Deutsche Tageszeitung - Pionierin Wübbenhorst zu Eta: "Wird zur Nomalität werden"

Pionierin Wübbenhorst zu Eta: "Wird zur Nomalität werden"


Pionierin Wübbenhorst zu Eta: "Wird zur Nomalität werden"
Pionierin Wübbenhorst zu Eta: "Wird zur Nomalität werden" / Foto: © KEYSTONE/SID

Nach der Beförderung von Marie-Louise Eta bei Union Berlin rechnet Pionierin Imke Wübbenhorst künftig mit mehr Trainerinnen im Bundesliga-Business. "Dass Frauen im Männerfußball arbeiten, wird nach und nach zur Normalität werden, da bin ich mir ganz sicher", sagte Wübbenhorst dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Es geht darum, dass jetzt auch andere Vereine mal nachziehen oder wenigstens in Erwägung ziehen, Gespräche mit Frauen zu führen."

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Wübbenhorst, die vor einigen Jahren als Trainerin vom Viertligisten Sportfreunde Lotte für Schlagzeilen sorgte, wünscht sich vor allem mehr Mut in den Führungsetagen. "Dass die Klubs ihr Suchfeld ein bisschen erweitern und dann sagen: 'Okay, das könnte schon mal eine interessante Trainerin sein, von ihrer Spielidee, von ihrem Auftreten her, von dem, wie sie junge Spieler entwickelt. Wir machen es nicht geschlechtsspezifisch und suchen nur Männer, sondern wir sind da für gute Trainerinnen offen'", so die 37-Jährige. Die Entscheidung müsse "für die Person fallen, von der man qualitativ am meisten überzeugt ist".

Wübbenhorst, die seit 2022 die Frauen von BSC Young Boys in Bern trainiert und im Sommer zur Schweizer Meisterschaft führte, lobt die Verantwortlichen bei Union Berlin für deren Umgang mit dem Sexismus gegen Eta auf Social-Media-Plattformen. "Das ist vorbildmäßig. Wie klar sie sich dort gegen Sexismus positionieren und ihr den Rücken stärken und freihalten. So kann sie sich um das kümmern, worauf es ankommt", sagt Wübbenhorst: "Das Wichtigste wird sein, dass sie in Ruhe arbeiten kann. Bei allem anderen musst du auf Durchzug schalten, weil du dich sonst in diesen Nebenschauplätzen verlierst."

Wübbenhorst, die auch als Co-Trainerin beim ambitionierten Fußball-Drittligisten Viktoria Köln arbeitete, rechnet mit viel Bohei um Etas Premiere in neuer Rolle am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Wolfsburg. "Es ist immer so, dass die Frau, die etwas als erstes macht, ganz besonders beäugt wird. Ob sie zum ersten Mal Auto fährt, zum ersten Mal arbeitet, zum ersten Mal Hose trägt oder eben Trainerin in der Männer-Bundesliga wird", sagt Wübbenhorst: "Irgendwann wird es leichter. Das traditionelle Rollenbild der Frau wird langsam aufgebrochen."

Für deren Debüt wünscht sie Eta "extrem viel Erfolg" und, "dass sie sich von all den Störfeuern nicht ablenken lässt, dass sie komplett den Fokus hat - und dass sie es auch genießen kann".

(L.Møller--DTZ)

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