Deutsche Tageszeitung - "Schöner Abschluss": Oruz beschließt DHB-Karriere mit EM-Silber

"Schöner Abschluss": Oruz beschließt DHB-Karriere mit EM-Silber


"Schöner Abschluss": Oruz beschließt DHB-Karriere mit EM-Silber
"Schöner Abschluss": Oruz beschließt DHB-Karriere mit EM-Silber / Foto: © www.imago-images.de/SID

Nach der Finalpleite flossen auch bei Selin Oruz die Tränen, minutenlang lag sie sich mit ihren Mitspielerinnen in den Armen. Mit dem Ende der Heim-EM in Mönchengladbach betrauerte sie mehr als nur den geplatzten Traum von Gold. "Wenn ich zurückblicke, dann kommen natürlich ganz viele Emotionen der letzten Jahre hoch", sagte die 177-malige Hockey-Nationalspielerin, direkt nach Abpfiff hatte sie ihr Karrierende im DHB-Dress verkündet.

Textgröße ändern:

"Aber gleichzeitig bin ich total froh, unter diesen Bedingungen, bei dieser Atmosphäre, mein letztes Spiel zu machen", sagte Oruz weiter. Gemeinsam hatte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes den Olympiasiegerinnen aus den Niederlanden einen erbitterten Kampf geliefert, letztendlich musste sich das junge Team von Bundestrainerin Janneke Schopman aber 1:2 dem Topfavoriten geschlagen geben.

Noch lange nach dem Schlusspfiff hatte Oruz den zahlreichen Fans ihre Zeit gewidmet, als eine der letzten Spielerin hatte sie den blauen Kunstrasen des Mönchengladbacher Hockeyparks verlassen. Es war "ein sehr, sehr schöner Abschluss", sagte Oruz, "auch wenn der Märchen- und Kitsch-Abschluss sicherlich die Goldmedaille gewesen wäre".

Die "Aufgabe von heute" sei es nun, fügte Oruz an, dass das Team "die Trauer beiseite schiebt und dann doch das große Ganze sieht", denn ein bisschen Stolz und ein bisschen Freude seien durchaus angebracht. In der Zukunft traue sie ihrer Mannschaft dann "alles zu", so Oruz, "so viele haben ihr erstes Turnier gespielt und super tolle Leistungen gebracht".

Ganz freiwillig ist ihr Abschied allerdings nicht. Denn Oruz ist erst 28, also eigentlich in ihren "besten Jahren", die "am meisten Spaß machen", so die Spielerin. Eine Fortsetzung ihrer Karriere im Nationalteam könne sich die promovierte Ärztin aber "partout nicht leisten" - es fehlt die finanzielle Unterstützung.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Drei Deutsche im Finale: Michigan holt College-Titel

Das deutsche Basketball-Talent Malick Kordel darf sich über die College-Krone in den USA freuen. Im Final Four der March Madness gewann der Oberhausener mit den Michigan Wolverines das Endspiel gegen die UConn Huskies mit 69:63, kam dabei aber erneut nicht zum Einsatz. U19-Vizeweltmeister Eric Reibe und sein deutscher Mitspieler Dwayne Koroma verpassten den erträumten Titelgewinn.

NHL: Grubauer bei nächster Pleite verletzt raus

Eishockey-Nationaltorhüter Philipp Grubauer hat in der NHL mit Seattle Kraken einen bitteren Abend erlebt. Der Rosenheimer musste beim 2:6 (1:1, 0:2, 1:3) bei den Winnipeg Jets nach 33 Minuten mit einer Unterkörperverletzung ausgewechselt werden, zuvor hatte der Goalie drei der 18 Schüsse auf sein Tor passieren lassen. Im Rennen um die Wildcard-Plätze in der Western Conference sind die Chancen für Seattle nach der fünften Pleite nacheinander gering.

NBA: Orlando siegt ohne Franz Wagner - Schröder glänzt

Die Orlando Magic haben auch ohne den deutschen Basketballstar Franz Wagner im engen Rennen um den direkten Einzug in die Playoffs der NBA einen wichtigen Sieg gelandet. Gegen das Topteam Detroit Pistons gelang der Franchise aus Florida ein 123:107, Welt- und Europameister Wagner wurde für die Partie geschont.

Matthäus warnt Bayern vor Bernabéu-Atmosphäre

Der deutsche Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat Bayern München vor dem Viertelfinal-Kracher in der Champions League bei Real Madrid vor der hitzigen Atmosphäre im Estadio Santiago Bernabéu gewarnt. "Meiner Ansicht nach geht es in Madrid in erster Linie nicht um die einzelnen Spieler, sondern nur um den Kopf. Die Bayern müssen Ruhe bewahren und mental da sein, denn im Bernabéu kann eine ganz besondere Magie entstehen, die gerade in der Champions League schon viele Teams zu spüren bekommen haben", schrieb der Weltmeister von 1990 in seiner Sky-Kolumne.

Textgröße ändern: