Deutsche Tageszeitung - Afghanische Fußballerinnen zurück auf der FIFA-Bühne

Afghanische Fußballerinnen zurück auf der FIFA-Bühne


Afghanische Fußballerinnen zurück auf der FIFA-Bühne
Afghanische Fußballerinnen zurück auf der FIFA-Bühne / Foto: © SID

Erstmals seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 hat ein afghanisches Frauen-Team auf der internationalen Fußballbühne ein Turnierspiel absolviert. Bei der Premiere der "FIFA Unites: Women's Series" traf eine neu gegründete Auswahl geflüchteter Spielerinnen am Sonntag in Marokko auf den Tschad (1:6), vorausgegangen waren jahrelange Ungewissheit und einige Probleme im Vorfeld des Turniers.

Textgröße ändern:

"Wir sind zutiefst dankbar, dass die FIFA uns dieses Privileg gegeben hat, zu zeigen, wozu Frauen fähig sind", sagte Kapitänin Fatima Haidari in einer von der FIFA verbreiteten Mitteilung. Im Mai hatte der Weltverband die Gründung eines Teams mit geflüchteten Spielerinnen genehmigt, dieses läuft unter dem Namen "Afghan Women United" auf.

Mädchen und Frauen haben in Afghanistan seit der Rückkehr der Taliban an die Macht kaum noch Rechte und leiden unter massiven Repressionen. Teile der weiblichen Bevölkerung sind deshalb geflüchtet. Seit Jahren hatten einige afghanische Aktivistinnen um die Rückkehr des afghanischen Frauenfußballs sowie die Teilnahme an internationalen Turnieren gekämpft, die Hoffnung ist weiterhin die Anerkennung als offizielle Nationalmannschaft des Landes.

In der Vorwoche hatte die FIFA das neue Turnier noch ohne Angabe von Gründen verlegt, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) als ursprünglicher Gastgeber Visaanträge von Mitgliedern des afghanischen Teams abgelehnt haben sollen. Der britische Guardian berichtete, dass die afghanischen Spielerinnen, von denen ein Großteil in Australien lebt, sich bereits an den Flughäfen befunden hätten, dann von der FIFA aber angewiesen worden seien, die Reise in die VAE nicht anzutreten. Eigentlich sollte die erste Partie am Donnerstag stattfinden.

"Wir sind uns bewusst, dass die Umstände, die auf Faktoren zurückzuführen sind, die außerhalb der Kontrolle der FIFA liegen, schwierig gewesen sein könnten und Auswirkungen auf einige Spielerinnen und Mitarbeiter hatten", schrieb die FIFA demnach auf Anfrage: Das "Wohlergehen und die Gesundheit aller Spielerinnen und Mitarbeiter" habe für die FIFA "oberste Priorität".

Das nächste Spiel des afghanischen Teams findet am Mittwoch gegen Tunesien statt, am Samstag geht es gegen Libyen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Kapitän Silva verlässt City zum Saisonende

Kapitän Bernardo Silva wird den englischen Fußball-Spitzenklub Manchester City im Sommer verlassen. "Jede schöne Geschichte hat ein Ende", sagte Pep Lijnders, der Assistenztrainer von Teammanager Pep Guardiola bei den Citizens, über den 31-Jährigen, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Silva wird mit dem FC Barcelona von Trainer Hansi Flick, Italiens Rekordmeister Juventus Turin und Klubs aus der nordamerikanischen MLS in Verbindung gebracht.

"Superstar-Moment": Stützle mit Traumtor bei Senators-Sieg

Auch dank eines Traumtores von Eishockey-Nationalspieler Tim Stützle haben die Ottawa Senators in der NHL einen großen Schritt in Richtung Playoffs gemacht. Die Kanadier gewannen 6:3 gegen die Carolina Hurricanes und kletterten wenige Spiele vor dem Ende der regulären Saison auf den zweiten Wild-Card-Rang in der Eastern Conference.

Punktgewinn bei Wagner-Debüt: "Wird uns viel Kraft geben"

Am Ende seines ereignisreichen ersten Härtetests als Cheftrainer zeigte René Wagner doch noch einen Hauch Emotionalität. "Es war für mich und für die Mannschaft ein besonderer Tag. Wir haben uns bewiesen, dass wir in solchen Spielen zurückkommen können", sagte der eher nüchtern auftretende neue Coach des 1. FC Köln, nachdem seine Mannschaft nach 0:2-Rückstand ein 2:2 (0:0) bei Eintracht Frankfurt erkämpft hatte. "Das wird uns viel Kraft für die nächsten Spiele geben."

NBA: Nächster Sieg für Orlando und Wagner

Der deutsche Basketballstar Franz Wagner hat mit Orlando Magic einen wichtigen Sieg im Rennen um den direkten Einzug in die Playoffs der NBA gefeiert. Das Team aus dem US-Bundesstaat Florida setzte sich mit 112:108 bei den New Orleans Pelicans durch, es war der zweite Erfolg nacheinander für Orlando. Welt- und Europameister Wagner sammelte im dritten Spiel nach seiner überstandenen Knöchelverletzung elf Punkte, fünf Rebounds und zwei Assists.

Textgröße ändern: