Deutsche Tageszeitung - DFB übergibt Doping-Sanktionierung ab 2027 an NADA

DFB übergibt Doping-Sanktionierung ab 2027 an NADA


DFB übergibt Doping-Sanktionierung ab 2027 an NADA
DFB übergibt Doping-Sanktionierung ab 2027 an NADA / Foto: © picture alliance/dts Nachrichtenagentur/SID

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) wird ab dem 1. Januar 2027 das Doping-Ergebnismanagement des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) übernehmen. Wie die NADA am Dienstag bei ihrer Jahrespressekonferenz in Berlin mitteilte, habe sich der DFB bereit erklärt, künftig neben dem Ergebnismanagment auch die Sanktionierung in die Hände der NADA zu legen. Der DFB habe sich "committed", sagte der NADA-Vorstandsvorsitzende Lars Mortsiefer, es seien aber noch keine Verträge unterschrieben worden.

Textgröße ändern:

"Das Regelwerk ließ in den vergangenen Jahren eine Wahlfreiheit, ob man es selber macht oder nicht. Diese Wahlfreiheit gibt es jetzt nicht mehr. Die NADA muss das ab dem 1. Januar 2027 in Deutschland übernehmen, sonst ist ein großer Teil der Compliance nicht gewährleistet", erklärte Mortsiefer.

Dies resultiere aus dem Welt-Anti-Doping-Code, der nach dreijähriger Konsultationsphase im Dezember 2025 verabschiedet wurde und zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Dabei wird die Verantwortung der Anti-Doping-Organisationen erweitert, wobei die ausschließliche Zuständigkeit für Dopingkontrollmaßnahmen sowie das Ergebnismanagement- und Disziplinarverfahren auf nationaler Ebene bei den Nationalen Anti-Doping-Organisationen liegt.

Der DFB habe daher entscheiden müssen, ob er künftig mit der NADA zusammenarbeiten wolle oder nicht. "Und da gingen die Gespräche dann leichter von der Hand, weil es nur gemeinsam funktioniert." Man hoffe, im Herbst die entsprechenden Satzungsänderungen mit dem DFB vornehmen zu können, sagte Mortsiefer.

Prominentestes Beispiel ist derzeit der Fall der deutschen Fußball-Nationalspielerin Laura Freigang. Die NADA hatte in der vergangenen Woche drei "Strikes", also Meldepflicht- bzw. Kontrollversäumnisse, der Kapitänin des Bundesligisten Eintracht Frankfurt innerhalb von zwölf Monaten bestätigt. Die Behörde sprach von einem "möglichen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen" und leitete den Fall an den DFB weiter, der aktuell noch für das Disziplinarverfahren zuständig ist. Bei drei "Strikes" ist eine Sperre von bis zu zwei Jahren vorgesehen.

Ab dem kommenden Jahr wird ein solches Disziplinarverfahren nicht mehr vom DFB, sondern von der NADA geführt. Mortsiefer sagte zum Fall Freigang, man habe "jedes einzelne Versäumnis überprüft, aus unserer Sicht stehen diese drei Versäumnisse als Fakt fest". Freigang selbst sprach von "Missverständnissen".

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Vor Zverevs erster Nachtschicht: Becker glaubt an Finaleinzug

Mit einer Nachtschicht startet Alexander Zverev in seine Titelmission bei den US Open - und geht es nach Boris Becker, dann stehen die Chancen gut, dass es der Auftakt einer weiteren Erfolgsgeschichte des French-Open-Gewinners wird. "Ich glaube, er hat große Chancen, das dritte Grand-Slam-Finale zu erreichen. Das ist wirklich machbar", sagte Becker in seinem Podcast mit Andrea Petkovic: "Er hat eine Riesenchance."

Schalkes Trainer Muslic hofft gegen Bayern auf "großes Learning"

Den Auftakt verpatzt - und jetzt kommt der FC Bayern: Aufsteiger Schalke 04 droht ein Fehlstart in die Bundesligasaison. Doch der Altmeister baut gegen den übermächtigen Rekordmeister am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in der Arena vor allem auf seine Heimstärke.

Drama in Runde eins: Djokovic übergibt sich und scheidet aus

Novak Djokovic stützte sich immer wieder erschöpft auf seinem Schläger ab, er kämpfte noch auf dem Platz gegen die Tränen, er übergab sich sogar in einer Ecke des Courts - und verlor am Ende tatsächlich sein dramatisches Auftaktmatch bei den US Open. Für den Grand-Slam-Rekordsieger war es das erste Erstrunden-Aus bei der 20. Teilnahme am Turnier in Flushing Meadows.

Golf: Scheffler gewinnt Tour Championship

Golf-Profi Scottie Scheffler hat seinen Status als Nummer eins der Weltrangliste im letzten Turnier der Saison bestätigt. Der vierfache Major-Champion aus den USA gewann nach 2024 zum zweiten Mal die PGA Tour Championship. Mit einer 66-er Runde zog der 30-Jährige auf den letzten neun Löchern im East Lake Golf Club in Atlanta noch am Norweger Viktor Hovland vorbei und sicherte sich mit drei Schlägen Vorsprung auch die Siegprämie von zehn Millionen Dollar.

Textgröße ändern: