Deutsche Tageszeitung - "Olympische Werte verraten": Ukraine reagiert auf IPC-Entscheid

"Olympische Werte verraten": Ukraine reagiert auf IPC-Entscheid


"Olympische Werte verraten": Ukraine reagiert auf IPC-Entscheid
"Olympische Werte verraten": Ukraine reagiert auf IPC-Entscheid / Foto: © SID

Der ukrainische Sportminister Matwij Bidnyj hat nach Erteilen der formalen Starterlaubnis für russische und belarussische Sportler unter eigener Flagge bei den Paralympics 2026 schwere Vorwürfe erhoben. Einen Start ukrainischer Athleten im kommenden März ließ er ausdrücklich offen. Die Ereignisse vom Samstag verdeutlichten, "warum die Integrität und die Fähigkeit einiger Sportorganisationen, autonom zu handeln, zunehmend infrage gestellt" würden, teilte der 45-Jährige auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit.

Textgröße ändern:

Konkret erhob Bidnyj den Vorwurf der Korruption, die dazu geführt habe, die seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine geltende Teil-Suspendierung Russlands und des Verbündeten Belarus durch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) aufzuheben. "Dies ist eine weitere Erinnerung daran, dass ein Land (Russland; d.Red.), dessen politische Kultur auf der Missachtung von Regeln und Werten beruht, nie Ressourcen gescheut hat, um seine Interessen zu fördern", so Bidnyj: "Wir werden vielleicht noch erfahren, wie viele Rubel diejenigen gekostet haben, die dafür gestimmt (...) und die olympischen Werte verraten haben."

Ob ukrainische Sportler an den Paralympics in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 15. März 2026) teilnehmen, werde "zu einem späteren Zeitpunkt kollektiv entschieden und hängt von vielen Umständen ab". Nach geltenden ukrainischen Gesetzen ist es Sportlern des Landes untersagt, in Wettkämpfen gegen Russen und Belarussen als offizielle Vertreter ihrer Nationen anzutreten.

Bidnyj äußerte die Hoffnung, durch die italienischen Paralympics-Gastgeber Solidarität zu erfahren. Die Ukraine werde "weiter für einen Sport ohne russische Propaganda kämpfen", erklärte er und setzte hinzu: "Die Position des Gastgeberlandes und des Organisationskomitees ist entscheidend, und wir arbeiten bereits eng in dieser Angelegenheit zusammen. Wir appellieren an unsere europäischen Partner, die die kommenden Paralympischen Winterspiele ausrichten, nicht zuzulassen, dass die Flagge des Aggressorstaates über dem freien und demokratischen Raum gehisst wird, während der Aggressionskrieg weitergeht."

Ein Start von Russen und Belarussen unter eigener Flagge ist durch den Beschluss der IPC-Generalversammlung allerdings nicht flächendeckend garantiert. Die Hoheit über die sechs Sportarten im Programm der anstehenden Paralympics unterliegt den internationalen Fachverbänden, die die Suspendierung russischer und belarussischer Sportler bislang aufrechterhielten.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Mission Klopp: DFB-Spitze trifft sich mit Wunsch-Bundestrainer

Erste Verhandlungsrunde mit Jürgen Klopp: DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke haben sich am Freitag mit ihrem erklärten Wunschkandidaten für den Bundestrainer-Posten in den USA getroffen, um Details einer Einigung zu besprechen. Klopp soll für einen WM-Zyklus bis 2030 unterschreiben. Nach Bild-Informationen traf sich das DFB-Duo nach seiner Ankunft am frühen Nachmittag Ortszeit mit dem 59-Jährigen und dessen Berater in einem Hotel am New Yorker Flughafen John F. Kennedy, das Gespräch soll mehr als vier Stunden gedauert haben.

Aldag kritisiert Evenepoel: "Absolut unnötig"

Die Unstimmigkeiten im Team von Red Bull-Bora-hansgrohe schlugen auch am Tag danach noch hohe Wellen. Rolf Aldag, bis 2025 Sportlicher Leiter beim deutschen Rennstall, übte im Anschluss der siebten Etappe der Tour de France deutliche Kritik an Remco Evenepoel. "Wir sind uns alle einig: Sowas gehört einfach nicht in die Öffentlichkeit. Wenn das seine Meinung ist, geht er zu Florian und bespricht es", sagte Aldag bei Eurosport.

"Bleibe hungrig": Zverev hat Lust auf Nachschlag

Die Sportwelt blickt auf den heiligsten aller Tennisplätze, selbst Bundeskanzler Friedrich Merz lässt sich das Spektakel im All England Club nicht entgehen - und Alexander Zverev hat auf dem Centre Court große Lust auf Nachschlag. "Ich bleibe konzentriert. Ich bleibe hungrig. Ich will mehr", sagte der Hamburger vor seinem Titel-Showdown in Wimbledon mit Jannik Sinner: "Ich möchte weiterhin auf höchstem Niveau spielen und weiter gewinnen."

Merino rettet Spanien: Jetzt Giganten-Duell gegen Frankreich

Spanien ist auch gegen Außenseiter Belgien seiner Rolle als WM-Favorit gerecht geworden. Der Europameister zog durch ein etwas holpriges, aber am Ende verdientes 2:1 (1:1) gegen mutige, aber auch unterlegene Rote Teufel ins Halbfinale von Dallas ein. Dort trifft die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente am Dienstag in einer Art vorweggenommenem Endspiel auf Topfavorit Frankreich.

Textgröße ändern: