Deutsche Tageszeitung - DESG-Chef Große verteidigt Vorstoß: "Frist ist bindend"

DESG-Chef Große verteidigt Vorstoß: "Frist ist bindend"


DESG-Chef Große verteidigt Vorstoß: "Frist ist bindend"
DESG-Chef Große verteidigt Vorstoß: "Frist ist bindend" / Foto: © picture-alliance/dpa/SID

Matthias Große, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG), hat die Vorwürfe von Sportlerinnen und Sportlern des Bundesstützpunktes Erfurt zurückgewiesen und pocht weiter auf die Unterzeichnung der neuen Athletenvereinbarung. "Erfurt hat keine Kaderathleten mehr, wenn die Athleten nicht die Athletenvereinbarung unterschreiben. Klarer Weg", betonte Große im MDR-Interview.

Textgröße ändern:

An die Unterzeichnung des Dokuments ist der Verbleib im Bundeskader geknüpft. Einige Sportlerinnen und Sportler weigern sich aber, der Aufforderung nachzukommen, weil sie künftig in Inzell oder Berlin trainieren sollen. Das Vorgehen hatte zuletzt große Kritik ausgelöst, die Führung des Thüringer Eis- und Rollsportverbandes e.V. (TERV) das DESG-Präsidium um Große in einem Schreiben gar zum Rücktritt aufgefordert.

"Wir nehmen das zur Kenntnis und haben darauf geantwortet", sagte Große und gab sich entspannt, "wenn ich bei jeder Rücktrittsforderung zurückgetreten wäre, wäre ich Busfahrer irgendwo für 800 Euro im Nebenjob."

Die von der geplanten Umstrukturierung betroffenen Sportler "bleiben Erfurter", sagte Große, niemand wolle "Erfurt zerstören", "aber sie trainieren nach Vorgaben des Verbandes Allround in Inzell und die Sprinter in Berlin. Weil wir zentrieren müssen, wir müssen irgendwas ändern, um es besser zu machen. Wir haben jetzt viermal bei Olympischen Spielen nichts geholt."

An seinem Weg will Große festhalten, nicht davon abrücken: "Das, was der Verband sagt und die Trainer, das müssen die Sportler machen. Wo kommen wir denn da hin? Stellen sie sich vor das wäre anders, dann brauchen wir über Leistungssport nicht reden."

Die DESG habe "den Sportlern bis zum 26. Juni eine Frist eingeräumt, die Athletenvereinbarung noch einmal mit jedem zu prüfen, der prüfen will", so Große: "Diese Frist ist bindend, das ist der letzte Tag."

Er könne zwar verstehen, dass Training an anderen Stützpunkten "eine Umstellung im Leben ist", so Große: "Wenn sie Leistungssport machen wollen, dann machen sie Leistungssport. Wenn sie Familiensport machen wollen, dann machen sie Familiensport."

Der TERV reagierte auf das Interview und riet den Kaderathletinnen und -athleten am Bundesstützpunkt Erfurt laut Mitteilung, "die Athletenvereinbarung in der vom DESG-Präsidium vorgelegten Fassung, die mit einem Standortwechsel nach Berlin oder Inzell verknüpft ist, nicht zu unterschreiben".

Dem Verband sei vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) versichert worden, "dass der Kaderstatus zwar von der DESG vorgeschlagen, aber ausschließlich vom DOSB selbst vergeben wird. Man werde genau prüfen, ob Anträge auf Aberkennung des Kaderstatus sportfachlich begründet sind."

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Hürden-Spektakel: Dos Santos und Russell mit Weltrekorden

In einer Nacht der Weltrekorde haben die Hürdenläufer Alison Dos Santos und Masai Russell die Leichtathletik-Szene in Ekstase versetzt. Erst löste der Brasilianer Dos Santos beim Meeting der Diamond League in Zürich über die Stadionrunde in 45,80 Sekunden den Norweger Karsten Warholm um 14 Hundertstel ab, dann lief auch die US-Olympiasiegerin Russell wenige Minuten später über die 100 m zu einer neuen Bestzeit.

Warholm abgelöst: Dos Santos mit Weltrekord über 400 m Hürden

Der Brasilianer Alison Dos Santos hat Karsten Warholm den Weltrekord über 400 m Hürden abgenommen. Der 26-Jährige benötigte für die Stadionrunde beim Meeting der Diamond League in Zürich lediglich 45,80 Sekunden und unterbot die bisherige Bestmarke um 14 Hundertstel. Warholm, der in der Schweiz Zweiter wurde, hatte diese bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2021 aufgestellt.

Alison dos Santos bricht Weltrekord über 400 Meter Hürden

Beim Diamond-League-Meeting in Zürich hat der brasilianische Leichtathlet Alison dos Santos den Weltrekord über 400 Meter Hürden gebrochen. Mit einer Zeit von 45,80 Sekunden unterbot er die bisherige Bestmarke des Norwegers Karsten Warholm deutlich und sicherte sich den Sieg im Letzigrund-Stadion.

Conference League: Freiburg löst Ticket für die Ligaphase

Der SC Freiburg hat seine eigene Vorlage souverän genutzt und die Ligaphase der Conference League erreicht. Eine Woche nach dem ungefährdeten 3:1-Hinspielerfolg ließen die Breisgauer nichts mehr anbrennen und sicherten sich durch das 4:1 (1:1) im zweiten Playoff-Duell mit den Schotten des FC Motherwell das Ticket fürs europäische Geschäft.

Textgröße ändern: