ersten Mal in diesem Jahr fuhr Sauber mit beiden Autos in die Top 10. Der Emmericher, als Letzter gestartet, machte als Neunter seinen persönlichen Punktehattrick perfekt und jubelte: "Es war ein Happy End und ich bin glücklich, dass wir das ein Stück weit korrigieren konnten." Auch sein brasilianischer Garagennachbar hatte allen Grund zur Freude, durfte sich über seine ersten Zähler in der Formel 1 freuen. Bei Sauber geht es aktuell steil bergauf - das ist goldwert, vor allem im Hinblick auf 2026, wenn der schweizerische Traditionsrennstall zum Audi-Werksteam wird.

FERRARI: Charles Leclerc und Lewis Hamilton holten in der Steiermark mit Platz drei und vier wohl das Maximum heraus. Während sich der Rekordweltmeister nach schwierigem Start bei Ferrari langsam wohler zu fühlen scheint, lieferte sein monegassischer Teamkollege wieder ab. Das von der Scuderia entwickelte Update am SF-25 hat den roten Boliden konkurrenzfähiger gemacht, doch noch fehlt einiges bis zum ersehnten ersten Saisonsieg.

MERCEDES: Die Silberpfeile sind nach dem glanzvollen Wochenende samt Sieg mit Doppelpodium in Kanada auf dem Red-Bull-Ring zurück in der harten Realität. "Es gibt heute nichts Positives", sagte Teamchef Toto Wolff. Der Unfall von Kimi Antonelli könne zwar passieren, aber über die Performance des Silberpfeils müsse "man sich den Kopf kratzen", sagte er und schlug einen rauen Ton an: "Es ist unverständlich und nicht akzeptabel, dass man als Team unserer Größe solche Aussetzer hat." Mercedes muss sich etwas einfallen lassen, um in den kommenden Rennen wieder in die Spur zu finden.

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Das ist ein ganz schwarzer Tag." (Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko über das Heimrennen)

(U.Stolizkaya--DTZ)

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