Deutsche Tageszeitung - IOC verbietet Helm in Erinnerung an getötete Sportler

IOC verbietet Helm in Erinnerung an getötete Sportler


IOC verbietet Helm in Erinnerung an getötete Sportler
IOC verbietet Helm in Erinnerung an getötete Sportler / Foto: © SID

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet dem ukrainischen Skeletoni Wladyslaw Heraskewytsch, bei den Winterspielen in Cortina d'Ampezzo einen Helm in Erinnerung an im Krieg getötete Sportler seines Heimatlandes zu tragen. Das erklärte IOC-Sprecher Mark Adams am Dienstag in Mailand. Stattdessen erlaubt das IOC Heraskewytsch, ein schwarzes Armband im Gedenken an die Kriegstoten zu zeigen.

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Der Helm, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind, verstoße gegen die Richtlinien des IOC. "Wir haben versucht, seinen Wünschen mit Mitgefühl und Verständnis zu begegnen", sagte Adams. Das IOC versuche immer wieder Ausnahmen von der Regel 50 der eigenen Charta, die jegliche politische Äußerung im Wettkampf verbietet, zu genehmigen.

Adams bezeichnete die Entscheidung als "guten Kompromiss". Heraskewytsch dürfe sich im Training, in den Sozialen Netzwerken und in Pressekonferenzen politisch äußern. "Ich habe ihm gesagt, dass wir natürlich eine Ausnahme machen, damit er seine Trauer auf diese Art ausdrücken kann", sagte Adams.

Heraskewytsch hatte zuvor erklärt, ihm sei die Nutzung seines Helms durch einen Offiziellen des IOC untersagt worden. Dies breche ihm "das Herz". Erstmals hatte der 27-Jährige den Kopfschutz am Montag im offiziellen Training getragen, die ersten Wertungsläufe steigen am Donnerstag. Unterstützung hatte Heraskewytsch vom ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj erhalten.

Es sei "eine Ehre, diese Bilder auf dem Helm zu tragen und der Welt den Preis zu zeigen, den die Ukraine jeden Tag in diesem blutigen Krieg zahlt", hatte Heraskewytsch im Netz mitgeteilt: "Ich möchte für sie antreten und für sie Rennen fahren." Er wolle "diesen Menschen und ihren Familien meine Ehrerbietung erweisen" und "an unsere Helden erinnern, denen durch Russland das Leben genommen wurde".

Bereits vor den Winterspielen in Norditalien hatte sich Heraskewytsch angesichts der wieder wachsenden Rolle der Kriegstreiber im Weltsport besorgt gezeigt. "Es ist wirklich traurig", sagte Heraskewytsch der Süddeutschen Zeitung: "Ich habe das Gefühl, dass das IOC und vor allem kleinere Verbände sich immer mehr dem Druck der russischen Seite beugen, dass es nicht um Kriterien oder die Sache geht, sondern nur darum, diese Länder und ihre Athleten zurückzubringen."

(U.Kabuchyn--DTZ)

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