Deutsche Tageszeitung - Kleins Vision: München soll Bundesliga-Standort werden

Kleins Vision: München soll Bundesliga-Standort werden


Kleins Vision: München soll Bundesliga-Standort werden
Kleins Vision: München soll Bundesliga-Standort werden / Foto: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/SID

Ex-Weltmeister Dominik Klein will mit dem Aufbau einer leistungsorientierten Struktur in München Impulse für ganz Handball-Deutschland setzen. "Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir damit nicht nur München, sondern der gesamten Sportart in Deutschland helfen", sagte der frühere Nationalspieler vor dem Länderspiel des DHB-Teams in München im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). "Es geht uns darum, dem Talent in München eine echte Perspektive zu geben."

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Von Bundesliga-Handball ist die Millionenstadt sowohl im Männer- als auch Frauen-Bereich derzeit weit entfernt. Klein will das mit Gründung der Initiative "Handballgemeinschaft München" in Zusammenarbeit mit seinem früheren Nationalmannschaftskollegen Steffen Weinhold mittelfristig ändern. Ziel sei es, unter einer gemeinsamen Dachmarke mit den Vereinen ein Jugend-Bundesliga-Team aufzubauen und langfristig auch im Erwachsenenbereich ein Zielteam in der höchsten Spielklasse zu schaffen und zu etablieren.

Dass die Stadt München sich neben dem Fußball, Basketball und Eishockey auch für den Handball begeistern lasse, sei offensichtlich. Die deutschen Handballer bestreiten am Sonntag (17.15 Uhr/ZDF) beim EM-Test gegen Island ihre Premiere im SAP Garden in München – die rund 10.000 Tickets waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen. In der neuen Hightech-Arena absolviert die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) 2027 auch das Eröffnungsspiel ihrer Heim-WM sowie den Rest der Vorrunde.

"München hat Strahlkraft – bei Fans, Spielerinnen und Spielern, auch international. Der Standort hat das Potenzial, langfristig eine feste Bundesliga-Adresse zu werden", glaubt Klein. "Die Lust, hier zu spielen, ist riesig. Ob Supercup, Länderspiele oder internationale Turniere: Die Begeisterung ist jedes Mal spürbar. Selbst Spieler wie Domagoj Duvnjak sagen mir: 'Wann kommt endlich Handball nach München?'"

Die Diskussion um Handball in München ist nicht neu – weil die Sportart in Bayerns Landeshauptstadt Tradition hat. Der MTSV Schwabing wurde 1986 Pokalsieger, der TSV Milbertshofen holte 1991 gar den Europapokal der Pokalsieger und hatte in Jahrhunderthandballer Erhard Wunderlich ein besonderes Aushängeschild. Doch Schwabing (1989) und Milbertshofen (1993) schlitterten in den Konkurs, seitdem wartet man in München vergeblich auf einen Bundesligisten.

Die Nachfrage der Zuschauer aber ist vorhanden. Im Rahmen der Heim-WM 2019 sowie EM 2024 war der Standort sehr gut besucht, obwohl die deutsche Mannschaft dort nicht gespielt hatte. Neben der Handball Bundesliga (HBL), die seit diesem Jahr den Supercup wieder in München austrägt, legt auch der DHB spürbar den Fokus auf München.

(W.Novokshonov--DTZ)

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