Deutsche Tageszeitung - Trotz Pflichtsieg zum Vorrundenabschluss: DEB-Team vor WM-Aus

Trotz Pflichtsieg zum Vorrundenabschluss: DEB-Team vor WM-Aus


Trotz Pflichtsieg zum Vorrundenabschluss: DEB-Team vor WM-Aus
Trotz Pflichtsieg zum Vorrundenabschluss: DEB-Team vor WM-Aus / Foto: © picture-alliance/BEAUTIFUL SPORTS/SID

Tore gegen den Frust: Mit einem Pflichtsieg hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die WM-Vorrunde abgeschlossen - und sich höchstwahrscheinlich aus der Schweiz verabschiedet. Denn nach dem 6:3 (3:0, 1:1, 2:2) gegen den Auf- und Wiederabsteiger Großbritannien muss das Team von Bundestrainer Harold Kreis in Zürich auf einen Ausrutscher Lettlands am Dienstag (12.20 Uhr) gegen den Außenseiter Ungarn hoffen.

Textgröße ändern:

Nur dann ginge es im Mannschaftsbus weiter zum Viertelfinale nach Fribourg, wo am Donnerstag Rekordweltmeister Kanada mit Superstar Sidney Crosby wartet. Viel realistischer ist aber, dass die Spieler am Dienstag auf dem schnellsten Weg das Weite suchen - im Auto, Zug oder Flugzeug mit der dritten Turnier-Enttäuschung in Folge im Gepäck.

Der Gegenwind für Kreis wurde schon in Zürich schärfer. Bei der Vorstellung der Mannschaft vor dem Spiel begleiteten Buhrufe der deutschen Fans seinen Namen. Ob der 67-Jährige bei der Heim-WM im kommenden Jahr in Düsseldorf, Mannheim und auf Schalke noch an der Bande stehen darf, ist äußerst fraglich.

Vor der tristen Kulisse von rund 4000 Zuschauer sorgten der Schwenninger Alexander Karachun (14.), der für den verletzten Daniel Fischbuch nachgereist war, der Berliner Frederik Tiffels (20.), der Münchner Fabio Wagner (20.), Eisbär Andreas Eder (23.), NHL-Stürmer Joshua Samanski (41.) und der Mannheimer Leon Gawanke (50.) immerhin für den dritten Sieg in Folge. Für die Briten trafen Robert Dowd in seinem letzten Länderspiel (25.), Ollie Betteridge (51.) und Robert Lachowicz (55.).

Schon vorher hatte Kapitän Moritz Seider eine kritische Bilanz gezogen. "Wir haben das Turnier vorher verloren, wir haben dem Gegner viel zu viel auf dem Silbertablett präsentiert. Sowas rächt sich", sagte der NHL-Verteidiger und verwies auf schwache Leistungen und unnötige Niederlagen zu Beginn der WM. "Jetzt stehst du da und bibberst", sagte Seider sichtlich verärgert, "das sollte nicht unser Anspruch sein."

Vor allem die Pleiten gegen Lettland (0:2), laut Seider "ein absoluter Pflichtsieg", und gegen die USA (3:4 nach Penaltyschießen), als die deutsche Mannschaft bis fünf Minuten vor Schluss noch 3:2 führte, taten am Ende weh. Auch Kreis machte keine gute Figur: Erst schaffte es der Bundestrainer nicht, sein Team rechtzeitig für die ersten Spiele vor allem in der Offensive in Schwung zu bringen. Dann verzichtete er gegen die USA beim späten, äußerst umstrittenen Ausgleich auf eine Challenge, weil er glaubte, er könne sie nicht nehmen. Mit einem Sieg gegen die schwächste amerikanische Mannschaft seit der WM 2010, als der inzwischen dreimalige Olympiasieger in Köln beinahe abgestiegen wäre, hätte die DEB-Auswahl aus eigener Kraft das Viertelfinale erreicht.

Die Diskussion um Kreis' Zukunft hat Fahrt aufgenommen. Schon nach der Olympia-Enttäuschung von Mailand mit allen NHL-Stars um Leon Draisaitl war der Deutsch-Kanadier in die Kritik geraten. Die Frage, ob er vor dem Turnier im eigenen Land eine neue Euphorie entfachen könnte, beantworten inzwischen viele anders als noch bei seiner Vertragsverlängerung im Dezember. Die Begeisterung nach dem Silbercoup bei seinem WM-Einstand 2023 ist längst völlig verflogen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Nach Tour-Sturz: Lipowitz vor Comeback

Radprofi Florian Lipowitz gibt rund sieben Wochen nach seinem schweren Sturz bei der Tour de France sein Comeback. Wie sein Team Red Bull-Bora-hansgrohe am Mittwoch bekannt gab, soll der 25-Jährige am 9. September beim Giro della Toscana in Italien an den Start gehen.

Carro über FIFA-Präsidentschaft: "Führen Kampf gegen Infantino"

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro hat sich mit deutlichen Worten in der Debatte um Gianni Infantino gegen den umstrittenen FIFA-Präsidenten geäußert. "Wir führen jetzt einen Kampf gegen Infantino - und den müssen wir gewinnen", betonte der 62-Jährige in der Sport Bild.

Krimi in der Nacht: Zverev zittert sich in fünf Sätzen weiter

Alexander Zverev pustete einmal ganz kräftig durch, dann holte er sich tief in der New Yorker Nacht erlöst den Beifall der verbliebenen Fans im Arthur Ashe Stadium ab: Der French-Open-Sieger hat bei seinem Auftakt in die US Open einen emotionalen Fünfsatz-Thriller überstanden und sich in die zweite Runde gezittert. Mit 6:4, 3:6, 6:7 (7:9), 7:5, 6:4 rang der Hamburger den groß aufspielenden Lorenzo Sonego nieder, der lange an einer Sensation geschnuppert hatte - dem Weltranglisten-89. aus Italien fehlten zeitweise nur zwei Punktgewinne zum Sieg.

Rekordtransfer perfekt: Manchester City holt Fernandez

Manchester City hat den argentinischen Vizeweltmeister Enzo Fernandez verpflichtet und damit für den wohl teuersten Transfer des Sommers gesorgt. Laut Medienberichten einigten sich die Skyblues und Fernandez' vorheriger Verein FC Chelsea auf eine Ablösesumme von 125 Millionen Pfund (145 Millionen Euro) für den 25-Jährigen. Damit ist Fernandez gemeinsam mit Alexander Isak, der im vergangenen Jahr von Newcastle United zum FC Liverpool gewechselt war, der bislang teuerste Transfer in der Premier-League-Geschichte.

Textgröße ändern: