Deutsche Tageszeitung - Dreimal Overtime: Kanada, USA und Finnland im Halbfinale

Dreimal Overtime: Kanada, USA und Finnland im Halbfinale


Dreimal Overtime: Kanada, USA und Finnland im Halbfinale

Goldfavorit Kanada hat das frühe Aus bei den Olympischen Winterspielen gerade noch abgewendet und auf dramatische Art und Weise das Halbfinale erreicht. Das Starensemble um Connor McDavid und Sidney Crosby lag in der Runde der letzten acht gegen Tschechien bis wenige Minuten vor dem Ende zurück, rettete sich in die Verlängerung und setzte sich mit 4:3 (1:2, 1:0, 1:1, 1:0) durch.

Textgröße ändern:

Mitch Marner erzielte 1:22 Minuten in der Overtime nach einem Solo per Rückhand das goldene Tor für Kanada. Zuvor hatte Nick Suzuki (57.) die Führung der aufopferungsvoll kämpfenden Tschechen durch Ondrej Palat (53.) im Schlussdrittel egalisiert. Kanadas Torhüter Jordan Binnington hielt den Rekord-Olympiasieger mit einer Parade knapp eine Minute vor dem Ende des dritten Drittels im Spiel. Allerdings verlor der Favorit wohl Topstar Crosby, der im Mitteldrittel verletzt in die Kabine musste und nicht wieder zurückkehrte.

Das Traumfinale gegen die USA bleibt weiter möglich. Die US-Amerikaner mussten wie die Kanadier in die Overtime, in dieser gelang Star-Verteidiger Quinn Hughes (64.) der Siegtreffer zum 2:1 (0:0, 1:0, 0:1, 1:0) gegen Schweden. Der Weltmeister trifft im Halbfinale auf die Slowakei, die Deutschland mit 6:2 aus dem Turnier warf. Kanada bekommt es ebenfalls am Freitag mit Peking-Olympiasieger Finnland zu tun.

Die Finnen schalteten die Schweiz aus. Dem Vize-Weltmeister ging in der Endphase die Kraft aus, beim 2:3 (2:0, 0:0, 0:2, 0:1) nach Verlängerung verspielten die Schweizer spät eine 2:0-Führung. In der Overtime machte Artturi Lehkonen (64.) das Weiterkommen des Peking-Olympiasiegers perfekt, die Schweiz versank in Tränen.

Kanada hatte einen Start nach Maß erwischt, die Tschechen schlugen nach dem frühen kanadischen Führungstreffer durch Toptalent Macklin Celebrini (4.) aber zurück. Lukas Sedlak (9.) und David Pastrnak (15.) drehten die Begegnung noch im ersten Drittel für die Tschechen, die zum Auftakt der Vorrunde noch ein 0:5 gegen Kanada kassiert hatten. Im Powerplay erzielte Nathan MacKinnon (33.) den Ausgleich, bevor Palat das Eishockey-Mutterland vor den Augen von Wayne Gretzky an den Rande einer Niederlage brachte.

In Peking vor vier Jahren war Kanada noch im Viertelfinale gegen Schweden ausgeschieden. Zuvor waren die Ahornblätter in Pyeongchang 2018 in der Vorschlussrunde an der deutschen Mannschaft gescheitert. Ihre neunte und bislang letzte Goldmedaille gewannen die Nordamerikaner 2014 in Sotschi. Mit der für viele Experten besten Auswahl des Turniers ist Kanada neben den USA in Mailand der große Favorit auf Gold.

McDavid stellte mit seinen Assists für die ersten beiden Tore den Rekord für die meisten Scorerpunkte während eines Olympia-Turniers ein. Der wohl beste Spieler der Welt zog mit nun elf Punkten mit den Finnen Teemu Selänne und Saku Koivu gleich, denen dies 2006 in Turin gelungen war.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Formel 1: Hamilton Schnellster im Training

Rekordweltmeister Lewis Hamilton ist souverän in das Rennwochenende zum Großen Preis von Großbritannien gestartet. Der 41-Jährige, der bereits neun Mal in Silverstone gewinnen konnte, beendete das erste freie Training mit 1:29,260 als Schnellster vor WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli (+0,213 Sekunden) und seinem Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc (+0,599).

Brown-Wechsel zu Bayern perfekt: "Ihm gehört die Zukunft"

Mit einem Lächeln setzte Nathaniel Brown die Unterschrift unter seinen langfristigen Vertrag beim FC Bayern: Der Transfer des 23 Jahre alten Nationalspielers nach München, über den seit Wochen spekuliert worden war, ist seit Freitag endgültig perfekt. Der Rekordmeister zahlt für den Außenverteidiger bis zu 55 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt. Brown bindet sich für fünf Jahre bis 2031 an die Bayern und ist nach WM-Star Ismael Saibari der zweite Münchner Großeinkauf in diesem Sommer.

DFB löst Vertrag mit Bundestrainer Nagelsmann auf - Klopp soll kommen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich nach dem frühen Ausscheiden der Nationalmannschaft der Männer bei der Fußball-Weltmeisterschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann getrennt. Nagelsmanns bis 2028 laufender Vertrag sei mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden, teilte der DFB am Freitag mit. Der DFB erklärte zudem, dass mit Blick auf die Neubesetzung des Bundestrainerpostens das Gespräch mit Jürgen Klopp gesucht werde.

DFB: Nagelsmann weg - Klopp soll kommen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Julian Nagelsmann gehen nach dem frühen WM-Aus der Nationalmannschaft getrennte Wege. Der bis 2028 laufende Vertrag des Bundestrainers wurde mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Das teilte der DFB am Freitag vier Tage nach dem verlorenen Sechzehntelfinale in Foxborough gegen Paraguay (3:4 i.E.) mit. Nagelsmann hatte das Amt im September 2023 von Hansi Flick übernommen. Auch Nagelsmanns Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner werden den DFB verlassen.

Textgröße ändern: