Deutsche Tageszeitung - Trotz Saibari-Verletzung: Marokko beendet Kanadas WM-Reise

Trotz Saibari-Verletzung: Marokko beendet Kanadas WM-Reise


Trotz Saibari-Verletzung: Marokko beendet Kanadas WM-Reise
Trotz Saibari-Verletzung: Marokko beendet Kanadas WM-Reise / Foto: © SID

Geheimfavorit Marokko hat die heldenhafte WM-Reise Kanadas beendet und damit den ersten Gastgeber aus dem Turnier geworfen. Im hitzigen und über weite Strecken sportlich zähen Achtelfinale von Houston musste der Afrika-Cup-Sieger eine frühe Verletzung des neuen Bayern-Stars Ismael Saibari verkraften, schoss am Ende aber dank der Treffer von Azzedine Ounahi (50./82.) und Soufiane Rahimi (90.+8) doch noch ein klares 3:0 (0:0) heraus.

Textgröße ändern:

Erstmals in der WM-Geschichte steht damit ein afrikanisches Team bei zwei aufeinanderfolgenden Endrunden im Viertelfinale. 2022 in Katar hatte Marokko das Halbfinale erreicht und war dort an Frankreich gescheitert (0:2), am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ) könnte es in Boston zum Wiedersehen kommen, sollten sich die Franzosen gegen den Deutschland-Schreck Paraguay durchsetzen.

Bevor es im klimatisierten Houston Stadium sportlich wurde, dominierten erst einmal Stars and Stripes: Zum Geburtstag der USA 250 Jahre nach der Unabhängigkeits-Erklärung gab es in der "Space City" Grußworte aus dem Weltraum von drei amerikanischen Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS, auch die amerikanische Hymne wurde mit einem riesigen Banner und Navy-Sängerin Maia Rodriguez groß insziniert.

Die kanadischen "Helden" wollten also ausgerechnet am Nationalfeiertag des großen Nachbarn weiter an ihrer märchenhaften WM-Geschichte schreiben. Marsch gab die Favoritenrolle klar in Richtung der Nordafrikaner ab, "Gigant" Marokko habe "keinerlei Schwächen", sagte der 52-Jährige, der Rückkehrer Alphonso Davies erstmal wieder auf die Bank setzte.

Unter den Augen von Eishockey-Legende und Edelfan Wayne Gretzky auf der Tribüne begann der Außenseiter, der sich dank des Last-Minute-Siegs gegen Südafrika (1:0) erstmals für ein WM-Achtelfinale qualifiziert hatte, durchaus furios. Tanitoluwa Oluwaseyi scheiterte mit der ersten großen Gelegenheit am glänzend aufgelegten Bono (10.).

Saibari hielt sich nach einem Konter immer wieder den hinteren rechten Oberschenkel, bis er schließlich zu Boden sank und sich die Hände vors Gesicht hielt. Schon nach 22 Minuten musste der Neu-Münchner, der am Mittwoch einen Vertrag bis 2031 bei den Bayern unterschrieben hatte, verletzt vom Feld, auf der Bank vergrub der 50-Millionen-Mann immer wieder frustriert sein Gesicht in seinem Trikot.

Der klare Favorit, der im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande (3:2 n.E.) viele Kräfte gelassen hatte, spielte behäbig und hatte in der 30. Minute den ersten (harmlosen) Torschuss. Ohne den besten Torjäger fehlte die Kreativität und Wucht im Spiel nach vorne. Stattdessen wurde es hitzig, Schiedsrichter Michael Oliver (England) verteilte in der ersten Halbzeit sechs Gelbe Karten, fünf davon ab der 40. Minute.

Es brauchte einen Standard für die Erlösung. Kapitän Achraf Hakimi legte quer auf Ounahi, der an der Strafraumgenze völlig frei abziehen konnte. In der Folge verwaltete Marokko die Führung, Kanada probierte viel - doch Ounahi sorgte nach einem Konter mit einem satten Schuss für die Entscheidung.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

FIFA-Machtkampf: Boykott-Drohung der UEFA wohl vom Tisch

Im andauernden Kampf um die Macht bei der FIFA ist die Boykott-Drohung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) für Turniere des Weltverbandes offenbar vom Tisch. Hintergrund ist die angebliche Zusage der FIFA, wonach etwas Vergleichbares wie der inzwischen verworfene WM-Investorenplan von Präsident Gianni Infantino nie mehr auf den Tisch kommen werde. Diese Zusage hatte die UEFA verlangt.

Hoeneß bestätigt: Undav neuer VfB-Kapitän

Publikumsliebling Deniz Undav führt den VfB Stuttgart als Kapitän in die neue Bundesliga-Saison. Der Fußball-Nationalspieler und bisherige Stellvertreter rückt für Atakan Karazor auf, der seinen Stammplatz verloren hat. Das bestätigte Trainer Sebastian Hoeneß vor dem Auftakt am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) beim FC Bayern.

FC Bayern: Palhinha wechselt zu Benfica

Mittelfeldspieler João Palhinha verlässt den FC Bayern wie erwartet und wechselt zurück in seine Heimat zu Benfica Lissabon. Das gab der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwoch bekannt. Wie Benfica mitteilte, zahlen sie den Bayern eine Ablöse von 14 Millionen Euro, die durch mögliche Bonuszahlungen auf bis zu 19 Millionen Euro ansteigen kann.

Für 100 Millionen Euro: ManCity verpflichtet Jungstar Bouaddi

Der Wechsel des marokkanischen Supertalents Ayyoub Bouaddi zu Manchester City ist perfekt. Am Mittwoch gaben die Skyblues die Verpflichtung des 18-Jährigen vom OSC Lille bekannt, Medienberichten zufolge kostet der Mittelfeldspieler rund 100 Millionen Euro Ablöse. In Manchester erhält Bouaddi, der bei der WM stark aufgespielt hatte, einen Vertrag bis 2031.

Textgröße ändern: