Deutsche Tageszeitung - Oberdorf über Leidenszeit: "Habe einiges über mich gelernt"

Oberdorf über Leidenszeit: "Habe einiges über mich gelernt"


Oberdorf über Leidenszeit: "Habe einiges über mich gelernt"
Oberdorf über Leidenszeit: "Habe einiges über mich gelernt" / Foto: © IMAGO/Sports Press Photo/SID

Nationalspielerin Lena Oberdorf kann ihrer einjährigen Leidenszeit sogar etwas Positives abgewinnen. "Ich habe mich fast nur über Fußball definiert. Dabei bin ich als Mensch doch nicht weniger wert, nur weil ich in einem Spiel drei Fehlpässe gespielt habe", sagte die 23-Jährige vom FC Bayern im Vereinsmagazin "51". Durch Gespräche mit dem Teampsychologen habe sie ihre Perspektive wieder "zurechtgerückt".

Textgröße ändern:

"Ich habe auf jeden Fall einiges über mich gelernt. Zum Beispiel, dass ich über die Jahre viele Teile meiner Persönlichkeit vernachlässigt habe", erklärte Oberdorf, die den Sprung in den deutschen Kader für die EM im Sommer verpasst hatte. Fußball sei "Arbeit" für sie gewesen, nun könne sie "den Fußball wieder genießen".

Aufgrund eines Kreuzbandrisses im vergangenen Jahr hatte Oberdorf erst Ende Juli ihr erstes Spiel nach dem Wechsel zum Double-Gewinner aus München absolviert. Die Reha sei "hart" gewesen, berichtete Oberdorf: "Sehr hart. Und ich war noch nie ein geduldiger Mensch. Es war die Hölle." Bei ihrer Rückkehr zur früheren Stärke will sie sich von ihren eigenen und den Erwartungen von außen distanzieren: "Ich muss mir Zeit geben, um wieder auf mein altes Niveau zu kommen. Das geht nicht von heute auf morgen."

In gewisser Weise zeigte sich Oberdorf von den positiven Aspekten der Zwangspause überrascht. "Wenn mir das früher jemand erzählt hat, Giulia Gwinn zum Beispiel, habe ich das nie ganz geglaubt. Ich dachte immer: Hey, ich will einfach wieder spielen", sagte die Mittelfeldspielerin:" Nach der Erfahrung des letzten Jahres denke ich: Die Pause war doch irgendwie auch gut."

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Bei Musiala-Comeback: Bayern patzt auf Schalke

Der FC Bayern hat beim aufmüpfigen Aufsteiger Schalke 04 einen schmerzhaften ersten Dämpfer der noch jungen Saison kassiert. Beim Comeback von Jamal Musiala lief der Meister gegen die leidenschaftlich verteidigenden Königsblauen vergeblich an und kam nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus. S04 dagegen tankte bei seinem ersten Bundesliga-Heimspiel seit 1204 Tagen jede Menge Selbstvertrauen für den Kampf um den Klassenerhalt.

Knoten platzt gegen Japan - wieder alles drin für DBB-Frauen

24 Stunden nach der kalten Dusche haben die deutschen Basketballerinnen bei der Heim-WM die richtige Antwort gegeben und plötzlich wieder alle Chancen. Das Team von Bundestrainer Olaf Lange, zum Auftakt von Spanien vorgeführt (53:83), schlug Japan in der Berliner Max-Schmeling-Halle am Samstagabend nach einem Auf und Ab letztlich klar 74:58 (34:29). Da Mali zuvor völlig überraschend Medaillenkandidat Spanien besiegt hatte (82:73), stehen nun alle vier Teams der Gruppe A bei drei Punkten - es kommt zum Showdown.

Mit Moral und Glück: BVB siegt nach Comeback

Der BVB spielt eine Stunde lang schwach und behäbig - aber er siegt dennoch in Hoffenheim.

Vuelta: Brenner gewinnt schwere Bergetappe - Mas weiter vorne

Der frühere deutsche Straßenrad-Meister Marco Brenner hat bei der Vuelta die schwere Bergankunft in der Sierra de la Pandera gewonnen. Der 24 Jahre alte Augsburger vom Schweizer Team Tudor Pro Cycling setzte sich am Samstag auf der 14. Etappe nach 154,5 km vor dem Kolumbianer Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) und Cristian Rodriguez (XDS Astana Team) aus Spanien durch. Mit dem ersten Erfolg seiner Karriere bei einer Grand Tour sorgte Brenner, zuletzt erst Gesamtsieger der Polen-Rundfahrt, für den ersten deutschen Etappensieg bei der Vuelta seit 2023.

Textgröße ändern: