Deutsche Tageszeitung - K.o.-Sieg in Miami: Joshua siegt klar - Paul mit Kieferbruch

K.o.-Sieg in Miami: Joshua siegt klar - Paul mit Kieferbruch


K.o.-Sieg in Miami: Joshua siegt klar - Paul mit Kieferbruch

Der frühere Box-Weltmeister Anthony Joshua hat sich im Multi-Millionen-Dollar-Fight gegen den Influencer Jake Paul keine Blöße gegeben. Der Brite gewann den Kampf gegen den YouTuber in der Nacht zu Samstag in Miami durch K.o. in der sechsten Runde. Nach dem Sieg im teils belächelten Duell mit dem Box-Quereinsteiger träumt Joshua nun von einer letzten WM-Chance - während bei Paul im Krankenhaus ein doppelter Kieferbruch festgestellt wurde.

Textgröße ändern:

"Es war nicht die beste Leistung", gab Joshua zu. "Aber das Ziel war es, Jake Paul zu erwischen, ihn festzunageln und ihm wehzutun." Dies habe er immer im Kopf gehabt: "Es hat etwas länger gedauert als erwartet, aber die Rechte hat schließlich ihr Ziel gefunden."

Der mittelmäßige und vom Streaminganbieter Netflix unterstützte Kampf im Kaseya Center artete zeitweise in eine Farce aus, als Paul wiederholt zu Boden ging und sich an Joshuas Beinen festklammerte. An einem Punkt schien sogar Ringrichter Christopher Young die Geduld zu verlieren, er warnte die Kämpfer in der vierten Runde: "Die Fans haben nicht bezahlt, um diesen Mist zu sehen."

Als Paul müde wurde, begann Joshua, regelmäßigere Treffer zu landen. Nachdem er den US-Amerikaner in der fünften Runde zweimal zu Boden gebracht hatte, kam das Ende in der sechsten Runde schnell. Joshua drängte Paul in eine Ecke und versetzte ihm nach einer knallharten Linken den K.o.-Schlag mit einer Rechten an das Kinn, diese schickte seinen Gegner zu Boden. Dieser machte sich nach dem Kampf auf den Weg ins Krankenhaus, von dort teilte er in den Sozialen Medien ein vielsagendes Röntgenbild seines Kiefers.

Joshua richtete seine Aufmerksamkeit schnell auf einen möglichen Kampf gegen den ehemaligen Weltmeister Tyson Fury (37/Großbritannien) im nächsten Jahr. "Wir haben den Rost abgeschüttelt, ich kann es kaum erwarten, voller Schwung ins Jahr 2026 zu starten", sagte Joshua: "Wenn Tyson Fury es wirklich ernst meint, dann sollten wir die Handschuhe anziehen und kämpfen."

Für Joshua, der für den Kampf mindestens 30 Millionen US-Dollar kassiert haben soll, war es der 29. Sieg im 33. Profikampf (vier Niederlagen). Der 36-Jährige, der 2017 Wladimir Klitschko in die Box-Rente geschickt hatte, kämpft aktuell um seine Rückkehr in die Weltspitze, nachdem er in den vergangenen Jahren zahlreiche Rückschläge hatte einstecken müssen.

2019 war Joshua erstmals völlig überraschend vom US-Amerikaner Andy Ruiz Jr. enttrohnt worden. Nachdem er die WM-Gürtel der Verbände WBA, WBO und IBF im Rückkampf zurückerobert hatte, verlor er sie 2021 an Alexander Usyk. Im September des Vorjahres unterlag er dem damaligen IBF-Weltmeister Daniel Dubois nach K.o.

Paul kassierte derweil die zweite Niederlage im 14. Fight als Profi. Der 28-Jährige hatte im November 2024 mit seinem Sieg gegen die in die Jahre gekommene Box-Ikone Mike Tyson (59) für Aufsehen gesorgt.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

"Werden unser blaues Wunder erleben": Thiounes Debüt misslingt

Daniel Thioune verpasst in seinem ersten Spiel als Trainer von Werder Bremen den Befreiungsschlag - trotz langer Überzahl.

Patzer am Start: Gold für Loch schon in weiter Ferne

Für Rennrodler Felix Loch scheint der Traum von der dritten olympischen Goldmedaille im Einsitzer schon früh geplatzt zu sein. Nach einem Patzer am Start liegt der Altmeister (36) aus Berchtesgaden nach dem ersten Lauf in Cortina d'Ampezzo bereits fast eine halbe Sekunde (+0,494) hinter dem führenden Weltmeister Max Langenhan, der direkt ein Ausrufezeichen setzte und als erster Starter eine Traumzeit in das Eis im neu gebauten Cortina Sliding Centre zauberte.

Fall auf Platz 16: Thioune-Debüt misslingt trotz langer Überzahl

Eine Steigerung, aber keine Punkte: Der Einstand von Daniel Thioune als Trainer von Werder Bremen ist missglückt. Die Norddeutschen verloren das erste Spiel nach der Entlassung von Horst Steffen trotz langer Überzahl mit 0:1 (0:1) beim heimstarken SC Freiburg und stürzten auf Relegationsplatz 16, die Not im Abstiegskampf wird immer größer. Seit elf Partien und damit länger als jeder andere Bundesligist wartet Bremen auf einen Dreier, zuletzt hatte Werder in der Saison 2017/18 eine solche Negativserie.

Matchwinner Guirassy: BVB macht Druck auf Bayern

Meisterjäger Borussia Dortmund hat sich in der Fußball-Bundesliga mit Mühe weiter an Bayern München herangepirscht und den Druck auf den Spitzenreiter erhöht. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac setzte sich beim kriselnden VfL Wolfsburg mit 2:1 (1:0) durch und verkürzte den Abstand auf den Tabellenführer zumindest über Nacht auf drei Punkte. Die Wölfe schlittern derweil immer tiefer in die sportliche Krise.

Textgröße ändern: