Deutsche Tageszeitung - Wie im Rausch: FC Bayern darf fürs Viertelfinale planen

Wie im Rausch: FC Bayern darf fürs Viertelfinale planen


Wie im Rausch: FC Bayern darf fürs Viertelfinale planen
Wie im Rausch: FC Bayern darf fürs Viertelfinale planen / Foto: © SID

Der FC Bayern ist wie im Rausch über den Dortmund-Schreck Atalanta Bergamo hinweggefegt und darf nach einer herausragenden Leistung für das Viertelfinale der Champions League planen. Die eiskalten und jederzeit torhungrigen Münchner siegten im Achtelfinal-Hinspiel auswärts 6:1 (3:0) und positionierten sich damit als ernsthafter Anwärter für die Krone im europäischen Vereinsfußball. Das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche ist nur noch Formsache. Im Viertelfinale käme es zum Duell mit Real Madrid oder Manchester City.

Textgröße ändern:

Fürchten müssen die Bayern nach einer eindrucksvollen Vorstellung aber keinen Gegner. Gegen die heißblütigen Italiener behielten die Bayern auch ohne Harry Kane und Manuel Neuer einen kühlen Kopf, sie nutzten Atalantas Schwächen eiskalt und maximal effizient aus. Kane konnte von der Bank aus in aller Ruhe mitansehen, wie Josip Stanisic (12.), der überragende Michael Olise (21.) und Serge Gnabry (25.) früh für klare Verhältnisse sorgten. Kanes Stellvertreter Nicolas Jackson (53.), erneut Olise (64.) und Jamal Musiala (67.) legten nach der Pause nach. Kurz vor dem Abpfiff traf Mario Pasalic für Bergamo (90.+3).

Warnungen vor Atalanta hatte es vor dem Spiel zur Genüge gegeben. Vor zwei Jahren hatte "La Dea" ("die Göttin") im Endspiel der Europa League Bayer Leverkusen die einzige Niederlage der Saison 2023/2024 beigebracht, in den Playoffs war Borussia Dortmund an den Italienern gescheitert - nach einem 2:0 im Hinspiel unterlag der BVB 1:4. Die Bayern? Nahmen die Warnungen ernst - und traten entsprechend entschlossen auf.

Und sie benötigten nicht mal Kane, um Bergamo schon in einer herausragenden ersten Halbzeit mit variablem Spiel zu dominieren. Von Atalantas Mann-gegen-Mann-Pressing ließ sich der deutsche Rekordmeister dabei schon gar nicht aus der Ruhe bringen. Die Münchner bewegten sich hervorragend, ständig beschäftigten sie die Italiener mit ihren Positionswechseln. Und sie nutzten die Schwächen des gegnerischen Systems schonungslos aus.

"Türöffner" war allerdings ein Eckball, den die Münchner schnell und clever ausführten: Stanisic musste bei seinem ersten Tor in der Champions League gegen die schläfrige Abwehr Bergamos nur den Fuß in einen Pass von Gnabry halten. Letzterer ließ sich im Spielaufbau häufig weit nach hinten fallen, er zog damit den ehemaligen Schalker Sead Kolasinac aus der Abwehr. In diese und andere Lücken stießen die Münchner immer wieder hinein.

Besonders geschickt und wirkungsvoll agierten die Bayern bei den Treffern durch Olise und Gnabry, bei denen die Bergamasken überhaupt keinen Zugriff auf ihre Gegenspieler bekamen. Jackson, der wie am Freitag gegen Gladbach (4:1) Kane vertreten durfte, hätte schon vor der Pause sogar noch weiter erhöhen können. Kompany stand währendessen immer noch sehr aktiv an der Seitenlinie, trieb seine Mannschaft nach vorne.

Die Bayern hielten das Tempo auch nach der Pause zunächst hoch, jetzt mit Musiala für den hervorragenden Gnabry und Alphonso Davies für den gelb-rot-gefährdeten Konrad Laimer. Davies musste freilich wieder verletzt ausgewechselt werden (71.), auch Musiala ging vor Spielende. Erst nach Jacksons Treffer ließen es die Münchner ab und an etwas ruhiger angehen, ohne dabei jedoch die Kontrolle über das Spiel oder die Lust am Toreschießen zu verlieren. Olise und Kimmich holten sich für Spielverzögerungen noch clever Gelbe Karten ab und sind damit fürs Rückspiel gesperrt.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

"Abschied, den er verdient": Messi noch einmal für Argentinien

Die Ära ohne Lionel Messi beginnt für Argentiniens Nationalmannschaft - mit Lionel Messi. Der achtmalige Weltfußballer erhält im anstehenden Länderspielfenster einen offiziellen Abschied, das teilte Argentiniens Verband AFA am Dienstagabend mit. Am 6. Oktober wird Messi im Test gegen Benin dabei sein, Schauplatz ist das Monumental-Stadion in Buenos Aires. In den Tagen zuvor absolviert Argentinien zudem Länderspiele gegen Bolivien (30. September in Córdoba) und gegen Burkina Faso (3. Oktober in Buenos Aires). Die drei Tests sind die ersten Länderspiele nach Messis Rücktritt aus der Nationalmannschaft Ende August.

Volleyball-EM: Deutschland unterliegt Frankreich

Die deutschen Volleyballer haben den Gruppensieg bei den Europameisterschaften verpasst. Gegen Olympiasieger Frankreich verlor das Team von Bundestrainer Massimo Botti im letzten Vorrundenspiel mit 0:3 (21:25, 17:25, 19:25), die ersten vier Spiele hatte die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) zuvor noch allesamt für sich entschieden.

Ajax-Trainer bestätigt: ter Stegen wieder für Deutschland

Marc-André ter Stegen kehrt 15 Monate nach seinem 44. und bislang letzten Länderspiel in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zurück. Das verriet Trainer Míchel von ter Stegens Klub Ajax Amsterdam. "Marc erholt sich von einer schweren Verletzung", begründete der Coach den Verzicht auf ter Stegen im Ligaspiel am Dienstagabend gegen Willem II Tilburg, "und nun steht eine Länderspielpause an."

Von New York nach Halle: Zverev beim Davis Cup dabei

Trotz der Strapazen auf dem Weg zu seinem Titel bei den US Open in New York hält Alexander Zverev sein Versprechen ein und schlägt für die deutsche Tennisauswahl am Wochenende im Davis Cup auf. Zwei Tage nach dem Finalsieg über den US-Amerikaner Ben Shelton beim letzten Grand-Slam-Turnier der Saison beendete Zverev die Spekulationen über seinen Einsatz in der Partie gegen Kroatien. In Halle/Westfalen geht es am Samstag und Sonntag um die Qualifikation für das Finalturnier der besten acht Mannschaften im November.

Textgröße ändern: