Deutsche Tageszeitung - Medien: Trump rief Infantino wegen Balogun-Sperre an

Medien: Trump rief Infantino wegen Balogun-Sperre an


Medien: Trump rief Infantino wegen Balogun-Sperre an
Medien: Trump rief Infantino wegen Balogun-Sperre an / Foto: © SID

US-Präsident Donald Trump hat allem Anschein nach den Anstoß zur Begnadigung von US-Stürmer Folarin Balogun durch die FIFA gegeben. Wie die New York Times und die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf ungenannte Quellen berichten, rief das Staatsoberhaupt nach dem Spiel am vergangenen Mittwoch persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino an, um eine Überprüfung der Roten Karte für Balogun zu bitten.

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Am Sonntag nahm die FIFA die Rote Karte für Balogun aus dem Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina tatsächlich (2:0) zurück und setzte eine Sperre zur Bewährung aus. Der 25-Jährige ist damit am Montagabend (Ortszeit) im Achtelfinale der USA gegen Belgien spielberechtigt. Der belgische Verband hat gegen die Entscheidung protestiert. Trump bedankte sich auf seiner Plattform Truth Social umgehend bei der FIFA "dafür, dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat!" Die FIFA ließ eine SID-Anfrage zu den Berichten um Trump zunächst unbeantwortet.

Die FIFA-Regularien sehen bei einer roten Karte automatisch eine Sperre für ein Spiel vor, gegen die die Mannschaft des betroffenen Spielers keinen Einspruch einlegen kann. Die Disziplinarkommission der FIFA teilte am Sonntag in einer Mitteilung dennoch mit, die Strafe geändert zu haben, und wandelte sie "von einer Spielsperre ohne Bewährung in eine Spielsperre mit Bewährung, verbunden mit einer einjährigen Bewährungszeit" um. Der belgische Verband als nächster US-Gegner will gegen die Entscheidung vorgehen.

Entrüstet zeigte sich auch Nicholas McGeehan von der Organisation FairSquare, die Beschwerde gegen Infantino bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht hat, gegenüber dem SID: "Die Regeln wurden eindeutig in einer Weise gebrochen, die den politischen Interessen des US-Präsidenten zugutekommt", erklärte McGeehan. Die Frage sei, "welche Rolle der FIFA-Präsident dabei gespielt hat. Nationale Verbände und Politiker sollten Antworten von der FIFA fordern. Wenn das Gastgeberland seinen politischen Einfluss auf den FIFA-Präsidenten genutzt hat, um einen unfairen Vorteil zu erschaffen, wäre das ein skandalöser Verstoß gegen die Regeln und eine Manipulation des Wettbewerbs."

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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