Deutsche Tageszeitung - Gold in Manila, Gold in Riga: Basketballer sind Europameister

Gold in Manila, Gold in Riga: Basketballer sind Europameister


Gold in Manila, Gold in Riga: Basketballer sind Europameister
Gold in Manila, Gold in Riga: Basketballer sind Europameister / Foto: © IMAGO/Alexander Trienitz/SID

Gold für den Weltmeister, das Double ist perfekt! Zwei Jahre nach dem Coup von Manila haben die deutschen Basketballer in Riga auch den Europameistertitel geholt. Das Team um Kapitän Dennis Schröder feierte im Finale ein 88:83 (40:46) über die Türkei und gewann die zweite EM-Krone, es ist die insgesamt vierte Medaille bei einer EuroBasket nach 1993 (Gold), 2005 (Silber) und 2022 (Bronze) für eine Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB).

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Gleichzeitig ist es das dritte Edelmetall für die goldene Generation mit Anführer Schröder, lediglich bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 war das Team zuletzt leer ausgegangen.

Wie schon bei der WM 2023 stürmte die deutsche Mannschaft mit neun Siegen aus neun Spielen zum Titel, dadurch gelang der Eintritt in einen erlesenen Kreis. Gleichzeitig Welt- und Europameister waren zuvor nur die Sowjetunion, Jugoslawien sowie Spanien gewesen. So hatte etwa Bundestrainer Àlex Mumbrú, der bei der EuroBasket wegen einer Erkrankung an der Seitenlinie von Assistenzcoach Alan Ibrahimagic vertreten wurde, als Spieler mit den Spaniern 2006 WM- und 2009 EM-Gold gewonnen.

Im Duell der einzigen beiden im Turnierverlauf ungeschlagenen Teams war Isaac Bonga (20 Punkte) bester Werfer der deutschen Mannschaft. Aufseiten der Türken, die ihre dritte Medaille bei einem großen Turnier nach WM-Silber 2010 und EM-Silber 2001 holten, war in der lettischen Hauptstadt vor allem Alperen Sengün (28) kaum zu stoppen.

Für das große Spiel in der Arena Riga war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeflogen, auch aus der Heimat gab es viel Unterstützung. "Bringt Gold nach Hause", hatte etwa Weltmeistercoach Gordon Herbert per Videobotschaft mitgeteilt, auch Fußball-Bundestrainer Julian Nagelsmann drückte dem DBB-Team ("haben einen guten Geist") die Daumen.

Gold, nur Gold zählte, seit Beginn der Vorbereitung war nichts als der Titel das Ziel gewesen. "Wir spielen nicht für Silber", betonte Franz Wagner noch einmal vor dem Finale gegen die starken Türken, die zuvor unter anderem Vizeweltmeister und Turnierfavorit Serbien sowie den späteren Bronzegewinner Griechenland (im Halbfinale) geschlagen hatten.

Beim "Auswärtsspiel" in Riga, die türkischen Fans waren klar in der Überzahl, unterlief der deutschen Mannschaft gegen einen hellwachen Gegner ein Fehlstart (2:13/3. Minute). Schnell gelang die Antwort, obgleich Schröder bis zur Pause von der Rolle war. Der Point Guard biss sich an der Abwehr die Zähne aus und blieb mehr als 15 Minuten ohne Wurf aus dem Feld.

Franz Wagner übernahm in der Offense und war kaum zu bremsen, auch Tristan da Silva traf stark. Doch Schlüsselspieler Alperen Sengün, der "Kopf der Schlange" (Schröder), kam bei den Türken immer besser ins Spiel und dominierte vor dem Gang in die Kabine.

Mit einem Dreier brach Schröder kurz nach Wiederbeginn den Bann, das hochklassige Duell vor 11.00 Zuschauern war völlig offen, vor den letzten zehn Minuten hieß es aus deutscher Sicht 66:67. Schröder traf erst zum 84:83 (39.), dann 18,7 Sekunde vor Schluss zum 86:83 und an der Freiwurflinie zum 88:83. Die Türkei hatte keine Antwort mehr, der Jubel war grenzenlos. Am Montag wird die Mannschaft - wie nach dem WM-Triumph - in Frankfurt am Main empfangen.

(L.Møller--DTZ)

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