Deutsche Tageszeitung - Nächste Blamage abgewendet: DFB-Team erkämpft sich ersten Sieg

Nächste Blamage abgewendet: DFB-Team erkämpft sich ersten Sieg


Nächste Blamage abgewendet: DFB-Team erkämpft sich ersten Sieg
Nächste Blamage abgewendet: DFB-Team erkämpft sich ersten Sieg / Foto: © SID

Behäbig, ideenlos, aber letztlich erfolgreich: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 den ersten Sieg erkämpft, ist aber erneut vieles schuldig geblieben. Das auf fünf Positionen veränderte Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann gewann das zweite Quali-Spiel in Köln gegen Nordirland nach einer über weite Strecken schwachen Vorstellung mit 3:1 (1:1).

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Serge Gnabry (7.) brachte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) früh in Führung, der Treffer half dem verunsicherten viermaligen Weltmeister drei Tage nach dem blamablen 0:2 zum Auftakt in der Slowakei aber nur bedingt. Isaac Price (34.) bestrafte Deutschland für einen lange uninspirierten und fehleranfälligen Auftritt, erst in der letzten halben Stunde wurden die Deutschen ihrer Favoritenrolle gerecht: Joker Nadiem Amiri (69.) und Florian Wirtz (72.) trafen zum dringend benötigten Sieg.

Mit dem ersten Erfolg nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen in Folge beruhigte die DFB-Elf vorerst die Gemüter, die schwache Vorstellung bis zur 60. Minute dürfte aber Warnung genug sein. Immerhin: Das direkte Ticket für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko bleibt in der eigenen Hand. In der Gruppe A geht es am 10. Oktober in Sinsheim gegen den dritten Gegner Luxemburg weiter, drei Tage später folgt das Rückspiel gegen Nordirland in Belfast.

Nach der peinlichen Slowakei-Partie brauche es Spieler, "die auf die Situation passen", hatte Nagelsmann vor der Partie erklärt. Den Fokus legte er auf Emotionen, jeder müsse "den Nebenmann anzünden".

Dafür baute der Bundestrainer radikal um und tauschte fast die Hälfte der Mannschaft aus: Jonathan Tah, Leon Goretzka, Maximilian Mittelstädt, Angelo Stiller und der überforderte Debütant Nnamdi Collins mussten auf die Bank. Dafür starteten Waldemar Anton, Robin Koch, David Raum sowie Pascal Groß und Jamie Leweling. Taktisch setzte Nagelsmann auf eine Dreier- statt auf eine Viererkette.

Seine Entscheidung begründete er vor dem Anpfiff mit der "Aktualität" und ergänzte: "Wir haben überlegt, wer eine gewisse Druckresistenz hat, denn Druck liegt auf dem Spiel", sagte der Coach am RTL-Mikrofon.

Spielerisch lief zunächst aber nur wenig zusammen. Nachdem vor dem Anpfiff Rio-Weltmeister Mats Hummels verabschiedet und des Anfang August verstorbenen Ex-Nationalspielers Frank Mill mit Applaus gedacht worden war, suchte die DFB-Auswahl zunächst die Kontrolle, um dann mit langen Bällen die überraschend früh pressenden Nordiren zu überspielen.

Das von DFB-Sportdirektor Rudi Völler geforderte "Feuerwerk" blieb aus, die Führung war eher ein Zufallsprodukt: Die Gäste gaben den Ball im Zentrum zu einfach her, Nick Woltemade schickte Gnabry in die Tiefe, der frei vor Schlussmann Bailey Peacock-Farrell gefühlvoll traf. Selbstvertrauen spendete der Treffer aber kaum, vielmehr fehlten Tempo und die geforderte Emotionalität. Antonio Rüdiger handelte sich nach einem taktischen Foul die Gelbe Karte ein, der Abwehrchef ist damit gegen Luxemburg gesperrt.

Die limitierten Nordiren kämpften sich in die Partie, weil Deutschland sie ließ. Der Ausgleich fiel folgerichtig. Price schoss nach einer Ecke ungedeckt am zweiten Pfosten per Volley ein. Nagelsmann schimpfte wild gestikulierend an der Seitenlinie, zur Pause stürmte er in die Kabine. Das Kölner Publikum quittierte den Auftritt in den ersten 45 Minuten mit einem Pfeifkonzert.

Besserung war auch zu Beginn der zweiten Hälfte nicht zu sehen. Der 71. der Weltrangliste ließ wenig zu, vorne stellten die Nordiren die Deutschen immer wieder vor Probleme. Nagelsmann reagierte. Maximilian Beier kam für Gnabry, Amiri für Woltemade (61.). Über Standards kam Deutschland besser in die Partie. Anton (64.) köpfte wuchtig über das Tor. Kurz danach bediente Kapitän Joshua Kimmich dann Wirtz, doch Peacock-Farrell reagierte stark.

Dann schob Amiri freistehend ein, nachdem der Ball im Strafraum an allen Nordiren vorbei gerollt war. Drei Minuten später sorgte Wirtz per direktem Freistoß für das 3:1.

(O.Tatarinov--DTZ)

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