Deutsche Tageszeitung - Nettospielzeit und Zeitstrafen: Nagelsmann für Regeländerungen

Nettospielzeit und Zeitstrafen: Nagelsmann für Regeländerungen


Nettospielzeit und Zeitstrafen: Nagelsmann für Regeländerungen
Nettospielzeit und Zeitstrafen: Nagelsmann für Regeländerungen / Foto: © SID

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich für Regeländerungen im Fußball ausgesprochen und gleich einige Vorschläge geliefert. "Ich habe tausend verschiedene Ideen. Zum Beispiel noch eine Nettospielzeit ab der 80. Minute. Weil du dir ein Spiel ab der 80. Minute oft gar nicht mehr anschauen kannst. Da wird gewechselt, verzögert, liegen geblieben. Das ließe sich aus meiner Sicht ändern, wenn bei jeder Unterbrechung die Uhr gestoppt wird", sagte Nagelsmann im Interview mit dem kicker.

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Der 38-Jährige hat noch andere Ideen. "Eine weitere Möglichkeit wäre: eine Zeitstrafe bei taktischen Fouls statt einer Gelben Karte. Wenn ein Spieler von Mannschaft A gegen Mannschaft B einen super Angriff unterbindet und die fünfte Gelbe Karte kassiert, ist er gegen Mannschaft C gesperrt – Mannschaft B aber hat nichts davon. Das wäre bei einer Zeitstrafe und einem Überzahlspiel anders", sagte Nagelsmann, der es "mit Veränderungen im Fußball nicht übertreiben" möchte. Aber: "Über kurz oder lang werden wir etwas verändern müssen, damit er seinen Stellenwert behält." Er wisse auch, dass Regeländerungen im Fußball nicht ganz so leicht seien, aber er habe viele Ideen, was man alles machen könne, um den Fußball attraktiv zu halten, "damit aufgrund der Hülle und Fülle der Spiele gerade junge Generationen nicht abwandern zu anderen Dingen, die mehr Action haben".

Nagelsamnn begrüßt auch ausdrücklich die geplanten Trinkpausen bei allen Spielen der WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). "Völlig unabhängig davon, ob es ein Werbeblock durch die Hintertür ist, ist es aus physiologischer Sicht absolut notwendig und für mich wertvoll. Als Fußballtrainer hat man, verglichen mit allen anderen Sportarten, die wenigsten Einflussmöglichkeiten während eines Spiels. Das war in meinen Augen schon immer Schwachsinn", sagte der Bundestrainer und ergänzte: "Im Handball, American Football oder Basketball hast du als Trainer viele Einflussmöglichkeiten. Im Fußball ist es eigentlich so, dass du aufgrund der Distanzen, der Lautstärke 45 Minuten nichts machen kannst. Und deshalb ist solch eine Pause für den Trainer sinnvoll. Und für die Zuschauer gibt es in diesen Pausen dann halt ein Side-Event oder Musik."

(A.Nikiforov--DTZ)

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