Deutsche Tageszeitung - Bei der Domen-Show: Hoffmann und Raimund verpassen Podest knapp

Bei der Domen-Show: Hoffmann und Raimund verpassen Podest knapp


Bei der Domen-Show: Hoffmann und Raimund verpassen Podest knapp
Bei der Domen-Show: Hoffmann und Raimund verpassen Podest knapp / Foto: © IMAGO/SID

Philipp Raimund marschierte grinsend auf Felix Hoffmann zu, unter dem ohrenbetäubenden Lärm im Oberstdorfer Hexenkessel klatschten Deutschlands beste Skispringer nach ihrem starken Start in die 74. Vierschanzentournee vergnügt ab. Zwar reichte es bei der großen Flugshow von Sloweniens Luft-Magier Domen Prevc nicht zum erhofften Podestplatz für die DSV-Adler. Mit Hoffmann als Viertem und Raimund auf Platz sechs reist das deutsche Team mit großen Hoffnungen aufs Gesamtpodium weiter nach Garmisch-Partenkirchen.

Textgröße ändern:

"Bis auf Domen ist alles eng beieinander. Es hat viel Spaß gemacht, ich wollte alles aufsaugen. Ich bin super zufrieden", sagte Hoffmann in der ARD nach seinem nervenstarken Auftritt vor 25.500 Zuschauern am seit Wochen ausverkauften Hexenkessel am Schattenberg. Raimund war "insgesamt schon sehr zufrieden. Ich habe meinen Schneid nicht verloren. Das stimmt mich alles sehr, sehr positiv."

Der 28 Jahre alte Hoffmann, bis zu dieser Saison hoffnungslos im Mittelmaß versunken, zeigte zwei Topsprünge auf 132,5 und 136,0 m, mit 297,3 Punkten fehlten dem Thüringer umgerechnet nur anderthalb Meter aufs Podest. Raimund (295,6/136,0+133,0), der dort in diesem Winter schon viermal stand, lag kaum weiter zurück.

Dass der Traum vom ersten deutschen Tourneesieg seit Sven Hannawald vor quälend langen 24 Jahren aber wohl erneut platzen wird, ist Prevc geschuldet: Der 26-Jährige sprang mit 141,5 und 140,0 bei seinem sechsten Saisonsieg und erstem Tournee-Tageserfolg seiner Karriere in einer eigenen Liga und setzte sich deutlich vor den punktgleichen Timi Zajc, ebenfalls Slowenien, und Daniel Tschofenig, Tournee-Titelverteidiger aus Österreich (beide 299,2), durch.

Zehn Jahre nach dem großen Peter könnte der jüngste Prevc-Bruder den goldenen Tournee-Adler zurück in Familienbesitz bringen - fast zehn Meter beträgt Domens Vorsprung schon. "Und er ist auf den kommenden Schanzen sehr stark", sagte Hoffmann.

Wollen er und Raimund den "Domenator" wirklich ärgern, müssen sie in Garmisch-Partenkirchen über sich hinauswachsen, wo an Silvester (16.00 Uhr) die Qualifikation und am Tag darauf das Neujahrsspringen (14.00 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport) stattfindet. Dieses hat seit Hannawald am 1. Januar 2002 kein Deutscher gewonnen.

Diesmal muss es besser laufen, damit die Tourneehoffnungen mit nach Österreich reisen und es bei den Springen in Innsbruck am Sonntag sowie Bischofshofen am 6. Januar nicht wie so oft nur noch um Trostpreise geht. "Wir wissen, was wir können", gibt sich Bundestrainer Stefan Horngacher kämpferisch.

Um Trostpreise kämpfen nur noch deutsche Stars der vergangenen Jahre: Nachdem Karl Geiger bereits am Sonntag in der Qualifikation gescheitert war, verpassten Olympiasieger Andreas Wellinger und Pius Paschke nach enttäuschenden Leistungen den zweiten Durchgang. Wellinger, 2023 letzte deutscher Sieger in Oberstdorf, landete nach einem völlig verpatzten 110,5-m-Sprung auf dem 49. und vorletzten Platz.

"Ich hab mich brutal schwergetan. Ohne Energie an der Kante funktioniert es halt nicht", sagte der 30-Jährige, der zuletzt aus dem Weltcup ausgestiegen war und im Training nach seiner Tourneeform gesucht hatte - offensichtlich vergeblich. Paschke, große deutsche Tournee-Hoffnung der Vorsaison und damals als Gesamtsechster bester Deutscher, vergab als 33. ebenfalls schon alle Chancen auf eine Topplatzierung in der Endabrechnung.

Raimund und Hoffmann schafften es als einzige DSV-Adler ins Finale. Nur zwei Deutsche im zweiten Durchgang - das hatte es zuletzt vor 16 Jahren gegeben. Der Atmosphäre am Schattenberg tat dies am Montag dank des deutschen Top-Duos keinen Abbruch. "Das war eine brutale Stimmung", sagte Raimund.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Italien: Verbandspräsident Gravina tritt zurück

Verbandspräsident Gabriele Gravina ist zwei Tage nach dem Scheitern der italienischen Fußball-Nationalmannschaft in den WM-Playoffs zurückgetreten. Diesen auch von der Politik geforderten Schritt verkündete die FIGC am Donnerstag nach einer Sondersitzung ihres Präsidiums. Am 22. Juni soll es auf einer außerordentlichen Verbandsversammlung Neuwahlen geben. Am Dienstag hatte Italien auch die dritte WM-Endrunde in Folge verpasst, der viermalige Weltmeister unterlag Bosnien-Herzegowina im Elfmeterschießen.

Ceferin warnt Italien vor möglichem Entzug der EM 2032

Die Aufarbeitung des WM-Debakels hat in Italien gerade erst begonnen, da baut sich bereits die nächste Drohkulisse auf. Wie UEFA-Präsident Aleksander Ceferin in einen Interview mit der Gazzetta dello Sport erklärte, könnte dem Co-Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft 2032 die Ausrichtung des Turniers entzogen werden, sollte sich die Infrastruktur nicht den Erwartungen entsprechend entwickeln.

Trotz Dzeko-Ausfall: Muslic für Endspurt optimistisch

Auch ohne den verletzten Torjäger Edin Dzeko geht Tabellenführer Schalke 04 optimistisch in den Endspurt im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga. "Selbstverständlich ist er ein bitterer Ausfall für uns", sagte Trainer Miron Muslic vor dem Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen den Karlsruher SC, "aber wir hatten in den letzten zehn Monaten auf dem Weg schon so viele Hürden, die wir gemeistert haben."

Kovac über Schlotterbeck: "Er hat nichts falsch gemacht"

Nach Lars Ricken hat auch Niko Kovac sein Verständnis für die jüngsten Äußerungen des zögernden Nico Schlotterbeck betont. "Nicht Schlotti hat die Schlagzeilen produziert, sondern diejenigen, die etwas in die Welt gesetzt haben, das so nicht gestimmt hat", sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund über den Nationalspieler, den der BVB schon seit Monaten von einer Vertragsverlängerung über 2027 hinaus überzeugen will.

Textgröße ändern: