Deutsche Tageszeitung - Joker Manzambi sticht doppelt: Schweiz macht Fehlstart wett

Joker Manzambi sticht doppelt: Schweiz macht Fehlstart wett


Joker Manzambi sticht doppelt: Schweiz macht Fehlstart wett
Joker Manzambi sticht doppelt: Schweiz macht Fehlstart wett / Foto: © SID

Erst ideenlos, dann mit Wucht: Die Schweiz hat dem Druck dank Super-Joker Johan Manzambi standgehalten und bei der WM Kurs auf die K.o.-Runde genommen. Die Eidgenossen gewannen ihr zweites Gruppenspiel gegen Bosnien und Herzegowina um Schalke-Torjäger Edin Dzeko mit 4:1 (0:0), Freiburgs Juwel Manzambi (74./90.) küsste die Schweizer mit einem Doppelpack nach seiner Einwechslung wach. Die Nati hat mit vier Punkten nun beste Karten für das Weiterkommen, doch auch die Bosnier (1) haben angesichts der abschließenden Partie gegen Außenseiter Katar noch Chancen auf das Sechzehntelfinale.

Textgröße ändern:

Neben Manzambi trafen auch der einstige Augsburger Ruben Vargas (84.) und Kapitän Granit Xhaka (90.+7, Foulelfmeter) in Los Angeles für die Mannschaft von Trainer Murat Yakin, die bei einer WM-Endrunde zum vierten Mal in Folge die K.o.-Phase erreichen will und in der Schlussphase in Überzahl agierte. Bosniens Tarik Muharemovic (80.) sah nach einer Notbremse die Rote Karte, Ermin Mahmic (90.+3) gelang in der Nachspielzeit dennoch der Ehrentreffer.

Die angebliche Unruhe im Lager der Schweizer, die nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Katar zum Auftakt laut Berichten aufgekommen war, dürfte sich nach dem Sieg zumindest ein wenig legen. Zum Gruppenabschluss bekommt es die Schweiz mit Co-Gastgeber Kanada zu tun.

Nach dem verpatzten Auftakt und der Generalkritik von Granit Xhaka ("Wir müssen mit beiden Beinen auf den Boden kommen") hatte es Berichte über schlechte Stimmung im Schweizer Team gegeben, die Mittelfeldspieler Remo Freuler relativierte. Die Stimmung sei "immer noch gut", sagte er, aber sein Team müsse auch "kritisch sein" und aus Fehlern lernen. Und das taten die Schweizer offenbar, der leichte Favorit trat von Beginn an dominant auf.

Xhaka ordnete im Zentrum das Spiel der Nati, Dan Ndoye schoss beim ersten Abschluss der Partie ans Außennetz (10.). Dzeko, der hinter Cristiano Ronaldo und Luka Modric zum drittältesten Startelf-Profi der WM-Geschichte aufstieg, hatte zunächst keine Bindung zum Spiel. Die Schweiz war in einer zähen Partie gefährlicher, Freulers Distanzschuss (23.) flog links am Tor vorbei. Den Schweizern fehlten ansonsten die Ideen, Bosnien stand kompakt und traute sich hin und wieder in die Offensive. Es entwickelte sich ein Spiel mit niedrigem Unterhaltungswert.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Die Schweizer rannten an, ohne in die gefährlichen Zonen zu kommen. Dann sorgte Ndoye für das erste große Highlight der Partie: Seinen Fallrückzieher parierte St. Paulis Nikola Vasilj stark (56.). Auf der Gegenseite musste Dortmunds Gregor Kobel erstmals ran, als er einen wuchtigen Abschluss von Bosniens Amar Dedic entschärfte (69.). Dann traf Manzambi mit einem wuchtigen Volleyschuss, und endlich nahm das Spiel Fahrt auf.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Neuer steigt zum WM-Rekordtorwart auf

Manuel Neuer hat seiner beeindruckenden Karriere eine weitere Bestmarke hinzugefügt. Mit seinem 21. Spiel bei einer Weltmeisterschaft rückte der 40-Jährige am Samstag beim Duell der deutschen Nationalmannschaft mit der Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) zum alleinigen WM-Rekordtorwart auf. Neuer löste den Franzosen Hugo Lloris ab, der 2018 Weltmeister wurde, aber nicht mehr für die Équipe Tricolore aktiv ist.

"Genialer Schachzug" von Koeman: Oranje im Rausch

Angeführt von den beiden Doppelpackern Brian Brobbey und Cody Gakpo haben die Niederlande ihren Stotterstart bei der Fußball-WM vergessen gemacht und Kurs auf die K.o.-Runde genommen. Im europäischen Duell der Gruppe F gewann die Elftal auch dank des goldenen Händchens von Bondscoach Ronald Koeman in Houston hochverdient mit 5:1 (2:0) gegen Schweden und übernahm die Tabellenführung.

Nagelsmann vertraut Curacao-Startelf

Keine Experimente: Julian Nagelsmann verzichtet im zweiten WM-Gruppenspiel auf Veränderungen. Der Bundestrainer setzt am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Toronto gegen die Elfenbeinküste auf die Startelf vom furiosen Turnierauftakt gegen Curacao (7:1). "Es gibt keinen offensichtlichen Grund, etwas zu ändern", hatte Nagelsmann bereits im Vorfeld erklärt.

Zverev kämpft in der Hitze - und verliert

Unter großen körperlichen Problemen ist French-Open-Champion Alexander Zverev im Halbfinale des Tennisturniers von Halle/Westfalen ausgeschieden. Nach 2:40 Stunden musste der sichtlich geschwächte deutsche Tokio-Olympiasieger am Samstag seinem Angstgegner Taylor Fritz gratulieren: Der Amerikaner gewann 6:7 (4:7), 6:4, 7:5 und hat gegen Zverev nun eine Siegesserie von sieben Matches. Im Finale trifft er entweder auf Daniel Altmaier (Kempen) oder seinen Landsmann Frances Tiafoe.

Textgröße ändern: