Deutsche Tageszeitung - Umgang mit Vorwürfen: Becker rät Zverev zu mehr Offenheit

Umgang mit Vorwürfen: Becker rät Zverev zu mehr Offenheit


Umgang mit Vorwürfen: Becker rät Zverev zu mehr Offenheit
Umgang mit Vorwürfen: Becker rät Zverev zu mehr Offenheit / Foto: © picture-alliance/abaca/SID

Tennis-Ikone Boris Becker hat French-Open-Sieger Alexander Zverev nach dessen abgebrochenem Interview mit der L'Équipe geraten, seine Vergangenheit offener zu thematisieren. "Du kannst als Superstar im Tennis - und das ist Sascha Zverev jetzt - nicht so tun, als gäbe es dein Privatleben nicht", sagte Becker in seinem gemeinsamen Podcast mit Ex-Spielerin Andrea Petkovic.

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Zverev war nach seinem Triumph in Paris von der französischen Sporttageszeitung gefragt worden, wie er mit jenen Personen umgehe, die ihm gegenüber wegen der einstigen Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen Ex-Partnerinnen Bedenken äußern. Der Zeitung zufolge habe Zverev empört reagiert und entgegnet: "Sie wissen doch, dass sich die Anschuldigungen als falsch herausgestellt haben?" Es folgte der Abbruch des Interviews.

"Er will es nicht ansprechen, er will es nicht erklären. Vielleicht sollte er auch da versuchen, damit etwas offener, etwas offensiver umzugehen", befand Becker nun. "Ich bin der erste, der genau weiß, um was es geht. Du musst dich damit auseinandersetzen. Du musst sagen, 'in der Vergangenheit sind Dinge passiert, darauf bin ich nicht stolz' oder 'das ist falsch oder unwahr'. Aber du kannst nicht so tun, als wäre das nicht passiert", sagte Becker. "Ich kenne Journalisten, die lassen da nicht los."

Im Juni 2024, kurz bevor Zverev das French-Open-Finale gegen Carlos Alcaraz verlor, war ein Prozess gegen den Tennisprofi vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten wegen angeblicher Körperverletzung ohne Urteil beendet worden. Mit der Einstellung war eine Geldauflage von 200.000 Euro verbunden gewesen. Eine Verurteilung gab es damit nicht, mit der Zustimmung zur Zahlung war kein Schuldeingeständnis verbunden, Zverev gilt als unschuldig.

Becker rät dennoch zu mehr Offenheit. "Wenn es um die Marke Sascha Zverev geht, muss er jetzt schauen, dass er mit der Vergangenheit anders umgeht, als er es jetzt macht", sagte er und schob einen konkreten Tipp hinterher: "Mach ein privates Interview über die Themen, die offen sind, dann wirst du in Deutschland vielleicht nicht nur respektiert, sondern auch geliebt. Das wird nicht weggehen. Man will den Menschen Sascha Zverev besser kennenlernen."

(U.Stolizkaya--DTZ)

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