Brasilien-Samba in Miami: Vinicius und Co. schocken Schottland
Samba-Party in Miami: Angeführt von Doppelpacker Vinicius Junior ist Brasilien bei der WM in die K.o.-Phase gestürmt und hat durch ein 3:0 (2:0) gegen Schottland weiter Selbstvertrauen für die Jagd nach dem Titel gesammelt. Zur großen Freude der Anhänger durfte Neymar in der letzten Viertelstunde seine ersten Minuten bei dieser WM spielen.
Schottland muss als Gruppendritter um den Einzug ins Sechzehntelfinale zittern, Brasilien zieht mit drei Toren Vorsprung vor den punktgleichen Marokkanern (7) als Erster der Gruppe C ins Sechzehntelfinale ein, weil die Selecao zum Abschluss der Vorrunde Schottland keine Chance ließ: Vinicius (7./45.+3) und Matheus Cunha (60.) versetzten die brasilianischen Fans mit ihren Toren und einigen Tricks in Ekstase. Danach forderten die Anhänger mit Sprechchören die Einwechslung von Neymar - Trainer Carlo Ancelotti erhörte die Rufe in 76. Minute.
Nach dem zweiten Sieg im dritten Spiel trifft Brasilien im Sechzehntelfinale auf den Zweiten der Gruppe F - das könnten die Niederlande, Japan oder Schweden werden. Der Rekordweltmeister steht zum 15. Mal in Serie in der K.o.-Runde.
Angeführt von der legendären "Tartan Army" kämpften die Schotten in der Hitze von Miami tapfer, doch nach einem frühen Patzer gerieten sie schon schnell in Rückstand. Die "Bravehearts" und Edelfan Gerard Butler müssen nun hoffen, dass ihre drei Punkte vom Sieg gegen Haiti noch irgendwie für das Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten reicht - und Schottland so erstmals die Vorrunde einer WM übersteht.
Das Spiel begann mit einem absoluten Albtraum für die schottischen Fans. Innenverteidiger Scott McKenna leistete sich einen ganz bösen Patzer im Aufbauspiel, Rayan blockte seinen Pass - und Vinicius musste in der Mitte das Geschenk zu seinem dritten Turniertreffer nur noch annehmen.
Die frühe Führung spielte den Brasilianern, bei denen Stürmerstar Neymar nach überstandenen Wadenproblemen zunächst auf der Bank saß, natürlich in die Karten. Schottland wehrte sich mit ordentlich Wut im Bauch so gut es ging, doch wenn es bei den Brasilianern in ihren Kombinationen plötzlich schnell ging, kam die Abwehr um McKenna und Jack Hendry kaum hinterher.
Nach einer Flanke von Bruno Guimaraes war es erneut Vinicius, der goldrichtig stand und locker per Kopf einnicken konnte. Brasilien ließ vor der Pause sogar noch gute Chancen liegen, wie etwa Matheus Cunha (45.) aus kurzer Distanz. Rayan, der den verletzten Raphinha ersetzte, hätte noch vor der Pause alles klarmachen können (45.+6).
Doch natürlich gab sich die Schotten nicht auf, schließlich kann jeder Gegentreffer und jedes eigene Tor beim Erreichen eines Platzes unter den besten acht Gruppendritten entscheidend sein. Und sie erarbeiteten sich auch Chancen, doch zwangsläufig wurden die Lücken in der Defensive größer. So stach Cunha nach einer erneut starken Vorarbeit von Guimaraes zu - und zeigte seinen Surfer-Jubel.
(L.Svenson--DTZ)